Anlage sichert die Trinkwasserversorgung Einblicke in Borkums neues Wasserwerk
Das Großprojekt im Borkumer Ostland schreitet voran. Der Rohbau ist mittlerweile fertig, nun geht es mit der Innenausstattung weiter. Ein Besuch auf der Baustelle.
Borkum - Das Echo ist beeindruckend. Klatschen und Stimmen hallen lange nach. Bei der Akustik könnte man sich hier glatt ein Kammerkonzert vorstellen. Doch dieser Ort, umgeben von Beton, hat eine andere Bestimmung. Irgendwann wird er komplett überflutet sein. Wir befinden uns nämlich in einem von drei Reaktionsbecken im Untergeschoss des neuen Wasserwerks in den Borkumer Ostlanddünen. Wasser im sechsstelligen Literbereich wird hier künftig pro Becken aufbewahrt.
Stadtwerke-Direktor Axel Held, begleitet von Dennis Möller aus dem Marketing-Team der Nordseeheilbad Borkum GmbH, gewährt bei einem Baustellenbesuch den seltenen Einblick ins Innere. Er betont einmal mehr wie bei vorherigen Presseterminen die generationsübergreifende Bedeutung des Neubaus, spricht von einer „Anlage für die Zukunft“. „Man muss bedenken, dass wir hier ein Lebensmittel herstellen und vertreiben und da wird auf Sauberkeit und hochwertige Ausstattung geachtet.“
Altes Wasserwerk nicht mehr auf dem neuesten Stand
Das erwähnte Lebensmittel ist Trinkwasser und stammt aus der bis zu 60 Meter tiefen Süßwasserlinse, in die Regenwasser durch feinen Dünensand sickert. Es wird mittels Brunnen in die Wasserwerke in der Hindenburgstraße und im Ostland gepumpt und dort aufbereitet. Der Neubau auf 530 Quadratmetern Grundfläche soll künftig das seit 1965 betriebene, in die Jahre gekommene Ostland-Wasserwerk vis-à-vis ersetzen. Das entspricht längst nicht mehr dem neuesten Stand der Technik, ist aber immer noch für die Aufbereitung von zwei Dritteln des benötigten Trinkwassers der Insel zuständig – und somit zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge.
Zurück zur Baustelle: Dort hat sich seit dem Richtfest Ende November – zu dem Zeitpunkt waren bereits rund 1500 Kubikmeter Spezialbeton verbaut worden – einiges getan. Der zuvor weithin sichtbare Baukran sowie die Gerüste sind weg, Fassade und Dach mittlerweile fertig. Der Rohbau ist abgeschlossen und abgenommen, berichtet Axel Held. Die Photovoltaikanlage ist bereits auf dem Gebäudedach platziert, wenn auch noch nicht im Strombetrieb. „Was jetzt kommt, ist die Ausstattung: Verfahrenstechnik, alles, was mit Rohrleitungen zu tun hat, mit Hydraulik, Pneumatik, Pumpen-Technologie etc.“, erklärt der NBG-Prokurist. Dazu kommen ferner Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Aktuell herrscht eher noch Kabelsalat in der Schaltzentrale. Aber die Fachfirma vor Ort behält den Überblick und weiß, wo welche Leitung hingehört.
Fertigstellung für Anfang 2025 geplant
Zur Ausstattung des neuen Wasserwerks, dessen Gesamtinvestitionen – finanziert über ein Kreditmarktdarlehen – mit rund sechs Millionen Euro angegeben werden, gehören verschiedene Bereiche: neben den Becken unter anderem auch ein Pumpen- und Leitungsraum, ein Kaskaden-/Gebläseraum sowie eine Filteranlage mit Düsenfilterboden. „Hier wird Filterkies eingebracht. Das Wasser läuft durch den Kies nach unten und wird dadurch gefiltert“, erläutert Axel Held. Das Abfallwasser, was wiederum beim Reinigungsprozess der Filter anfällt, landet draußen nebenan in einem Spülteich.
Die Fertigstellung des neuen Wasserwerks, das laut Stadtwerke in der Lage sein wird, über drei Millionen Liter Wasser am Tag aufzubereiten, wird nach Angaben von Axel Held für Anfang 2025 angepeilt. Zuvor war auch schon von einer voraussichtlichen Inbetriebnahme im Oktober dieses Jahres zu lesen. „Dadurch, dass das alte Wasserwerk noch in Funktion ist, haben wir nicht den Megadruck.“ Im Laufe des ersten Quartals 2025, so die Hoffnung, solle dann nach und nach der Neubau die Führung übernehmen und irgendwann das bisherige Wasserwerk „abgedreht werden“. Was mit dem alten Gebäude auf dem Gelände passiert, ist weiterhin unklar. Möglicherweise würden die darunter liegenden Behälter für eine zusätzliche Wasserbevorratung gesichert, so Axel Held.