Bilder aus 60 Jahren So hat sich Leffers in Leer verändert
Leffers ist das größte Modehaus in Leer. Als es vor 60 Jahren gebaut wurde, sah das Gebäude noch ganz anders aus. Ein Rückblick auf Mode, Umbauten und eine besondere Scooter-Autogrammstunde.
Leer - Als Jakob Mann mit seinem Sohn Hansjörg am 2. Oktober 1964 das Modegeschäft „Gebrüder Leffers“ in der Mühlenstraße eröffnete, fuhr noch der Autoverkehr direkt vor dem Gebäude entlang. Erst zehn Jahr später wurden die Fahrzeuge verbannt, die Fußgängerzone entstand. Jetzt – 60 Jahre später – feiert das Modehaus Leffers in Leer Jubiläum.
„Die Familie Mann hat sich damals einen strategisch guten Platz ausgesucht“, sagt Leffers-Geschäftsführer Johannes Poppen. Pünktlich zum Jubiläum war er Ende August aus seinem Ruhestand zurückgekommen, nachdem sein Nachfolger Andreas Fricke das Haus verlassen hatte. Poppen hatte Leffers bereits von 2000 bis 2020 geführt. An der Stelle, wo heute das Modegeschäft steht, befand sich vorher der Laden von Eisenwarenhändler Bernhard Boelsen. Das Gebäude wurde für den Neubau abgerissen.
Stoffe, Teppiche und Gardinen gab es bei Leffers
Das Angebot von Leffers unterschied sich in den Anfangsjahren deutlich zu späteren Jahren. „Mit Stoffen und Kittelschürzen sind wir beispielsweise gestartet“, sagt Poppen. Das seien damals auch die stärksten Waren gewesen. Es habe in den ersten etwa 20 Jahren eine Teppich- und eine Gardinenabteilung gegeben. „Das wurde dann aber nach und nach weniger“, sagt Poppen.
Damals habe die Marke der Produkte noch nicht die große Rolle gespielt, wie es heute der Fall sei. „Heute muss die Ware auch inszeniert werden“, sagt Poppen. Es gehe um das Einkaufserlebnis. Früher habe es hingegen viel mehr Rundständer im Laden gegeben. Damals sei es eher um Masse gegangen, mit sehr viel Auswahl.
„Gebrüder Leffers“ wurde 1928 in Oldenburg gegründet
Die Anfänge des Modehauses Leffers liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Damals machte sich Wilhelm Leffers als Kaufmann im emsländischen Steinbild selbstständig. Seine Söhne Georg und August Leffers eröffneten im Oktober 1928 in Oldenburg den ersten Laden unter dem Namen „Gebrüder Leffers“. Sechs Jahre später übernahm Jakob Mann die Geschäftsleitung. In Leer war von 1966 bis 2000 Hermann Vormoor Geschäftsführer. Im Anschluss übernahm Johannes Poppen.
In all den Jahren gab es zahlreiche Umbauten. So wurde 1976 ein Pavillon in der Mühlenstraße gebaut. Dieser blieb bis 2007 dort stehen. 1979 gab es den ersten größeren Umbau mit einer Verdopplung der Verkaufsfläche. 1982 wurde in Richtung Bahnhofsring angebaut. 1988 wurde eine neue Rolltreppenanlage eingebaut sowie das Wäschehaus „Vis a Vis“ eröffnet, das sich auf der anderen Straßenseite des Bahnhofsrings befand.
Glasfassade entstand 2007
1995 erfolgte dann ein großer Umbau. Das Modehaus wurde um eine Etage aufgestockt, die Verkaufsfläche damit um 1000 Quadratmeter erhöht. In den folgenden Jahren wurde der Bahnhofsring, auf dem viele Jahrzehnte der Autoverkehr direkt an Leffers vorbeiführte, umgebaut. Die Autos verschwanden dort. Der Mühlenplatz entstand. Im Jahr 2007 wurde das Modehaus noch einmal umfangreich aus- und umgebaut. Das Gebäude bekam die heutige Glasfassade, die Verkaufsfläche wurde von 4200 auf 5000 Quadratmetern erhöht. Die Wäsche- und Strumpfabteilung wurde wieder in das Hauptgeschäft geholt.
Ab Anfang 2023 wurde schließlich das ehemalige Schuhhaus Bockstiegel integriert. Die Verkaufsfläche erreichte nun 6000 Quadratmeter. Eine weitere Erhöhung ist laut Johannes Poppen allerdings nicht geplant. Zu Leffers gehören allerdings fünf Stores in der Innenstadt sowie zwei im Ems-Park. 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Leer beschäftigt. Insgesamt hat Leffers laut Poppen 700.
Scooter-Autogrammstunde lief aus dem Ruder
Neben der Mode bleibt Johannes Poppen eine Aktion besonders in Erinnerung. Kurz nach dem Umbau im Jahr 1995 hatte er die Idee, das Techno-Trio Scooter um den gebürtigen Leeraner H.P. Baxxter alias Hans-Peter Geerdes für eine Autogrammstunde ins Modehaus zu holen. „Wir dachten, es kommen so etwa 100 junge Menschen“, sagt Poppen. Er habe in einer Besprechung gesessen, als eine Mitarbeiterin reinkam, um zu sagen, dass das gesamte Gebäude voller Menschen sei. Die Rolltreppen seien schließlich ausgeschaltet worden. „Die Menschen standen an der schon wackelnden Glasbrüstung“, sagt Poppen. „Ich habe gedacht, das ist jetzt meine letzte Stunde.“
Man habe schließlich mit Lautsprechern durchgesagt, dass die Autogrammstunde draußen stattfinde. „Da flogen die jungen Leute quasi die Rolltreppe runter“, sagt der Geschäftsführer. Alle seien bei strömendem Regen rausgegangen. „Wir haben dann die Türen abgeschlossen“, sagt Poppen. Durch einen Nebeneingang habe man das Scooter-Trio zum Bahnhof gebracht. „Wir sind gerannt“, sagt der Geschäftsführer. Hunderte seien hinterhergelaufen.
„Der Handel ist immer im Wandel“
„Ich hatte richtig Ärger“, erinnert sich der Geschäftsführer. Scooter habe ihm noch einige Autogrammkarten in die Hand gedrückt, um die Menschen zu beruhigen. Das Modehaus blieb geschlossen. Der Umsatz sei nicht gut gewesen. „Das ist mir daneben gegangen“, sagt Poppen.
Das Jubiläum hingegen wird derzeit mit verschiedenen Aktionen für die Kunden gefeiert. „Es hat sich viel verändert in den letzten 60 Jahren“, sagt der Leffers-Geschäftsführer. Das werde auch so weiter gehen. „Der Handel ist immer im Wandel.“