Viertelfinale im Ostfriesland-Cup Torwart-Joker wird gegen Esens zum Bunder Elfer-Helden
Nach einer überlegenen ersten Halbzeit führte Esens verdient im Rheiderland. Aber der Gastgeber steigerte sich. Und der eingewechselte Keeper hatte im Elfmeterschießen den richtigen Riecher.
Bunde - Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und mit einem ungewöhnlichen Joker-Matchwinner steht Bezirksliga-Vizemeister TV Bunde im Halbfinale des Ostfriesland-Cups. Die Rheiderländer besiegten den Landesliga-Absteiger TuS Esens mit 4:2 im Elfmeterschießen, nachdem es nach 90 Minuten 1:1 gestanden hatte. Der zur Pause eingewechselte Torwart Joost-Dirk Oltrop parierte im Elferschießen zwei von vier Esenser Elfmetern. Die Bunder treffen nun am kommenden Dienstag, 23. Juli, auf den Sieger des Viertelfinals GW Firrel gegen TuS Pewsum (Freitag, 20 Uhr). Die anderen beiden Viertelfinals zwischen Holte und Süderneuland (20. Juli) und Germania Leer und SV Großefehn (21. Juli) sind ebenfalls am Wochenende.
Dass die Zuschauerzahl mit rund 100 Besuchern wie schon wie bei anderen Spielen des diesjährigen Turniers unter den Erwartungen der Veranstalter Manfred Bloem und Ewald Adden lag, hat bei dem Duo schon zum Umdenken geführt. „Im kommenden Jahr wollen wir mehr Derbys in den ersten Runden und einfach kürzere Anfahrten, auch unter der Woche“, so Bloem.
Klares Esenser Chancenplus
Die überschaubare Kulisse im Rheiderland sah zwar schon nach einer Minute eine Chance für den Gastgeber, als Jannes Havemann einen Schuss von Steffen Buse nach Flanke von Malte Fokken stark parierte. Doch danach war es der letztjährige Landesligist, der die Partie spielerisch bestimmte und ein klares Chancenplus hatte. Niklas Sukowski war es, der nach 20 Minuten die Esenser Führung erzielte. Die Szene hatte es in sich. Bundes Keeper Steffen Wißmann stoppte den TuS-Angreifer Torben Freudenberg regelwidrig 25 Meter vor dem Tor. Doch der Schiedsrichter ließ weiterlaufen und nach einer Flanke von Klaas Taddigs und einem Bunder Abwehrfehler drückte Sukowski den Ball über die Linie ins verwaiste Tor.
Spieldaten
Bunde: Wißmann (46. Oltrop); Fokken (79. Dreesmann), Hantschel, Hoppen, Smidt (73. Yzer), Haken, S. Buse (60. Bleeker), C. Buse, Zimmermann, Voronin, Winkler.
Esens: Havemann; R. Til, Rosenboom, Sukowski, Freudenberg (79. Stelzer), F. Til, Taddigs, Gerdes (69. Ahrends), Hollmann, I. Stainbank, Janssen.
Tore: 0:1 Sukowski (20.), 1:1 Bleeker (66.).
Elfmeterschießen: Bunde-Keeper Oltrop pariert Schuss von Remko Til, 2:1 Hoppen, 2:2 Ahrends, 3:2 Winkler, Oltrop pariert Schuss von Finn Rosenboom, 4:2 Voronin, 4:3 Taddigs, 5:3 Dreesmann.
Einen weiteren Treffer hatte der TuS kurz zuvor erzielt, der Schiedsrichter aber vor dem Freudenberg-Kopfball ein Foul gesehen. „Das war ein klares Tor“, meinte TuS-Trainer Ralf Backhaus. Der 18-jährige Luca Janssen hätte kurz vor der Pause das 2:0 erzielen müssen, scheiterte aber freistehend mit einem Lupfer aus 16 Metern. Janssen kurz danach und Kevin Hollmann nach 22 Minuten besaßen weitere gute Gäste-Chancen.
Bunde plötzlich viel aktiver
Bundes Trainer Frank Winkler muss in der Halbzeit die richtigen Worte gewählt haben. Sein Team wurde nun viel aktiver. Nachdem Jannes Havemann noch einen Schuss von Steffen Buse pariert hatte (52.), war er 14 Minuten später geschlagen. Nach einer Ecke und weiteren Vorlage von Markus Winkler traf Derk Bleeker aus kurzer Distanz zum 1:1. Bunde besaß durch Winkler und Daniel Hoppen noch zwei weitere Chancen. Esens wiederum hatte nach der 80. Minute noch seine Minuten, eine gute Hollmann-Möglichkeit und das 2:1 auf dem Fuß. Aber Isaiah Stainbank traf den Pfosten – so ging es ins Elfmeterschießen.
„Nach der zweiten Halbzeit ist es kein unverdienter Sieg für uns“, meinte Bundes Trainer Frank Winkler nach dem Spiel. Esens-Coach Ralf Backhaus sah eine verdiente Pausenführung seiner Elf und dann lange zu viel Passivität. „Da haben wir zu viel hinten herumgespielt und uns selbst eingeschläfert.“