Blick in die Bezirksliga Ist Pewsum sogar ein Kandidat für die Meisterschaft?
Die Handschrift von Jonas Petersen ist längst zu erkennen. Im zweiten Jahr unter seiner Regie gibt es nur wenige Kader-Veränderungen. Die sind aber spannend: von Kickers bis Kolumbien.
Pewsum - Fast „langweilig“ verlief die Transferphase beim TuS Pewsum – dafür aber auch irgendwie spektakulär. Unter den drei Neuzugängen des Fußball-Bezirksligisten sind ein langjähriger Spieler von Kickers Emden und ein Mann aus Kolumbien. Nicht nur Heiko Visser (Kickers) ist ein Rückkehrer, sondern auch Heiner Wolthoff. Der frühere und langjährige Funktionär übernimmt wieder den Posten des Sportlichen Leiters von Thorsten Ulferts, der sich künftig bei der U32 engagiert. Taner Yalcin ist nicht mehr Co-Trainer des Teams, sondern nun Trainer der U23. Seinen Posten neben dem weiteren Assistenten Klaus Bergmann nimmt Jens Ammermann ein.
Kader-Veränderungen
Im Kader des TuS Pewsum herrscht Konstanz – den vier Abgängen Hauke Ulferts (SF Larrelt), Miles Lambrecht (TSV Riepe), Andreas Olk (U32 Pewsum) und Jean Pierre Bamezon (SpVg Aurich) stehen drei Neuzugänge gegenüber. Dabei ist Heiko Visser sicherlich der „Königstransfer“. Nach zwei Herrenjahren beim TuS wechselte der Allrounder 2015 zu Kickers Emden in die Landesliga und war viele Jahre Stammspieler. Er war Kern der Mannschaft, die in wenigen Jahren mit einigen Ostfriesen von der Landes- bis in die Regionalliga aufstieg. Nach einem Jahr mit wenigen Einsatzminuten ist der Routinier nun an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und soll dort auch nach dem Willen von Trainer Jonas Petersen eine prägende Rolle im Team einnehmen. „Heiko ist ein elementarer Baustein für die kommende Saison, in allen Bereichen.“ Das zeigte er schon im ersten Ligaspiel gegen Ihrhove (5:0).
Ebenfalls neu im Team sind Torwart Joachim Gronewold (zuletzt Hansa Friesoythe), der sich mit Nils Ludwig einen Zweikampf um die Nummer eins liefert. Eine Entscheidung naht.
Kader
Zugänge: Joachim Gronewold (Friesoythe), Heiko Visser (Kickers Emden), Brayan Hernandez Asprilla (Kolumbien).
Abgänge: Hauke Ulferts (Larrelt), Miles Lambrecht (Riepe), Andreas Olk (U32 Pewsum), Jean Pierre Bamezon (Aurich).
Tor: Nils Ludwig, Nico Eden, Joachim Gronewold, Eike Arzt.
Abwehr: Malte Risto, Sandro Poppinga, Eyup Eyupoglu, Hauke Gornig, Siebo Lübbers, Daniel Müller, Ben Poppinga, Tjado Ringena.
Mittelfeld: Jean Paul Bamezon, Emerson Boneshta, Ole de Vries, Brayan Hernandez Asprilla, Heiko Visser, Joost Diekmann, Jens Eeten, Eric Gwosdenko, Marek Hinrichs, Jannis Langheim, Paul Poppinga, Marius Scholz, Derk Schoneboom.
Angriff: Florian Beer, Carsten Weyers, Jannis Hempelmann.
Trainer: Jonas Petersen (seit: Juli 2023).
Saisonziel: Besser als letzte Saison.
Meisterschaftsfavoriten: Aurich, Esens, Großefehn.
Gespannt sein darf man auch auf Brayan Hernandez Asprilla. Der Kolumbianer hatte sich via Instagram „beworben“, überzeugte im Training und darf nach einigen Monaten im Training nun in der neuen Saison auch voll durchstarten. Der Südamerikaner bringe einiges mit, man müsse ihm aber auch eine gewisse Zeit geben, so Petersen. „Unsere drei Neuen sind aber echte Verstärkungen für uns.“
Trainer
Jonas Petersen ist mit seinen erst 27 Jahren der jüngste Trainer der Liga, einer der jüngsten überhaupt in ganz Ostfriesland – erfahren ist er dennoch. Bis zu seiner Rückkehr nach Ostfriesland vor mehr als einem Jahr arbeitete er einige Jahre hauptamtlich im Nachwuchs des FC Augsburg. Er brachte neue Trainingsinhalte und auch eine zusätzliche Form der Vermittlung (Videoanalyse) mit „nach Hause“. Dabei mussten sich beide Seiten auch erstmal kennenlernen.
„Dass der Großteil des Kaders nun zusammengeblieben ist, ist natürlich ein großer Vorteil für das zweite Jahr. Wir wissen, was wir voneinander erwarten können. Auch ich musste nach meinem Start die eine oder andere Anpassung vornehmen, wie ich die Inhalte vermittle“, so Petersen. Nun freue man sich auf die zweite gemeinsame Saison.
Eigene Ziele
„Wir wollen besser abschneiden als in der vergangenen Saison“, sagt Jonas Petersen. Das bedeutet mindestens Platz acht – die Pewsumer liebäugeln natürlich mit einer besseren Platzierung. Die vergangene Spielzeit schloss der TuS, der zwischenzeitlich auch mal auf Platz drei lag, auf Rang neun ab. „Wir wollen konstanter in unseren Leistungen werden und auch auf eigenem Platz unseren Zuschauern mehr Tore und Punkte schenken.“ Vergangene Saison landete Pewsum in der Heimtabelle nur auf Platz elf, schoss in 16 Spielen (20 Punkte) dabei nur 26 Tore.
Die Vorbereitung stellte Jonas Petersen mit Leistungen und Ergebnissen „sehr zufrieden“. Krönung war der Turniersieg beim Ostfriesland-Cup mit sogar Siegen in Firrel und in Bunde.
Für eine kernige Kampfansage an die Top-Favoriten sorgt das aber nicht. „Für ganz oben habe ich andere Teams auf dem Zettel.“ Dazu zählt der 27-Jährige unter anderem den TuS Esens und SV Großefehn – und die seit dem Winter erstarkte und weiter aufgerüstete SpVg Aurich.
Prognose
Dem TuS Pewsum ist sicherlich einiges zuzutrauen. Das hat schon die Vorbereitung gezeigt. Da es kaum Veränderungen im Kader gab und Neuzugang Heiko Visser eine große Verstärkung ist, ist Platz drei bis sechs sicherlich möglich. Oder spielt Pewsum sogar um die Meisterschaft mit, wenn vieles mitläuft? Auszuschließen ist das nicht.