Bildung auf der Insel  So steht’s um Borkums Schulen

| | 31.01.2025 06:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Borkums Inselschüler sind vielfach engagiert – Anfang 2023 zum Beispiel haben sie sich Gedanken über eine künftige Gestaltung des Kurviertels gemacht. Foto: Ferber
Borkums Inselschüler sind vielfach engagiert – Anfang 2023 zum Beispiel haben sie sich Gedanken über eine künftige Gestaltung des Kurviertels gemacht. Foto: Ferber
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Grundschule, Inselschule, Berufsbildende Schulen: Im Fachausschuss gab es Informationen aus erster Hand. Ein Überblick zu Schülerzahlen und Personal.

Borkum - Wenn der Borkumer Schulausschuss tagt, finden sich mehr oder weniger regelmäßig auch Sachstandsberichte der drei Schulen auf der Tagesordnung – so wie in dieser Woche. Den Anfang machte – nachdem Melanie Helms (SPD) einstimmig zur Stellvertreterin der Vorsitzenden Dr. Monika Harms (CDU/Grüne) gewählt worden war – Inselschulleiter Philipp Wenning.

Die Inselschule

230 Schülerinnen und Schüler besuchen momentan die Inselschule, berichtete Wenning. Dazu gebe es 23 Kollegen, wobei zwei Kolleginnen aus der Elternzeit zurückgekehrt seien. Eine der zwei zu diesem Halbjahr ausgeschrieben Stellen habe man zeitweise mit einem jungen Borkumer besetzen können. Das führe zu einer Unterrichtsversorgung von etwa 83 Prozent, so Wenning. Zum Vergleich: Laut Niedersächsischem Kultusministerium erreichte zum Stichtag am 15. August 2024 „die Unterrichtsversorgung einen landesweiten schulformübergreifenden Durchschnittswert von 96,9 Prozent“.

Im Schulausschuss wurde über die aktuelle Situation an Borkums Schulen berichtet. Foto: Ferber
Im Schulausschuss wurde über die aktuelle Situation an Borkums Schulen berichtet. Foto: Ferber

Auf Borkum schöpfe man meist aus „dem eigenen Pool“. „Das heißt, wenn wir junge Borkumer anstellen können, tun wir das. Das sichert uns momentan die Versorgung“, erklärte Wenning – und hatte gleich noch eine frohe Kunde im Gepäck: Zum ersten Mal dürfe man jetzt einen Referendar ausbilden. Das zeige, dass Vertrauen in die Arbeit an der Inselschule gesetzt werde – auch seitens des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung (RLSB) in Osnabrück.

„Es ist ein junger Mann aus Brauschweig, der sich bewusst für uns als Inselschule entschieden hat, weil wir eine kleine Schule sind, kleine Lerngruppen haben, wo er sein Konzept von Schule umsetzen kann“, blickt Wenning optimistisch auf die künftige Zusammenarbeit. Die funktioniere mit dem Schulsozialarbeiter bereits sehr gut, sodass man froh sei, ihn statt wie bisher mit einer Dreiviertel- nun mit einer vollen Stelle ausstatten zu können. „Er ist mit der wichtigste Mann im ganzen Haus.“ Wenn er nicht da sei, fehle das „Schmiermittel in einer gut geölten Maschine“. Philipp Wenning sprach überdies den großen Sanierungsstau im und am Gebäude an. So hätte unter anderem längst eine Fassadenrenovierung stattfinden sollen.

Die Inselschule sollte längst eine renovierte Fassade bekommen. Foto: Ferber
Die Inselschule sollte längst eine renovierte Fassade bekommen. Foto: Ferber

Die BBS

Christian Land, Leiter der Berufsbildenden Schulen (BBS) Borkum und online in der Sitzung zugeschaltet, berichtete von 14 neuen Auszubildenden im Gewerbe, acht in den kaufmännischen Berufen und drei Schülern in weiteren Bildungsgängen. „Wir haben insgesamt 76 Schüler, befinden uns nach einer Senke auf einem leicht steigenden Ast, trotzdem auf niedrigem Niveau. Das ist definitiv noch ausbaufähig“, so Lands aktuelles Resümee. Rund 20 Schülerinnen und Schüler seien derzeit in der Fachoberschule (FOS).

Zur weiteren Besetzung des Kollegiums sollen an der BBS zeitnah zwei Stellen ausgeschrieben werden – „einmal im Baubereich, alternativ auch Fahrzeug- oder Metalltechnik, und eine vermutlich im Wirtschaftsbereich“, präzisierte Land. Die halbe Stelle der Schulsozialarbeit spare man sich noch auf, um zu schauen, wie das beim von der Ortshandwerkerschaft mit initiierten Projekt „Azubi-Wohnen“ abläuft.

Weiterhin gebe es Planungen für Ausbildungen im Bereich Gastronomie auf der Insel. „Ab sieben Auszubildende generieren die Berufsschulen ein Teilbudget pro Bildungsgang und Jahr, ab dann wird es für sie interessant“, erklärte Christian Land. Auch für den Ausbildungsgang Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit gebe es Pläne. Der BBS-Leiter ging ebenso auf die jüngste Zertifikatsübergabe an 14 erfolgreiche Absolventen der Ausbildereignungsprüfung ein. Auch er habe die Rückmeldung von der Handwerksammer Aurich bekommen, „sie hätten selten einen so guten Jahrgang gehabt. Das finde ich ein tolles Lob“.

Christian Land (vorne links) bei der jüngsten Zertifikatsübergabe für den Ausbildereignungsschein. Foto: Ferber
Christian Land (vorne links) bei der jüngsten Zertifikatsübergabe für den Ausbildereignungsschein. Foto: Ferber

Die Grundschule

Meike Heil und Petra Müller aus dem Kollegium der Grundschule übernahmen den Sachstandsbericht für den verhinderten Leiter Jörg Deisinger. Demnach zählt die Grundschule derzeit 132 Schülerinnen und Schüler. Die größte Klasse habe im Moment 18 Kinder, die kleinste 14, bekomme jetzt zum Halbjahr jedoch „Nachwuchs“. „Mit etwas Sorge schauen wir auf die Schülerzahlen für das kommende Schuljahr. Mit derzeit 25 Anmeldungen sind wir unter der Teilungsgrenze von 28“, erklärte Meike Heil. Daran könne sich bis zum Sommer aber noch etwas ändern.

Das Personal bilden nach Angaben Heils derzeit neun Lehrkräfte und fünf pädagogische Mitarbeiter, von den Letzteren seien drei Landes- und zwei Stadtbedienstete. Um die Unterrichtsversorgung zu sichern und die Verlässlichkeit zu gewährleisten, müssten häufig zwei Klassen gleichzeitig betreut werden. Meike Heil sprach überdies über eine ehemalige Referendarin, die nun eine feste Teilzeitstelle und auch den Beamtenstatus erhalten habe. Zudem werde nach erfolgreich bestandenem Quereinstieg der Vertrag eines Kollegen zum Sommer in eine unbefristete Stelle umgewandelt.

Auch Borkums Schulen haben mit Herausforderungen zu kämpfen. Symbolbild: Hoppe/dpa
Auch Borkums Schulen haben mit Herausforderungen zu kämpfen. Symbolbild: Hoppe/dpa

Petra Müller berichtete von der Teilnahme an einem Modelprojekt für emotionale und soziale Erziehung. Dabei gehe es für die Klassen 1 bis 4 um die Themen Gefühle und Körperwahrnehmung, um ein soziales und interaktives Miteinander. Ähnliches steht bei einem neuen Schulfach im nächsten Schulhalbjahr im Mittelpunkt, etwa Achtsamkeit und Mitgefühl. „Wir haben die Beobachtung gemacht, dass mit der zunehmenden Digitalisierung diese Fähigkeiten bei den Kindern zunehmend weniger werden“, so Petra Müller.

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