Kiel II zu Gast  Rosenboom-Gegner heißt Bayern oder BSV Kickers

| | 13.09.2024 15:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Said Abbey belohnte mit seinem Siegtor in Hamburg eine starke zweite Hälfte von Kickers Emden. Fotos: Doden
Said Abbey belohnte mit seinem Siegtor in Hamburg eine starke zweite Hälfte von Kickers Emden. Fotos: Doden
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Kickers Emden hätte bislang alle acht Saisonspiele gewinnen können. Das legen Zahlen eines Statistik-Portals nahe. Zwei Stammspieler drängen nach Verletzungen zurück in die Startelf.

Emden - Der ostfriesische Fußballprofi Lasse Rosenboom würde sicherlich gerne am Samstag um 16 Uhr in der Regionalliga für Holstein Kiel II im Gastspiel bei Kickers Emden auflaufen. Aber der aufstrebende 22-Jährige hat im wahrsten Sinne des Wortes vermutlich etwas Besseres zu tun. Er wird eine immer größere Konstante im Bundesligateam der Kieler und steht mit einiger Wahrscheinlichkeit um 18.30 Uhr beim Spiel des Jahres der Kieler Störche gegen den FC Bayern München im Holsteinkader. Bayern statt Kickers wird es für den Mann aus Willmsfeld (Wittmund) vermutlich heißen.

Der Kieler Profi Lasse Rosenboom (links) schaute zuletzt beim Kickers-Spiel in Hamburg vorbei und unterhielt sich mit seinen Freunden aus dem Emder Team.
Der Kieler Profi Lasse Rosenboom (links) schaute zuletzt beim Kickers-Spiel in Hamburg vorbei und unterhielt sich mit seinen Freunden aus dem Emder Team.

Auch wenn die Kieler Reserve damit auf einen wichtigen Spieler verzichten müsste, sind die Emder vor Bundesliga-Reserven gewarnt. So ging das letzte Heimspiel gegen St. Pauli II mit 0:1 verloren. „Auch gegen den HSV II hing der Sieg vor einer Woche am seidenen Faden“, sagt der Sportliche Leiter Henning Rießelmann. Und Trainer Stefan Emmerling betont, worauf es zum Abschluss der „Reserve-Wochen“ mit Partien gegen Werder II (5:1-Sieg), St. Pauli II (0:1-Niederlage), dem Hamburger SV II (2:1-Sieg) und nun Kiel II ankommt. „Wir müssen von Beginn an hellwach sein. Das war zuletzt zweimal nicht der Fall.“ Denn eines steht für Emmerling fest: „Spielstark sind die zweiten Mannschaften allesamt.“ Das bewiesen die Kieler nicht nur beim 5:1 über Eintracht Norderstedt und zwei Rosenboom-Toren, sondern auch beim Spitzenreiter TSV Havelse. Da verloren sie erst durch ein Tor in der 89. Minute mit 0:1.

Chancenplus in jedem Spiel

„Wir gehen in viele Spiele mit einer 50:50-Siegchance rein“, will auch Rießelmann nichts von einem Pflichtsieg und schon gar nichts von einem Heimspaziergang wissen. „Das war vor einem Jahr gegen Gegner wie Bornreihe sicherlich anders. Da waren wir wirklich klarer Favorit.“

Allerdings weist ein nur für die Vereine einsehbares Statistik-Portal den BSV Kickers als Chancen-Meister der Regionalliga aus. Darauf verwies kürzlich Stefan Emmerling. „In jedem Spiel hatten wir bislang mehr Torchancen als der Gegner.“ So darf man auch das knappe 2:1 beim HSV als verdient bezeichnen. Das Portal registrierte ein Chancenverhältnis von 17:12 für die Ostfriesen. Diese Zahlen sagen aber auch aus, dass der BSV derzeit viele Möglichkeiten ungenutzt lässt. Allerdings kam zuletzt auch eine gehörige Portion Pech dazu. In den jüngsten drei Spielen wurden vier Emder Tore nicht anerkannt. Gegen den HSV II gesellten sich noch zwei Lattentreffer hinzu.

Herbst und Siderkiewicz fit

Rießelmann wünscht sich aber auch eine bessere Quote bei Standards wie den Mega-Einwürfen von David Schiller. „Gegen St. Pauli hatten wir 32 Einwürfe. Da muss eigentlich mehr bei rumkommen.“ Vielleicht klappt es ja wieder gegen Kiel II. Aller Voraussicht nach kehrt mit Fabian Herbst ein Kopfball-Gigant zurück ins Team. Der Innenverteidiger hat seine Verletzung ebenso auskuriert wie Mittelfeldkämpfer Janek Siderkiewicz. „Beide sind fit und haben in dieser Woche mittrainiert“, sagt Emmerling.

Unser Tipp

Kickers Emden - Holstein Kiel II 3:1. 0:1, 1:1 und 2:1 lauteten zuletzt die Kickers-Resultate. Ein deutliches Chancen-Übergewicht spiegelte sich nicht im Resultat wider. Bei ein bisschen mehr Glück im Abschluss sollte diesmal wieder ein halbwegs souveräner BSV-Erfolg möglich sein.

Er steht dadurch vor der Qual der Wahl. Denn neben dem dritten Torhüter wird auch wieder ein Feldspieler keinen Kaderplatz erhalten. „Das ist die allerbitterste Entscheidung“, sagt der Trainer. Aber auch sonst steht er vor einer kniffligen Wahl. Hat Mika Eickhoff nach seinem guten Spiel in Hamburg einen neuerlichen Startelf-Einsatz verdient? Drängt der kopfballstarke Marten Schmidt in die Stammformation? Oder kehrt Standard-Spezialist Tobias Steffen in die erste Elf zurück? „Das sind alles sehr, sehr enge Entscheidungen“, sagt der Coach.

Die Antworten erhalten die Fans am Samstag um 16 Uhr. Henning Rießelmann hofft, dass die Besucher aus dem 50:50-Spiel zumindest eine 60:40-Partie für Kickers machen. „Es ist ein bisschen kälter geworden. Ich hoffe trotzdem, dass 2000 bis 2500 Leute kommen.“ Denn bei einem weiteren Sieg würde sich der Tabellendritte endgültig in der Spitzengruppe der Liga festsetzen.

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