Ehemaliger Emder in der 3. Liga VfL Osnabrück im Höhenflug – so läuft es für Nikky Goguadze
Mit dem Wechsel hat sich für den früheren Kicker von Germania Leer, GW Firrel und Kickers der Profi-Traum erfüllt. Auch wenn er noch nicht viel gespielt hat, hat sich der Transfer schon gelohnt.
Osnabrück - Seit etwas mehr als einen Monat nun trägt Nikky Goguadze das Trikot des VfL Osnabrück. Der frühere Fußballer von Germania Leer, GW Firrel und Kickers Emden war mit der Empfehlung von 18 Saisontoren vom Regionalligisten Bremer SV zum Drittligisten gewechselt, der vor dem zweiten Abstieg in Folge stand. Doch unter dem neuen Trainer Marco Antwerpen räumt der Zweitliga-Absteiger das Feld von hinten auf, holte in sechs Spielen 14 Punkte und verließ durch den 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund II am Wochenende erstmals seit dem 6. Spieltag wieder die Abstiegsplätze.
Neuzugang Nikky Goguadze konnte in den vergangenen beiden Spielen in Unterhaching (3:2) und gegen Dortmund II in den 90 Minuten nichts zum Teamerfolg beitragen. Er stand im Kader, wurde aber nicht eingewechselt. „Natürlich möchte man immer zum Einsatz kommen. Aber ich muss Geduld haben, das weiß ich auch“, sagt der 27-jährige Niederländer mit georgischen Wurzeln.
Debüt vor fast 15.000 Fans
Bisher kommt der Offensivspieler auf zehn Einsatzminuten in der 3. Liga. Sein Profidebüt gab er direkt in seinem ersten Spiel beim 3:2-Heimsieg gegen den SV Sandhausen am 18. Januar, als er in der 81. Minute als dritter Spieler eingewechselt worden war. „Das war ein tolles Gefühl. Ich hatte in meinem Leben noch nie zuvor vor so vielen Zuschauern gespielt.“ Fast 15.000 Fans waren an der Bremer Brücke dabei, darunter auch seine Familie aus den Niederlanden. Beim folgenden Auswärtsspiel in Aue (0:0) wurde er dann noch kurz vor Schluss aufs Feld geschickt.
Durch starke Leistungen im gesamten Kalenderjahr 2024 für den Bremer SV öffnete sich für den quirligen Goguadze, dessen erste Station in Deutschland 2018 Germania Leer war, die Tür zum Profifußball. Der VfL schnappte zu. Für Goguadze erfüllte sich damit ein Traum. Es ging direkt ins Trainingslager nach Spanien. „Das war eine tolle Erfahrung“, so der 27-Jährige. Er teilte sich in Alicante ein Zimmer mit Offensivspieler Bryan Henning. „Ich wurde gut im Team aufgenommen und verstehe mich mit allen gut.“
Bisher immer im Kader
Das höhere Spieltempo und die größeren Anforderungen in der höheren Liga seien für ihn kein Problem, sagt er. „Aber ich musste wieder Kondition aufbauen, hatte fast einen Monat vorher Pause.“ Mit dem Bremer SV absolvierte er schon Mitte November das letzte Regionalliga-Spiel, die folgenden fielen aus.
Zwar reichte es für den Herausforderer, der nicht wie viele Mitspieler aus dem Profifußball kommt, bisher „nur“ für zehn Drittliga-Minuten. Auf der anderen Seite hat Trainer Marco Antwerpen in allen vier Spielen in diesem Jahr in den Spieltags-Kader berufen. Die Plätze dort sind begrenzt.
Goguadze wohnt in Delmenhorst
„Wir machen ein super Training, das macht großen Spaß“, sagt Nikky Goguadze. Marco Antwerpen hat den taumelnden Traditionsklub wachgeküsst. Nach elf Punkten aus 17 Spielen wurde der erfahrene Drittliga-Coach kurz vor Weihnachten als dritter Trainer in dieser Saison verpflichtet. Dem 2:0 gegen RW Essen und 1:1 in Verl folgten im neuen Jahr vier weitere ungeschlagene Spiele – die Stimmung in Osnabrück ist komplett gedreht.
Auch Nikky Goguadze spürt das und freut sich, dabei zu sein. Er pendelt von seinem Wohnort Delmenhorst immer die eine Auto-Stunde nach Osnabrück, wo er mit Geduld und Fleiß auf viele weitere Drittliga-Minuten und irgendwann seinen ersten Salto hofft – denn das ist der bekannte Torjubel von Nikky Goguadze.