Mit Bildergalerie  So war der Neujahrsempfang der Stadt Leer

| | 07.02.2025 19:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bürgermeister Claus-Peter Horst hielt eine rund 30-minütige Rede. Foto: Wolters
Bürgermeister Claus-Peter Horst hielt eine rund 30-minütige Rede. Foto: Wolters
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Gut 300 Menschen kamen zum Museumshafen. Die Stadt hatte zu Essen und Getränke eingeladen. Bürgermeister Claus-Peter Horst sprach über Herausforderungen, Chancen und die gesellschaftliche Entwicklung.

Leer - An den Buden am Museumshafen konnten sich die Besucherinnen und Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt Leer stärken. Warme und kalte Getränke sowie Waffeln, Speckendicken und Bratwürste wurden kostenlos ausgegeben. Die Stadtverwaltung hatte eingeladen. Rund 300 Menschen kamen an diesem Freitag, 7. Februar 2025, zum Waageplatz. Musikalisch unterhalten wurden sie von der Bigband von Uwe Heger.

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Neujahrsempfang der Stadt Leer
07.02.2025

In seiner etwa 30-minütigen Rede ging Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) auf Chancen, Herausforderungen, das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch auf die gesellschaftliche Entwicklung ein. „Dass wir heute in der wunderschönen Altstadt unseren Neujahrsempfang stattfinden lassen können, haben wir auch sehr engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu verdanken“, sagte er im Hinblick auf die Bürgerinitiative Altstadtsanierung aus den 1970er Jahren.

Unternehmen investieren in der Stadt

Horst hob die Investitionen hervor, die in der Stadt getätigt werden. So habe Porsche beispielsweise bereits mit den vorbereitenden Arbeiten für ihr neues Gebäude an der Deichstraße begonnen. Bunte habe im vergangenen Jahr Pläne für den Post-Komplex vorgestellt. Baustart solle hier 2026 sein. „Es sind noch weitere Projekte in der Vorbereitung, die die Wirtschaft in Leer stärken werden“, betonte der Bürgermeister.

Auch die geplanten Investitionen der Stadt selbst sprach Horst an – darunter die Schulbauoffensive, den Ausbau des Logaer Wegs und Investitionen in die Feuerwehr. Die Kommunale Wohnungsgesellschaft werde zudem über verschiedene Projekte 44 neue Wohnungen schaffen. „Das entlastet mit Sicherheit den Wohnungsmarkt“, sagte Horst.

Projekte mussten von Wunschliste gestrichen werden

Zu Beginn der Haushaltsberatungen seien verschiedene Projekte auf der Wunschliste gewesen, „die wir uns derzeit aber nicht leisten können oder wollen“. Als Beispiele nannte er den Umbau der Ledastraße, die Neupflasterung der Großen Bleiche, aber auch die Sanierung der Fußgängerzone.

Im Hinblick auf die Haushaltslage sagte Horst auch, dass die Mittel zum Gestalten der Stadt immer weniger werden. Freiwillige Leistungen wie die Förderung von Kultur und Sport könne man sich nicht mehr leisten. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zum Mangelverwalter werden.“ In seiner Rede kritisierte er, dass es nicht sein könne, dass die Kommunen immer mehr für Leistungen zahlen müssen, die man auf Bundes- oder Landesebene festlege.

„Rechtsruck in Deutschland verhindern“

Er warb zudem dafür, dass man die Prozesse optimiere, Entscheidungswege und Genehmigungsverfahren verkürze. „Bei der Gesetzgebung der Zukunft muss es ein neues Miteinander der verschiedenen Ebene geben“, forderte der Bürgermeister. Das bedeute am Beispiel der Migration auch, dass nicht nur die Unterbringung betrachtet werde, sondern auch die Integration, Kita-Plätze und Sprachkurse. „Dabei sage ich auch deutlich. Wir brauchen auch Zuwanderung“, sagte er und verwies auf den Personalmangel der Unternehmen.

Der Bürgermeister sprach aber auch die gesellschaftliche Situation an. „Mein Eindruck ist, dass wir Deutschland gerade spalten“, sagte Horst mit Blick auf den Wahlkampf. „Das Gegenteil sollten wir tun.“ Der Holocaust-Überlebende und Ehrenbürger der Stadt, Albrecht Weinberg, war ebenfalls beim Neujahrsempfang. Er feiert am 7. März seinen 100. Geburtstag. Horst frage sich, womit man Weinberg eine Freude machen könnte. „Eine Verhinderung des Rechtsrucks in der Gesellschaft würde ich ihm gerne schenken“, sagte er. Das schaffe er aber nicht alleine. „Dafür brauche ich die Unterstützung vieler.“

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