Auch Aurich siegt in Unterzahl  Spektakel in Middels endet mit 4:3 gegen Pewsum

| | 19.09.2024 13:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 7 Minuten
Geraldo Agbodoh (rechts) eröffnete den Torreigen in Middels mit dem 1:0 der Gastgeber. Foto: Doden, Blomberg
Geraldo Agbodoh (rechts) eröffnete den Torreigen in Middels mit dem 1:0 der Gastgeber. Foto: Doden, Blomberg
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Der Gastgeber schießt in 30-minütiger Unterzahl zwei Tore. Der Rotsünder leistet sich beim Vom-Platz-Gehen eine weitere Tätlichkeit. Insgesamt fanden Mittwoch sieben Spiele statt. Das passierte alles.

Ostfriesland - Viel los war am Mittwochabend beim ersten Wochentagsspieltag in der Fußball-Bezirksliga. In Middels gab es ein 100-Minuten-Spektakel, das der Gastgeber gegen den TuS Pewsum 4:3 gewann. Die Teams aus Aurich festigten ihre Spitzenplätze: Wallinghausen (2.) durch ein 1:0 gegen TuRa 07 Westrhauderfehn, die SpVg Aurichn (3.) durch ein 3:0 gegen Holtriem. Im Tabellenkeller geht die Aufholjagd der Larrelter nach einem 2:1 gegen Bunde weiter.

SpVg Aurich – TuS Holtriem 3:0 (0:0)

Nach zwei späten Unentschieden in Hage und gegen Pewsum sowie vor allem dem 1:3 in Esens wollte Trainer Claudio Casto eine Reaktion seiner Mannschaft sehen, wechselte die Startelf auch auf fünf Positionen. Doch schlechter hätte die Partie kaum starten können. Nach einem zu kurzen Rückpass des gerade wiedergenesenen Kapitäns Stanislav Geis kam Torwart Julien Schreitling gegen den heranstürmenden TuS-Stürmer Thorsten Lettau zu spät und foulte ihn. Notbremse, Rote Karte, Ersatzkeeper eingewechselt für Feldspieler – und das alles schon in der achten Minute. „Man denkt, was passiert hier gerade. Da mussten wir uns erstmal schütteln“, so Casto.

Doch die Gäste spielten weiter zunächst abwartend, überließen den Aurichern das Spiel. Die trafen dann nach torloser erster Halbzeit Sekunden nach Wiederanpfiff und einem schönen Angriff durch Dirk Frerichs zum 1:0. „Das war dann der Brustlöser“, sagte Casto, der mit der Leistung seines Teams zufrieden war. Das legte schnell das 2:0 durch einen tollen Kopfball von Keno Buß nach (53.). Mit dem 3:0 von Buß per Elfmeter nach Foul an Jan Sabath (68.) war die Partie dann entschieden, da die Holtriemer Offensivaktionen auch nicht zwingend genug waren. „Wir haben trotz mehr als 80-minütiger Unterzahl auch in der Höhe verdient gewonnen.“

Tore:1:0 Frerichs (46.), 2:0, 3:0 Buß (53./ Foulelfmeter, 68.).

TuS Middels – TuS Pewsum 4:3 (1:1)

„Endlich machen wir die Tore mal“, freut sich der Middelser Trainer Tobias Ryl. In den vergangenen Spielen haderte er oft mit der Chancenverwertung, sodass nach sieben Spielen nur sechs eigene Treffer zu Buche standen. Gegen den Ostfriesland-Cup-Sieger Pewsum gelangen am Mittwoch vier Treffer, die drei Punkte bescherten. Nach einer ereignisarmen halben Stunde ging Middels mit der ersten guten Torchance in Führung: Geraldo Agbodoh staubte nach einem Schuss von Glen Sokoli ab. Ein von Brayan Aspriller verwandelter Foulelfmeter sorgte für ein leistungsgerechtes 1:1 zur Pause. Unmittelbar nach der Pause schloss Henning Corell eine schöne Direkt-Kombination mit dem 2:1 für die Gastgeber ab. Asprilla glich nach einem scharf getretenen Freistoß erneut aus (59.). Das Spiel wurde hitziger. Middels’ Innenverteidiger Vaja Ivaniadze sah für eine Tätlichkeit an Asprilla Rot und trat dann beim Vom-Platz-Gehen dem am Boden liegenden Pewsumer noch absichtlich auf die Wade (70.). Danach kam es zur kurzen Rudelbildung. In Unterzahl schoss Middels drei Tore, wovon eines wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nicht zählte. Ein erneut von Asprilla verwandelter Foulelfmeter bildete den Schlusspunkt einer unterhaltsamen Partie, die erst nach 100 Minuten endete.

Tore: 1:0 Agbodoh (31.), 1:1 Asprilla (Foulelfmeter, 41.), 2:1 Corell (47.), 2:2 Asprilla (59.), 3:2 Kiasuva (78.), 4:2 Eigentor Visser (90. +5), 4:3 Asprilla (Foulelfmeter, 90. +8).

Germania Wiesmoor – Concordia Ihrhove 2:1 (1:0)

Es bleibt dabei: Spiele mit Beteiligung von Germania Wiesmoor sind immer spannend. Vier Ligaspiele gingen unentschieden aus, vier endeten mit einem Tor Unterschied. Am Mittwoch im Ottermeerstadion durften die Germanen nach einer Durststrecke von fünf sieglosen Spielen in Folge mal wieder einen Sieg bejubeln. „Das war heute eine gute Mannschaftsleistung und eine Steigerung zum 1:1 am Wochenende in Holtriem. Die Bereitschaft war da, die Stimmung gut“, sagte Wiesmoors Trainer Jürgen Zimmermann. Mit der dritten guten Chance gingen die Gastgeber in Führung, René Otto traf auf Vorlage von Stefan Lourens ins lange Eck (26.). Benjamin Lünemann erzielte den Ausgleich, weil sein recht zentraler Abschluss Wiesmoor-Keeper Tim Barth durchrutschte (53.). Der Treffer beflügelte die Concorden. Inmitten der Druckphase der Gäste brachte Jan Grotlüschen die Wiesmoorer wieder in Führung – erneut lieferte Lourens, der perfekt durchsteckte, den Assist (66.). Weil Leon Zimmermann die Riesenmöglichkeit zum 3:1 ausließ, mussten die Wiesmoorer bis zum Abpfiff noch um die drei Punkte bangen.

Tore: 1:0 Otto (26.), 1:1 Lünemann (53.), 2:1 Grotlüschen (66.).

Marten Hoffmann (Mitte) brachte Larrelt gegen Vizemeister Bunde in Führung. Kapitän Torsten Mammen war einer der ersten Gratulanten. Foto: Doden, Emden
Marten Hoffmann (Mitte) brachte Larrelt gegen Vizemeister Bunde in Führung. Kapitän Torsten Mammen war einer der ersten Gratulanten. Foto: Doden, Emden

SF Larrelt/Frisch Auf Wybelsum – TV Bunde 2:1 (1:0)

Die Emder haben nach fünf Pleiten zum Start ihr Punktekonto binnen zwölf Tagen von null auf sieben hochgeschraubt. „Das tat gut“, sagt Trainer Marten Sandmann. „Es war vorher auch nicht alles schlecht. Wir wussten, dass wir bald punkten werden.“ Nach dem 2:1 gegen Ihrhove und 3:3 in Westrhauderfehn hatten die Larrelte beim Aufwärmen aber eine schlechte Nachricht zu verdauen. Der an der Kapsel verletzte Torwart Marc Weddermann wollte es versuchen, musste dann aber abwinken. Der zweite Keeper Keno Schmidchen hatte Spätschicht, Routinier und „Feuerwehrmann“ Sascha Weets eine Familienfeier. Also trat der Notfallplan in Kraft: Co-Trainer Patrick Bygus ging in die Kiste. „Er ist im Training manchmal im Tor, hat da ein gewisses Talent. Und wir wollten seinen starken linken Fuß dann auch für den Spielaufbau nutzen.“ In der ersten Halbzeit resultierten daraus aber kaum Chancen, aber auch nicht auf Bunder Seite. Beide Defensivreihen standen gut. Dass der Gastgeber dennoch 1:0 führte, lag an einem abgefälschten 20-Meter-Schuss von Marten Hoffmann, bei dem sich der Ball über den Bunder Keeper senkte.

„In der zweiten Halbzeit waren wir dann richtig gut dabei, hatten auch verdient das 2:0 gemacht und leider nicht das Spiel entschieden“, analysierte Marten Sandmann. Dem 2:0 von Nils Boekholder folgte nicht das 3:0, sondern in der 81. Minute der Anschusstreffer durch Christoph Buse. „Danach wurde es nochmal spannend. Bunde hatte viele gefährliche Standards.“ Doch Larrelt verteidigte alles weg und siegte – auch dank Co-Trainer Bygus, der beim Stand von 2:0 eine Glanzparade zeigte und einen Treffer verhinderte.

Tore: 1:0 Hoffmann (17.), 2:0 N. Boekholder (61.), 2:1 C. Buse (82.).

Christoph Buse (links) traf für Bunde zum 1:2-Anschlusstor in Larrelt. Zu mehr reichte es nicht mehr. Foto: Doden, Emden
Christoph Buse (links) traf für Bunde zum 1:2-Anschlusstor in Larrelt. Zu mehr reichte es nicht mehr. Foto: Doden, Emden

SV Wallinghausen – TuRa 07 Westrhauderfehn 1:0 (1:0)

Der SVW bleibt zuhause eine Macht, feierte im fünften Spiel den fünften Sieg. „Der war besonders wegen der ganz starken 30 Minuten nach dem Wechsel hochverdient und hätte höher als 1:0 ausfallen müssen“, meinte SVW-Trainer Jurek Klukowski. In dieser Phase habe der Gastgeber viele Chancen gehabt, Pfosten getroffen, den Torwart, das Außennetz – aber eben nicht das Tor. Das gelang in der ersten Halbzeit kurz vor dem Pausenpfiff nur Kevin Genske, nachdem der Gast einen zu kurzen Rückpass gespielt hatte. Zuvor sei auf beiden Seiten nicht so viel passiert, so Klukowski. TuRa war zu Beginn optisch überlegen gewesen. Der SVW schaute, was der Gegner so anbietet. Ab der 30. Minute habe auch sein Team mehr gemacht.

Der Chancenwucher in den starken 30 Minuten nach Wiederanpfiff hätte sich in der Schlussviertelstunde fast gerächt, auch wenn der Gast keine ganz klare Ausgleichschance gehabt hätte. Der Gastgeber überstand die Schlussphase auch deshalb schadlos, weil Torwart Julian Ahlers eine ungemeine Präsenz im Strafraum gehabt hatte.

Tor: 1:0 Genske (43.).

FC Norden – SV Hage 0:0

Wie schon im März endetet auch diesmal das umkämpfte Derby unentschieden. Das ist durchaus leistungsgerecht. Mit 400 Zuschauern war die Kulisse stattlich. Doch den Gekommenen wurde magere Fußball-Kost geboten. In der ersten Halbzeit gab es kaum nennenswerte Szenen. Die Gäste aus Hage tauchten durch Keno Hinrichs und Tammo Barkhoff vor dem Norder Tor auf, waren mit ihren Abschlüssen aber nicht erfolgreich.

Nach dem Seitenwechsel wurden beide Mannschaften ein wenig zielstrebiger, ließen aber letztendlich die Genauigkeit vermissen. Es ist das Manko, dass sich die bisherige Spielzeit bei beiden durchzieht. Auf Norder Seite sorgte allen voran Djoume Conde für Gefahr. Doch die Norder Heimelf bleibt bei vier Saisontoren stehen. Durch die Nullnummer bleiben die Norder einen Zähler vor den Hagern.

TuS Strudden – BW Borssum 0:3 (0:2)

In einem „ruppigen Spiel“ – so der Sportliche Leiter des TuS Nico Urban – hat Borssum verdientermaßen die drei Punkte mitgenommen. Schon früh brachte Timo Goldenstein die Gäste mit einem Foulelfmeter in Führung. Ryan Irroegbulem erhöhte noch vor der Pause nach einem Angriff über die rechte Seite. „Wir haben in der ersten Halbzeit nur einmal aufs Tor geschossen. In der zweiten wurde es dann besser. Aber es hat nicht gereicht“, so Urban. Den 3:0-Endstand in einer Partie, in der die souveräne Schiedsrichterin Felina Wilkens neun Gelbe Karten zückte, erzielte Hardy Siemers. Er schlenzte den Ball in der 59. Minute sehenswert in den Winkel des Struddener Tores.

Tore: 0:1 Goldenstein (Foulelfmeter, 6.), 0:2 Iroegbulem (22.), 0:3 Siemers (59.).

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