Auswärtsmisere vom Titelanwärter Feldspieler im Tor – SpVg Aurich mit Nullnummer in Norden
Im 14. Ligaspiel stand der sechste Keeper im Tor. Viel hatte er nicht zu tun. Doch auch sein Gegenüber blieb ohne Gegentor. Nach dem Spiel gab es noch eine Rote Karte.
Norden - Der FC Norden hat in der Fußball-Bezirksliga am Freitagabend dem Spitzenteam SpVg Aurich ein 0:0 abgerungen. Und das auch noch in Unterzahl, nachdem Eugen Keller in der 56. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. „Wir haben es echt gut gemacht. Deshalb fühlt es sich ein wenig auch wie ein Sieg an“, sagte Nordens Trainer Thomas Jakobs. Sein Team gehört wie fast die halbe Liga zu jenen Mannschaften, die nach derzeitiger Lage um den Klassenerhalt kämpfen.
Bei den Aurichern herrschte nach dem nächsten nicht gewonnen Auswärtsspiel natürlich Enttäuschung. Sie hätten für eine Nacht auf Platz eins springen können. Aus den vergangenen drei Auswärtspartien gab es somit nur einen Punkt. „Das nimmt einen nach den wichtigen Heimsiegen natürlich immer etwas Euphorie und nervt uns“, sagte SpVg-Trainer Claudio Casto. Die Auricher Verantwortlichen forderten in zwei Szenen Elfmeter, den sie jeweils nicht bekamen. Torwarttrainer Werner Dirks sah nach dem Spiel die Rote Karte, weil er den Schiedsrichter verbal attackierte und anging.
6. Keeper im 14. Spiel
Der Platzverweis passt zur Torwart-Misere der Auricher. Denn nun ist Werner Dirks keine Alternative mehr für das nächste Spiel. Der 55-Jährige hatte schon in der Partie gegen den SV Großefehn am Reformationstag (3:0) das Tor gehütet, schied dann verletzt aus. Für ihn rückte die letzten Minuten dann Abwehrspieler Hendrik Schulz ins Tor. Genau jener Schulz musste nun in Norden von Beginn an als Torwart spielen. „Das ist der 6. verschiedene Keeper in der Startelf im 14. Spiel, das ist Wahnsinn“, sagte Claudio Casto. Im Winter soll deshalb etwas passieren.
Für die Partie in Norden fiel ihm somit seine komplette Dreierkette aus der vorherigen Partie aus, weil Milad Faqiryar im Urlaub weilt und Maximilian Beccard gelbgesperrt fehlte.
Sehr viel zu tun bekam die Defensive nicht, da Norden sich gegen die treffsicherste Offensive der Liga natürlich einen defensiveren Ansatz wählte. Das was aufs Tor kam, parierte Feldspieler Schulz souverän. Auf der anderen Seite musste Henning Dreier laut Nordens Trainer Thomas Jakobs auch nicht all zu oft sehr brenzlige Situationen vereiteln. „Wir haben das im Team super verteidigt. Ein großes Kompliment an die Mannschaft.“ Die Auricher kombinierten bis zum Strafraum gefällig, kamen danach aber nicht oft weiter durch.