Nach Halbzeitführung Germania Leer erst stark, dann 1:5-Packung
Das war ganz bitter: In der ersten Halbzeit hätte Germania Leer gegen Vorwärts Nordhorn die Weichen auf den ersten Saisonsieg stellen können, am Ende gab es eine bittere 1:5 (1:0)-Niederlage.
Leer - Germania Leer wartet in der Fußball-Landesliga weiter auf den ersten Zähler. Trotz einer starken ersten Halbzeit stand am Ende vor knapp 100 Zuschauern im Heimspiel gegen den SV Vorwärts Nordhorn eine 1:5 (1:0)-Niederlage. Im Leeraner Gehäuse feierte Oleksandr Kurylenko seine Meisterschaftspremiere. Der Torhüter hatte sich in der Vorbereitung eine schwere Gesichtsverletzung zugezogen und konnte erstmals mitmischen. Allerdings wird er demnächst wieder zuschauen müssen, denn in der 74. Minute sah er nach einer Tätlichkeit die Rote Karte.
„Es wäre schön, wenn wir endlich mal in dieser Saison in Führung gehen könnten“, hatte Germania-Coach Erhan Colak vor der Partie gehofft. Seine Mannschaft setzte den Wunsch in die Tat um. Nach einer feinen Einzelleistung von Egor Cesnocov stand es schon in der neunten Minute 1:0 für die Gastgeber. Cesnocov ließ zwei, drei Gegenspieler wie Fahnenstangen stehen und haute den Ball links unten rein, ein sehenswerter Treffer. Beinahe hätte es schon früher bei Nordhorn eingeschlagen, doch Roman Antonenko (5.) konnte das Leder völlig alleine vor Gästekeeper Fabian Pley nicht im Kasten unterbringen.
Germania Leer klar besser
Auch die nächste Offensivaktion ging an die Germania: Alizade Carmanov (14.) schoss aber drüber. Von Nordhorn war in der ersten Hälfte kaum etwas zu sehen, Germania war läuferisch und auch in den Zweikämpfen stärker. Bei einer etwas besseren Chancenverwertung hätte schon in der ersten Halbzeit eine Vorentscheidung fallen können. Die Führung ging auf jeden Fall in Ordnung. In der 32. Minute musste Erhan Colak im hinteren Bereich einen Wechsel vornehmen. Für den verletzten Danila Ichim kam Marvens Sabbat.
Pech für die Germania, dass Nordhorn kurz nach dem Wechsel zum Ausgleich kam. Eine scharfe Hereingabe von außen sprang einem Leeraner an die Hand, Schiedsrichter Moritz Bramlage zeigte auf den Elfmeterpunkt. Sunwinder Singh (50.) ließ sich die Chance nicht nehmen und markierte den Ausgleich. Aber es kam noch schlimmer. In der 55. Minute wurde Lasse Langlet schön freigespielt. Gegen seinen scharfen Schuss links unten war Kurylenko völlig machtlos. In der zweiten Halbzeit agierte Nordhorn wie ausgewechselt und war hoch überlegen, die Leeraner kamen kaum noch zum Zuge.
Germania Leer: Kurylenko, Saracoglu, Torres, Ichim (32. Sabbat), Antonenko, Kaßmann, Martian, Carmanov, Cesnocov, Guzun (74. Guzun), Gliga.
Tore: 1:0 Cesnocov (9.), 1:1 Singh (50./Handelfmeter), 1:2 Langlet (55.), 1:3 Hölscher (80.), 1:4 Yesilkaya (87.), 1:5 Singh (90.+4). Rote Karte: Kurylenko (74./Tätlichkeit).
Hitzige Schlussphase
Danach wurde es sehr hitzig. Erst sahen Erhan Colak und sein Co-Trainer Jörg Romanowski die Gelbe Karte, in der 74. Minute Torhüter Oleksandr Kurylenko flog nach einem Schubser vom Platz. Die numerische Überlegenheit nutzte Nordhorn dann aus, Christopher Hölscher (80.) sorgte mit dem 1:3 für die Entscheidung, der eingewechselte Koray Yesilkaya (87.) und Sunwinder Singh (94.) machten dann den Deckel drauf. Damit bleiben die Leeraner mit null Punkten am Tabellenende.
„Bei diesem Ergebnis glaubt es mir keiner, aber wir waren aus meiner Sicht die bessere Mannschaft. Der Elfmeter war sehr zweifelhaft, das hat große Hektik ausgelöst, danach war ein Bruch im Spiel. Für uns ist das Spiel brutal gelaufen“, meine Germania-Trainer Erhan Colak.