Germania ist weiter punktlos 2:4 nach 2:1 – Leer schnupperte an einer Überraschung
Ausgerechnet gegen den Titelfavoriten SV Holthausen-Biene durfte Germania am Freitag plötzlich vom ersten Erfolg im achten Spiel träumen. Doch der Gäste-Trainer sorgte mit drei Wechseln für die Wende.
Leer - Nach sieben Niederlagen zum Start hätte das Schlusslicht Germania Leer am Freitagabend seinen ersten Punkt fast gegen den Vizemeister, Bezirkspokalsieger und Titelfavoriten geholt. Aber eben nur fast. Der Fußball-Landesligist verlor nach einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung vor 150 Zuschauern gegen den SV Holthausen-Biene mit 2:4. Die Gäste wendeten durch drei Joker-Tore große Katerstimmung vor dem Highlight-Spiel am Dienstag im Verbandspokal-Viertelfinale gegen den SV Atlas Delmenhorst gerade noch so ab.
„Das war eine tolle und leidenschaftliche Leistung meiner Mannschaft. Wir hatten zwischenzeitlich das Spiel sogar gedreht, konnten den Vorsprung aber nicht bis zum Ende halten, weil wir bei den Gegentoren große Fehler gemacht haben“, sagte Leer-Trainer Erhan Colak.
Gäste sind überlegen
Zur Pause lagen die Ostfriesen 0:1 zurück. Nach einer Ecke von David Elfert war Gäste-Kapitän Fabian Thole am zweiten Pfosten völlig frei und nickte ein (12.). Die Halbzeitführung war völlig verdient, weil die Gäste wie zu erwarten spielbestimmend waren und auch die klareren Chancen besaßen. Kurz vor dem 0:1 verpasste Philipp Elfert eine scharfe Hereingabe knapp, kurz danach lief Johannes Wintermann nach einem Germania-Fehlpass alleine auf das Tor zu und schoss den Ball aber über den Kasten. Bei der vierten Biene-Möglichkeit rettete Leer-Verteidiger Marvens Sabbat in höchster Not (19.).
Viel mehr ließen die mit einer Fünferkette aufmerksam verteidigenden Gastgeber aber nicht zu. Selbst besaß man aber nur eine Möglichkeit, per Seitfallzieher von Parfalt Yobouet neben das Tor.
Plötzlich steht es 2:1
Neun Minuten nach Wiederanpfiff war die Partie plötzlich gedreht. Nach einer Gäste-Chance und einem Gäste-Abseitstor traf Kapitän Nick Kaßmann mit einem Schuss ins lange Eck aus 17 Metern zum 1:1 (50.). Und Leer legte schnell das 2:1 nach (54.). Der von Egor Cesnocov toll freigespielte Daniel Butau ließ sich die Chance nicht nehmen. Eine Sensation lag nun in der Luft.
Spieldaten
Germania: Demhartner; Yobouet, Torres, Fomychov (46. Gliga), Kruth, Antonenko, Kaßmann, Nazari (86. Sanchez), Butau, Cesnocov, Sabbat.
Tore: 0:1 Thole (12.), 1:1 Kaßmann (50.), 2:1 Butau (54.), 2:2 Schallock (74.), 2:3 Mentrup (75.), 2:4 Mentrup (82.).
Doch dann schlug der Gast, der zweimal nacheinander den Oberliga-Aufstieg knapp verpasst hatte, nach einem Dreifachwechsel zu und drehte das Spiel in zwei Minuten wieder in seine Richtung. Trainer Henning Schmidt war bis dahin hörbar unzufrieden, dass seine Mannschaft es hatte so schleifen lassen.
Drei Joker-Tore
Der eingewechselte Justin Schallock traf zunächst mit einem abgefälschten Schuss zum 2:2 (74.), der zweite Joker Marcel Mentrup ließ direkt das 2:3 folgen (75.). Beide Male gab es im Germania-Strafraum auch wilde Abwehraktionen, die Colak später als „Geschenke“ bezeichnete. Mit seinem zweiten Treffer und dem dritten Biener Joker-Tor sorgte Mentrup dann aus 16 Metern für das 2:4 und die Entscheidung.
Am kommenden Spieltag hat Germania wieder ein Heimspiel, das dritte in Folge. Am Sonntag, 29. September, ist der Mitaufsteiger und Tabellenvorletzte Bad Bentheim zu Gast.