BSV marschiert Nach zwei „Joker-Toren“ ist Kickers schon Zweiter
Im Aufsteigerduell geriet Kickers früh in Rückstand und schien zunächst völlig von der Rolle. Doch noch vor der Pause glichen die Ostfriesen aus. Am Ende trumpften die Reservisten auf.
Todesfelde - Der Fußballnachmittag im schleswig-holsteinischen Todesfelde (nördlich von Hamburg) begann für den Regionalligisten BSV Kickers Emden katastrophal und endete phänomenal. Im Aufsteigerduell gerieten die Ostfriesen nach drei Minuten in Rückstand. Am Ende lagen sie sich überglücklich in den Armen. Kickers feierte vor 500 Zuschauern einen hoch verdienten 3:1-Erfolg und den Sprung auf Platz zwei hinter dem verlustpunktfreien Tabellenführer TSV Havelse. Die Emder sind nach fünf Spielen noch unbesiegt und mausern sich so allmählich zu einem Geheimfavoriten in der Liga.
Den Sieg in Todesfelde hatten sie vor allem ihren Jokern zu verdanken. Die eingewechselten Michael Igwe und Marten Schmidt erzielten die Tore zum 1:2 und 1:3. Beim 1:2 stibitzte zudem Schmidt den Gastgebern den Ball im Strafraum. Beim 1:3 leistete der ebenfalls erst nach einer Stunde aufgelaufene Mika Eickhoff herausragende Vorarbeit.
1:0 in der 3. Minute
So viel Joker-Brillanz erfreute auch Kapitän Tido Steffens. „Die Jungs, die reinkommen, sind immer gleich bei 100 Prozent.“ Trainer Stefan Emmerling strahlte auch ob der Reservisten-Stärke. „Die Eingewechselten haben schon öfter dazu beigetragen, Spiele zu drehen.“ Der Coach lobte auch den Gegner. „Todesfelde hat große Gegenwehr geleistet.“
Nach dem am Ende noch souveränen Erfolg hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. In der Anfangsphase fand der BSV überhaupt nicht zu seinem Rhythmus. Das lag vielleicht auch am frühen Gegentor. „Das mussten wir erstmal wegstecken“, sagte Emmerling. Nach einer eigentlich abgewehrten Ecke kam der Ball noch einmal in den Emder Strafraum. Moritz Achtenberg verlängerte die Flanke technisch gekonnt zum 0:1 (3.) ins Netz. Beim BSV kam zunächst kein Spielfluss zustande. So verbuchte Kickers erst nach 23 Minuten den ersten Eckball. Es war genau jene Phase, in der der Emder Aufwärtstrend begann. „Ab der 20. Minute lief es besser“, befand auch Steffens.
Elfmeter zum Ausgleich
Dauerrenner Kai Kaissis leitete dann das 1:1 ein. Er erkämpfte einen Ball vom Gegner und spielte in den Lauf von David Schiller. Der Stürmer wurde im Strafraum per Foul gebremst. Den Elfmeter verwandelte Steffens souverän zum 1:1. Kickers blieb bis zum Pausenpfiff am Drücker, gab aber die totale Kontrolle nach dem Wechsel vorübergehend wieder ab. Lediglich Pasacal Steinwender hatte eine Torchance, traf den Ball aber nach 54 Minuten nicht richtig.
Statistik
Kickers: Bergmann – Engel (80. Eilerts, Herbst, Dietrich, Podolski – Siderkiewicz, Kaissis (71. Stöhr), – Steinwender (61. Igwe), Steffen (61. Eickhoff) – Schiller (68. Schmidt), Steffens Tore: 1:0 Achtenberg (3.), 1:1 Steffens (Foulelfmeter, 31.), 1:2 Igwe (72.), 1:3 Schmidt (76.)
Dann folgte die Joker-Gala. Mit den Einwechslungen von Mika Eickhoff und Michael Igwe (jeweils 61.) begann wieder die BSV-Dominanz. Und Marten Schmidt (68.) sorgte letztlich für die Torgefahr. Kurz nach seiner Einwechselung eroberte er am gegnerischen Torraum den Ball. Nach diesem SV-Mega-Patzer spielte er den Ball zu Steffens. Dessen Querpass schob Igwe zum 1:2 ins leere Tor.
Schmidt erwies sich letztlich als der Super-Joker, denn das 1:3 erzielte er nach einem herrlichen Doppelpass von Eickhoff und Steffens selber. Die Quote des Landwirts aus Leerhafe ist nun überragend. In nur 52 Einsatzminuten brachte es Schmidt schon auf zwei Treffer und eine Vorlage. Solch eine Bilanz beeindruckt auch Emmerling. „Der Druck auf die Stammspieler wird größer.“ Völlig ungewiss ist, ob der Trainer am Freitag im Heimspiel gegen FC St. Pauli II die zuletzt übliche Startformation ändern wird. Sicher scheint hingegen, dass die Mannschaft sich wieder auf ein proppenvolles Stadion und das nächste Fußballfest freuen darf.
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