Ausbildungsentschädigung für Profi  Dank Lasse Rosenboom – 40.000 Euro für TuS Holtriem

| | 01.11.2024 11:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Lasse Rosenboom klatscht mit den Fans nach dem überraschenden 2:2 in Leverkusen ab. Foto: Imago/Sven Simon
Lasse Rosenboom klatscht mit den Fans nach dem überraschenden 2:2 in Leverkusen ab. Foto: Imago/Sven Simon
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Lasse Rosenboom hat bei Holstein Kiel den Sprung in den Profifußball geschafft. Sein Heimatverein TuS Holtriem freute sich im Sommer über eine stattliche Summe, auch der FC Norden profitierte.

Holtriem/Kiel - Groß war die Freude bei Lasse Rosenboom, als er 2023 beim damaligen Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel seinen ersten Profivertrag unterschrieb. In der vergangenen Spielzeit jubelte er mit den „Störchen“ über den Bundesliga-Aufstieg und wurde am 31. August im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg der 14. ostfriesische Erstliga-Spieler.

Auch in seiner Heimat gab es im August dieses Jahres einen Anlass zur großen Freude. Denn vor allem sein langjähriger Jugendverein, der TuS Holtriem, durfte sich im Sommer über eine sehr ansehnliche Überweisung von der Deutschen Fußball-Liga freuen. Schon seit Jahren gibt es im deutschen Fußball eine sogenannte Ausbildungsentschädigung für die Vereine, in denen die Profispieler ihre ersten Schritte machten.

So viel bekam Holtriem im Sommer

Lasse Rosenboom kickte von 2006 bis 2015 im Alter von vier bis 13 Jahren für den Verein aus Westerholt. Durch seinen Profivertrag in der zweiten Bundesliga war der Verein bereits zuteilungsberechtigt. Wie Holtriems Vorsitzender Christian Keck gegenüber unserer Zeitung erklärte, habe der Verein im August eine Überweisung von rund 36.000 Euro erhalten. Ein Jahr zuvor hatte der Fußball-Bezirksligist den Antrag gestellt.

Holtriems Vorsitzender Christian Keck möchte den Großteil der Summe in die Jugendarbeit investieren. Foto: Privat
Holtriems Vorsitzender Christian Keck möchte den Großteil der Summe in die Jugendarbeit investieren. Foto: Privat

Die DFL hat die Summen Ende des letzten Jahres noch einmal angehoben. Die Höhe der Zahlung beträgt für die Spielzeiten des 6. bis 11. Geburtstags jeweils 5.250 Euro und für die Spielzeiten des 12. bis 21. Geburtstags jeweils 6.750 „Das ist für einen Mehrspartenverein wie den TuS Holtriem natürlich eine ganz tolle Summe. Ich zitiere mal Uli Hoeneß: Das Geld liegt noch auf dem Festgeldkonto, oder besser Tagesgeldkonto. Wir werden es in erster Linie für die Jugendarbeit verwenden“, erklärte Keck, der seit Juni 2023 Vorsitzender des 900 Mitglieder starken Vereins ist. „Lasse hat im Sommer spontan ein Jugendtraining bei uns geleitet. Das ist eine ganz tolle Familie, alle auf dem Boden geblieben“, freut sich Keck über die Entwicklung des ehemaligen Jugendspielers.

Es gab schon eine vorherige Zahlung

Schon vor einigen Jahren gab es für den TuS Holtriem mal eine Ausbildungsentschädigung. Damals lag die Summe bei rund 4.500 Euro und wurde für die Nominierungen in die U-Auswahlmannschaften des DFB gezahlt. Rosenboom spielte von 2018 bis zu seinem Wechsel nach Kiel für die Nachwuchsmannschaften von Werder Bremen und später für die zweite Mannschaft. Somit durfte sich Holtriem insgesamt über gut 40.000 Euro freuen.

Lasse Rosenboom (rechts) jubelte hier im Holtriemer Trikot mit Mika Niehuisen, mit dem er immer noch sehr gut befreundet ist. Foto: Privat
Lasse Rosenboom (rechts) jubelte hier im Holtriemer Trikot mit Mika Niehuisen, mit dem er immer noch sehr gut befreundet ist. Foto: Privat

An seinen freien Wochenenden schaut Rosenboom regelmäßig in seiner Heimat bei seinen Eltern in Willmsfeld (Landkreis Wittmund) vorbei und ist dann teilweise auch noch Zuschauer bei den Spielen des TuS Holtriem. „Natürlich freue ich mich sehr, dass auch mein Jugendverein von meiner Entwicklung ein bisschen profitiert. Die Verbindung zum Verein ist immer noch ganz eng, meine ganze Familie ist dem Klub ja auch sehr eng verbunden, mein Vater war da früher Trainer. Zudem spielt mit Kim Böning mein bester Kumpel immer noch in Holtriem“, freut sich Rosenboom, der auch beim Holtriemer Winter-Cup regelmäßig als Zuschauer zu Gast ist.

Der Bundesligaspieler schaute im vergangenen Sommer spontan bei seinem Jugendverein TuS Holtriem vorbei und leitete ein Nachwuchstraining. Foto: Privat
Der Bundesligaspieler schaute im vergangenen Sommer spontan bei seinem Jugendverein TuS Holtriem vorbei und leitete ein Nachwuchstraining. Foto: Privat

In der Länderspielpause am 12. Oktober schaute er sich in seiner Heimat dann aber den Auftritt seines Bruders Finn mit dem TuS Esens bei BW Borssum an. Mit im Schlepptau hatte Rosenboom auch die beiden Kickers-Spieler Tim Dietrich und Janek Siderkiewicz. Vor allem mit Tim Dietrich ist Rosenboom seit der gemeinsamen Zeit in Bremen sehr eng befreundet.

Auch der FC Norden profitiert

Aber nicht nur der TuS Holtriem durfte sich über eine Ausbildungsentschädigung freuen. Auch der FC Norden wurde von der DFL mit einer Entschädigungssumme bedacht. Nach seiner Zeit in Holtriem spielte Rosenboom noch von 2015 bis 2016 für den JFV Norden. Der „Jugendförderverein“ ist mittlerweile aufgelöst, als Nachfolgeverein fungiert der FC Norden. Und wie Vorsitzender Christof Bruns erklärte, ist in Norden im August eine Summe in Höhe von 5250 Euro eingegangen.

Für Rosenboom (4 Einsätze) geht es jetzt erst einmal darum, mit Holstein Kiel (17. Tabellenplatz, 2 Punkte) den Klassenerhalt in der Bundesliga zu schaffen.

Es könnte noch Nachschläge geben

Auch wenn es nur eine Spielerei und noch ein sehr weiter Weg ist: Für seine Jugendvereine könnte es bei einer internationalen Karriere von Rosenboom sogar noch Nachschläge für die Ausbildung geben. Dann müsste Rosenboom allerdings zu einem anderen internationalen Verband wechseln. Der damalige Viertligist RW Essen bekam 2013 für den Wechsel von Mesut Özil (fünf Jugendjahre in Essen) von Real Madrid zu Arsenal London (Ablösesumme: 50 Millionen Euro) die Wahnsinnssumme von 750.000 Euro als Ausbildungsentschädigung.

Für Rosenboom geht es nach der 0:3-Pokal-Niederlage in Köln am Dienstag aber erst einmal mit dem Heimspiel gegen Heidenheim weiter.

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