Neuer Vorstoß für Regionalligen Aufstiegs-Reform – das ist der Wunsch von Kickers Emden
Die Traditionsvereine aus dem Osten haben die Faxen dicke. Ihre Forderung für die Regionalligen: Alle Meister müssen direkt aufsteigen. So denkt Kickers-Boss Henning Rießelmann über die Vorschläge.
Emden - Die Vertreter der Fußball-Regionalliga Nordost ließen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch so richtig Dampf ab, stellten aber auch konstruktive Vorschläge vor. Die aus ihrer Sicht ungerechte Aufstiegsregelung zur 3. Liga erhitzte mal wieder die Gemüter. Kickers-Boss Henning Rießelmann hat noch einen anderen Wunsch.
Worum geht es?
Die seit 2017 bestehende, 2019 angepasste Aufstiegsregelung für die fünf Regionalligen sieht folgenden Modus vor. Die Meister der mitgliederstärksten Verbände Südwest und West steigen direkt in die 3. Liga auf. Die anderen drei Verbände haben reihum immer einen Direktaufsteiger. Die verbliebenen zwei Verbände müssen eine Relegation spielen, nach dieser Spielzeit sind das der Norden und Nordosten, der Vertreter aus Bayern steigt nach dieser Spielzeit direkt auf.
Während der Westen und Südwesten mit der damals vom DFB eigentlich als Übergangslösung präsentierten Lösung verständlicherweise gut leben können, fordern die anderen Ligen regelmäßig eine Änderung.
Das sind die drei Vorschläge
1. Die derzeit fünf Regionalligen werden auf vier – Nord, Ost, Süd, West – reduziert und gleichzeitig auf 20 Teams pro Staffel aufgestockt. Jeder Meister würde aufsteigen, es gäbe 80 statt bislang 90 Regionalliga-Teams in Deutschland.
2. Alle fünf Regionalliga-Meister spielen in einer Playoff-Runde gegeneinander. Die vier bestplatzierten Teams steigen auf.
3. Die 3. Fußball-Liga wird auf 22 Vereine aufgestockt bei weiterhin vier Absteigern. Es gibt vier Regionalligen, jeder Meister steigt auf. Die Zweitvertretungen der Proficlubs spielen ähnlich wie in England in einer eigenen U23-Liga, um den Nachwuchs gezielt zu fördern.
Unter dem Motto „Aufstiegsreform 2025 – #meistermüssenaufsteigen#“ wollen die Vereine dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) Handlungsvorschläge für einen Antrag auf dem DFB-Bundestag im September mit an die Hand geben.
So sieht es Rießelmann
Von Kickers-Boss Henning Rießelmann bekommen die Nordost-Vereine die volle Unterstützung. „Ich bin ein fairer Sportsmann, daher kann es doch keine zwei Meinungen geben: Die Meister müssen direkt aufsteigen“, so der Sportliche Leiter des BSV. Auch wenn er weiß, dass sein Alternativvorschlag bei der Dritten Liga kein Gehör finden würde, sieht Rießelmanns Wunsch noch anders aus.
„Wenn es nach mir ginge, würden wir es bei den fünf Regionalligen belassen, es gibt fünf Aufsteiger aus der Regionalliga und fünf Absteiger aus der 3. Liga.“ Diese Lösung dürfte allerdings kaum umsetzbar sein, schon bei der Reform vor einigen Jahren stimmte die 3. Liga einer Erhöhung der Absteiger von drei auf vier zähneknirschend zu mit dem Hinweis, dass sich die fünf Regionalligen um die Aufstiegsregelung zu kümmern hätten.
Mehrkosten könnten auf Emden zukommen
Aber Rießelmann könnte sich auch mit anderen Lösungen anfreunden. „Alle sind besser als die jetzige. In nicht allzu ferner Zukunft wollen wir uns ja auch intensiver mit dem Thema beschäftigen. Dann auf eine erfolgreiche Relegation zu hoffen oder in einer Saison alles auf eine Karte zu setzen, weil wir mit einem direkten Aufstiegsplatz mal dran sind, kann es ja auch nicht sein.“
Daher würde er auch eine Reduzierung und Neuaufteilung der Regionalligen auf vier Staffeln (Nord, Ost, Süd, West) mitgehen. „Man darf dann aber auch nicht vergessen, dass erhebliche Mehrkosten und auch Aufwände auf einen zukommen würden. Dann müssten wir womöglich 600 Kilometer an einem Freitagabend in Richtung Osten reisen, aber ich würde es mitgehen.“
Sogar Staffelwechsel denkbar?
Auch wenn er auf die Nord-Derbys wie gegen Oldenburg in keinem Falle verzichten möchte, wagt er auch ein Gedankenspiel mit einem Staffelwechsel. „Irgendwelche Kompromisse wird man schon eingehen müssen. Ich weiß ja nicht, wie eine Aufteilung aussehen könnte. Emden ist an Bocholt viel näher als an Chemnitz“, merkt Rießelmann an.
Das Thema liegt mal wieder auf dem Tisch, Ausgang völlig offen. Allerdings dürfte sich frühestens ab der Saison 2027/28 etwas ändern, denn die Regelung nach dem aktuellen Format wurde noch bis zur Saison 2026/2027 beschlossen.
Mit Material von dpa