Fährkosten auf die Inseln 640 Euro fürs Wassertaxi? Holter SV kriegt Geld zurück
Gute Nachrichten für ganz viele Sportler: Sehr viele Fährkosten auf die Inseln können abgerechnet werden. Auch der Holter SV kann die 640 Euro fürs Wassertaxi zurück von Norderney einreichen.
Norderney - Die Nachricht in der vorletzten Woche schlug hohe Wellen. Der Holter SV gastierte an einem Mittwoch in der Fußball-Ostfrieslandliga beim TuS Norderney und beklagte sich, dass auf den Verein erhebliche Reisekosten zukommen würden. Der Hauptgrund sei, dass nach der Partie die normalen Fähren nicht mehr fahren und die Mannschaft daher zwei Wassertaxis buchen musste. Die Kosten dafür bezifferte der Verein auf rund 640 Euro, was für einen kleinen Fußballverein nicht unerheblich ist. Doch der NFV klärt auf: Der Holter SV bekommt die kompletten Fährkosten erstattet.
Am stärksten betroffen von den Reisekosten für die Fähren sind natürlich die Inselvereine selber. Der TuS Norderney beziffert seine kompletten Reisekosten für den Gesamtverein auf insgesamt 40.000 Euro. Wie ist denn überhaupt die Lage, gibt es Zuschüsse und wenn ja wofür?
Werden Fährfahrten bezuschusst?
Ja, und zwar komplett sportübergreifend für die ostfriesischen Insel-Vereine und auch für alle Fußball-Mannschaften vom Festland. Neuerdings reichen alle Inselvereine ihre Kosten beim KSB Aurich ein (das gilt zum Beispiel auch für Borkum), die Festlandfußballer weiterhin beim Fußballkreis Ostfriesland. Wie Claudia Tschöke, Kreisschatzmeisterin des Fußball-Kreises Ostfriesland, erklärte, werden für Fußballmannschaften sämtliche Fährkosten für 16 Spieler und 2 Trainer übernommen. Was viele Vereine vielleicht noch nicht wissen: Auch die Kosten für die Wassertaxen übernimmt der Verband. „Das haben wir neu eingeführt. Wir übernehmen die Kosten für die zu dem Zeitpunkt günstigste Rückfahrmöglichkeit. Wenn das um 23 Uhr ein Wassertaxi ist, dann können auch diese Kosten eingereicht werden“, so Tschöke. Dem Verband sei es wichtig, die Inselvereine mit einzubinden. In der Vergangenheit sei es schon öfter vorgekommen, dass Vereine die Partien auf den Inseln einfach abgesagt hätten. Das möchte man durch die Kostenübernahme der Fährfahrten natürlich verhindern.
„Wir konnten beim Landesverband eine Erhöhung der Zuschüsse von 12.300 auf 30.000 Euro durchsetzen“, freute sich Anne Thonicke, Vorsitzende des Kreissportbundes Aurich. Unterschiedlich verhält es sich bei den Zuschüssen für Nicht-Fußballer vom Festland. Dort bittet Thonicke die Vereine, bei ihren Fachverbänden nach Zuschüssen zu fragen.
Können die Fußball-Spiele nicht anders gelegt werden?
Der TuS Norderney und auch der Holter SV beklagten, dass neben der Fährzeit natürlich auch noch die Anfahrt auf dem Festland zu berücksichtigen sei. Wenn der TuS wie zum Beispiel in Kürze nach Westrhauderfehn muss, kommt da von Norddeich noch einmal eine Fahrzeit von 90 Minuten hinzu. Ostfrieslandliga-Staffelleiter Hans-Adolf Tebben erklärte, dass sich die Vereine auf dem Staffeltag für englische Wochen ausgesprochen hätten. Ihm sei es nicht möglich, die Spiele unter der Woche auch noch nach regionalen Gesichtspunkten einzuteilen.
„Klar wäre es für den TuS Norderney besser, an einem Mittwoch gegen den Süderneulander SV zu spielen als in Westrhauderfehn. Das ist aber leider vom System her nicht möglich, das auch noch mit zu berücksichtigen.“ Die Vereine könnten Sperrtermine für Sportwochen oder andere Vereinsfeste eintragen, darauf nehme er natürlich Rücksicht.
Lage beim TuS Norderney
Für den Inselverein sind werktags drei Meisterschaftsspiele in der Ostfrieslandliga angesetzt, nämlich in Westrhauderfehn, Bunde und Riepe. Zudem kam noch die Pokalpartie am vorletzten Mittwoch in Großheide. Insgesamt belaufen sich die Reisekosten für den Gesamtverein auf 40.000 Euro, wie Kassenwart Markus Forner erläuterte.
Der Mehrspartenverein nimmt an zahlreichen Wettbewerben und natürlich auch an Meisterschaften oder Sportfesten teil. Das könne der Verein dank der Mitgliedsbeiträge (1400 Mitglieder) und Sponsoreneinnahmen stemmen. „Der Verein ist eine große Inselgemeinschaft mit ganz viel Herzblut“, so Forner. Der Inselverein müsste für Fahrten auf dem Festland zudem immer noch ein Busunternehmen buchen, da die Privatautos ja natürlich auf der Insel sind.
Allerdings kann der Verein teilweise auch auf einen kleinen Vorteil der Insulaner setzen. „Manchmal greifen wir auch auf unsere Privatboote zurück. Aber natürlich nur dann, wenn wir auch noch auf Sicht fahren können und nicht mehr am späten Abend in der Dunkelheit“, so Markus Forner.