Kickers erwartet Spitzenreiter Havelse  Personal, Euphorie, Tickets – so ist die Lage vor dem Topspiel

| | 18.10.2024 19:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viel zu jubeln hatte diese Saison auch schon der BSV Kickers Emdern um Kapitän Tido Steffens (Mitte). Foto: Doden/Emden
Viel zu jubeln hatte diese Saison auch schon der BSV Kickers Emdern um Kapitän Tido Steffens (Mitte). Foto: Doden/Emden
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Die Partie am Samstag um 18 Uhr wird mit Spannung erwartet. Die Vorfreude auf beiden Seiten ist groß. Weshalb es schon Gratulationen vor dem Spiel gibt und der Gast manchmal wie ein Bundesligist ist.

Emden - Kickers Emden dürfte an diesem Wochenende einige Fans mehr in der Fußball-Regionalliga Nord haben. Die Ostfriesen können mit einem Heimsieg im Topspiel gegen den souveränen Tabellenführer TSV Havelse das Rennen an der Tabellenspitze wieder etwas spannender machen – für einige ambitionierte Konkurrenten. Und natürlich auch für sich selbst. Zum Topspiel zwischen dem Tabellendritten aus Emden und Tabellenführer aus Garbsen werden am Samstag, 19. Oktober, mehr als 3000 Zuschauer erwartet. Anstoß im Ostfrieslandstadion ist um 18 Uhr.

Die Ausgangslage

Der TSV Havelse legte den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hin, gewann die ersten neun Ligaspiele allesamt. „Das ist außergewöhnlich“, sagt Emdens Trainer Stefan Emmerling anerkennend. Es folgte beim VfB Lübeck (2:2) der erste Punktverlust und im nächsten Spiel beim SV Meppen in Unterzahl die erste Niederlage (0:4). Doch ein Einbrechen ist nicht zu erkennen: Danach gab es zwei Heimsiege und zwischenzeitlich eine Niederlage in Ottensen (0:3). Havelse hat vor der Reise nach Emden sieben Punkte Vorsprung auf den Zweiten SV Drochtersen/Assel, acht auf den Dritten Kickers Emden.

Florian Riedel (links) gehört den absoluten Leistungsträgern in Havelse. Er ist auch Sportdirektor des TSV. Foto: Imago
Florian Riedel (links) gehört den absoluten Leistungsträgern in Havelse. Er ist auch Sportdirektor des TSV. Foto: Imago

Für die beiden Kontrahenten ist es also ein „Sechs-Punkte-Spiel“ – um kurz vor 20 Uhr werden Havelse und Emden bei gleicher Spielzahl elf, acht oder fünf Punkte trennen. Dennoch sagt Havelses Führungsspieler und Sportdirektor Florian Riedel: „Für mich ist die Partie nicht richtungsweisend. Die Liga ist so eng, da kann man jede Woche gewinnen oder verlieren.“ Und auch Stefan Emmerling hat den Rechenschieber nicht hervorgeholt. „Wir freuen uns einfach auf dieses tolle Spiel und versuchen die Euphorie in eine gute Leistung zu transportieren und zu gewinnen. Dabei haben wir nicht die Punkteabstände im Kopf.“

Der Rahmen

Samstagabend, Flutlicht, volle Ränge – die Voraussetzungen für einen tollen Fußballabend in der 4. Liga sind gegeben. Am Freitagnachmittag waren rund 1800 Karten im Vorverkauf abgesetzt gewesen. „Damit liegen wir in dem Bereich, dass wir von wieder mehr als 3000 Zuschauern ausgehen können“, sagt Kickers-Marketingchef Nils Janzen.

Die Stadiontore und Tageskassen öffnen schon um 16.30 Uhr. Foto: Doden/Emden
Die Stadiontore und Tageskassen öffnen schon um 16.30 Uhr. Foto: Doden/Emden

Die 720 Sitzplatz-Karten waren bereits Mitte der Woche vergriffen. Stehplätze sind noch ausreichend vorhanden, die Tageskassen öffnen um 16.30 Uhr. „Ich habe gehört, dass viele Zuschauer kommen werden. Das ist auch der Lohn für die gute Saison und die Euphorie, die unsere Mannschaft wieder erzeugt hat“, sagt Emmerling.

Der TSV Havelse

Kein Konkurrent nannte die Havelser im Sommer bei der Umfrage der Titelfavoriten. „Jetzt sind sie momentan die stärkste Mannschaft der Liga. Sie stehen hinten sehr stabil, spielen einfach nach vorne, sind vorne effektiv und haben auch einige starke Einzelspieler“, lobt Kickers-Trainer Stefan Emmerling den Gegner, der laut eigenen Angaben mit rund 200.000 Euro den kleinsten Etat der Liga habe. Laut Sportdirektor Florian Riedel ging es deshalb in der sehr ausgeglichenen Liga zunächst mal darum, die 40 Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln – das kann Ende Oktober schon der Fall sein.

Tipp

Emden - Havelse 3:2. Alles ist in diesem Spiel möglich. Nach den zwei jüngsten Heimsiegen und dem Ende einer kleinen Heimmisere sollte das Ostfrieslandstadion wieder zur Festung werden. 18 Siege am Stück gab es dort letzte Saison. Mit den Fans im Rücken könnte es daher zum Emder Sieg reichen.

„Nun sind wir da vorne und wollen natürlich auf der Welle auch weiter reiten.“ Der Klub, der mit wenigen Mitteln viel erreicht, versucht das Maximale herauszuholen. Riedel umschreibt das Training mit Intensität, Videoanalyst, Physiotherapeut und Athletik-Trainer so: „In den zwei Stunden auf dem Platz arbeiten wir wie ein Bundesligist.“

Die Lage bei Kickers

Bis auf Felix Boelter (muskuläre Probleme) sind alle Mann an Deck. Die bittere 1:3-Pleite beim VfB Lübeck, die durch zwei grobe individuelle Schnitzer eingeleitet wurde, ist aufgearbeitet. Stefan Emmerling ließ – wie immer – offen, ob es zu Veränderungen in der Startelf kommen könne. „Wir haben in 14 Spielen 26 Punkte gesammelt und damit auch vieles bisher richtig gemacht.“

Der BSV Kickers Emden setzt auf seine Fans und den Heimvorteil. Foto: Doden/Emden
Der BSV Kickers Emden setzt auf seine Fans und den Heimvorteil. Foto: Doden/Emden

Das sieht auch Havelses Florian Riedel so. Dass es Mitte Oktober beim Duell Emden gegen Havelse zum Spiel zwischen dem Dritten und Ersten kommen würde, hätte vor der Saison niemand erwarten können. „Insofern können sich beide Mannschaften vor dem Spiel schon mal gegenseitig gratulieren.“

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