Kreisliga-Knipser vor großer Reise Torjäger Ammermann fehlt Veenhusen bald für zehn Spiele
Wilke Ammermann hat sich zum Top-Torjäger der Fortuna entwickelt. Auch in der Ostfrieslandliga knipst der 22-Jährige nach Belieben. Bald steht für ihn ein großes Abenteuer im Ausland an.
Veenhusen - Erst Leerhafe, Holtland und Hinte – dann Los Angeles, Las Vegas und Bangkok. Bevor sich Wilke Ammermann auf eine zweimonatige Abenteuer-Tour in die USA und nach Thailand macht, will der Torjäger von Fußball-Ostfrieslandligist Fortuna Veenhusen seine beachtliche Torquote weiter steigern. Der 22-Jährige hat in vier Partien acht Treffer erzielt. Damit knüpft der Moormerländer nahtlos an die Vorsaison an, als die Nummer 11 mit 43 Ligatoren in der A-Klasse und drei Treffern in zwei Aufstiegsspielen großen Anteil am Ostfrieslandliga-Aufstieg hatte.
„Ich bin selbst etwas überrascht, dass es auch eine Liga höher direkt so gut läuft“, so der Stürmer. An den ersten drei Spieltagen hatte er sogar im Alleingang alle (!) acht Ligatreffer der Fortuna erzielt: beim 5:1 gegen Süderneuland, 1:2 gegen Visquard und 2:0 in Riepe. „Da haben wir natürlich schon die einen oder anderen Späße in der Kabine gemacht.“ Laut dem offiziellen Spielbericht erlebte die Ammermann-Show auch am vierten Spieltag eine Fortsetzung. Beim 1:1 gegen den TV Bunde II wurde Wilke Ammermann vom Schiedsrichter als Torschütze eingetragen. Den Treffer hat aber Daniel Schulz erzielt – doch Ammermann leistete die Vorarbeit. Gegen den SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel geht er am Mittwochabend, 21. August, nun ganz leer aussah. Das steht schon vor dem Anpfiff fest, da er im Bunde-Spiel eine Gelb-Rote Karte sah und ein Spiel gesperrt war.
Sein Onkel war auch ein Torjäger
Zum Vollblutstürmer wurde der Tischler erst im Herrenbereich. „In der Jugend habe ich meist im Mittelfeld gespielt, da aber auch regelmäßig Tore erzielt.“ Dabei trug er immer das Trikot seiner Fortuna, für die er in den vergangenen Jahren zum Torjäger wurde – so wie es sein Onkel Ralf Ammermann schon war. Der frühere hochklassige Stürmer (Germania Leer, SpVg Aurich) schaute sich auch ab und an die Fortuna-Spiele an. „Jetzt, wo er Trainer bei BW Papenburg ist, hat er dafür natürlich weniger Zeit“, sagt Wilke Ammermann, dessen Vater Thomas früher bei Fortuna im Mittelfeld spielte.
Wilke Ammermann spielt auch mit seinem Bruder Renke (19) zusammen. Beide freuen sich immer über große Familienunterstützung am Spielfeldrand. „Das ist richtig geil“, sagt der Torjäger, der seine Schnelligkeit als große Stärke sieht. Und wenn er im Strafraum ist, fackelt der Rechtsfuß nicht lange. „Dann muss der Ball aufs Tor, zur Not auch mit links.“
Trainer schätzt Torjäger und Typen
Auch sein Trainer schätzt seinen Knipser, der an der Seite des erfahrenen Torsten Lange stürmt, sehr. „Über seine Schnelligkeit brauchen wir nicht reden. Und er hat einfach diesen Torriecher, braucht nicht viele Chancen“, sagt Holger Stöter, der auch eine andere Sache hervorhebt. „Er ist unfassbar sympathisch, charakterlich einwandfrei. Auf dem Feld ist er auch ein sehr fairer Spieler, das kommt noch dazu.“
Auf die Kaltschnäuzigkeit und das tolle Auftreten von Wilke Ammermann muss die Fortuna bald zehn Spiele verzichten. Eine lange geplante zweimonatige Auslandsreise steht für ihn und einen Kumpel an. „Wir sind erst einen Monat in den USA, haben uns dort einen Van gemietet. Dann fliegen wir weiter nach Thailand.“
Bevor es am Montag, 2. September, mit dem Flieger von Frankfurt am Main nach Los Angeles geht, will Wilke Ammermann seinen Höhenflug in der Ostfrieslandliga fortsetzen. „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Treffer bis dahin erzielen kann“, so der 22-Jährige. Im ersten der drei Spiele bis zur Abreise kommt es dabei am Sonntag auch zum Duell mit dem TuS Leerhafe/Hovel und damit zum Treffen der Torkönige Pascal Menken (Leerhafe) und Wilke Ammermann.