Erst gezittert, dann gejubelt  Emder A-Jugend feierte die Meisterschaft im Partybus

| | 10.06.2024 14:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Emder A-Junioren feierten ihren Titelgewinn unter anderem in einem Partybus. Foto: Privat
Die Emder A-Junioren feierten ihren Titelgewinn unter anderem in einem Partybus. Foto: Privat
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Vor den Feierlichkeiten musste der Kickers-Nachwuchs aber noch überraschend bangen. Konkurrent Oldenburg war vor den Emder Augen eine Halbzeit auf dem Weg, einen 20-Tore-Rückstand aufzuholen.

Emden - Mit der beeindruckenden Serie von 13 Siegen in Folge und einem abschließenden 4:0 im Topspiel gegen den VfL Oldenburg am 1. Juni hatten die A-Junioren-Fußballer des BSV Kickers Emden schon mehr als anderthalb Hände an der Landesliga-Meisterschale. Die Emder waren am letzten Spieltag am Samstag spielfrei und fuhren gemeinsam nach Oldenburg, um die Partie des Titel-Konkurrenten VfL Oldenburg gegen den Absteiger JSG Werlte/Lorup/Wehm zu beobachten. Dabei trauten sie dann zunächst ihren Augen nicht.

Nach der Meisterehrung in Oldenburg stellten sich die Emder zum Meisterfoto auf. Mit Dieter Münniks fehlte der Trainer-Kollege von Frank Korte (vorne). Er weilte in Kroatien, fieberte aus der Ferne mit. Foto: Privat
Nach der Meisterehrung in Oldenburg stellten sich die Emder zum Meisterfoto auf. Mit Dieter Münniks fehlte der Trainer-Kollege von Frank Korte (vorne). Er weilte in Kroatien, fieberte aus der Ferne mit. Foto: Privat

„Wir konnten es nicht glauben. Ich war nervlich am Ende“, sagte Trainer Frank Korte. Die Oldenburger mussten mit mindestens 20 Toren Unterschied gewinnen, um den punktgleichen Emdern noch die Meisterschale zu entreißen. Die Emder hatten die klar bessere Tordifferenz. Utopisch, hatte doch die JSG Werlte zuvor in 21 Spielen nur 71 Gegentreffer kassiert. Doch nach 45 Minuten war es plötzlich realistisch. Oldenburg führte zur Pause 9:0, elf Treffer fehlten nur noch. „Es gab Chancen im Minutentakt. Es hätte auch 15:0 stehen können. Oldenburg hat sich in einen Rausch gespielt“, so Frank Korte. Auch drei Elfmeter waren dabei. „Wir dachten, wir sind im falschen Film und wussten nicht so recht, was da vorgeht.“

Dann kam der Stammkeeper

Die offensichtlich mit mehrfachem Ersatz angetretenen Emsländer leisteten nach dem Wechsel dann viel mehr Widerstand. Auch der eingewechselte Stammkeeper trug dazu bei. Dabei wurden die Gästespieler von der Emder Mannschaft auch angefeuert, jeder gewonnene Zweikampf von der Tribüne gefeiert. „Oldenburg war natürlich weiter klar überlegen, aber es war nun ein anderes Bild. Das Spiel wurde dann auch etwas nickeliger.“

Die Emder A-Jugend war geschlossen nach Oldenburg gereist und feierte nach dem Spiel die Gäste aus Werlte für ihren großen Einsatz nach der Pause. Foto: Privat
Die Emder A-Jugend war geschlossen nach Oldenburg gereist und feierte nach dem Spiel die Gäste aus Werlte für ihren großen Einsatz nach der Pause. Foto: Privat

Oldenburg traf nun nicht mehr und langsam rannte dem VfL auch die Zeit davon. Als dann Pierre Keil nach 75 Minuten noch zum 9:1 traf, war Korte klar: das geht hier nicht mehr schief. Am Ende gewann der Gast die zweite Halbzeit 2:1, der VfL Oldenburg das Spiel 10:2 und der BSV Kickers Emden die Landesliga-Meisterschaft samt Niedersachsenliga-Aufstieg. „Die Werlter haben dann mit uns auch noch eine Kiste Bier getrunken.“

Meisterehrung auf dem Parkplatz

Die Meisterehrung eines Bezirks-Offiziellen fand dann nicht auf dem VfL-Gelände statt, weil das ein Oldenburger Verantwortlicher aus dem Verein offensichtlich untersagt hätte. So wurde es den Emdern berichtet. Sie erhielten Medaillen und Meisterschale dann auf einem Parkplatz vor dem Stadion an der Alexanderstraße überreicht.

Dieser große Partybus sammelte die Emder Mannschaft in Oldenburg an der Alexanderstraße ein. Foto: Privat
Dieser große Partybus sammelte die Emder Mannschaft in Oldenburg an der Alexanderstraße ein. Foto: Privat

Eine freudige Überraschung sahen die Spieler dann nach dem Start der Feierlichkeiten auf der anderen Straßenseite. Denn der vom Trainerteam Frank Korte und Dieter Münniks angekündigte Party-Bus war ein echter Hingucker –  von innen wie von außen. „Auch wenn wir letztlich nicht Meister geworden wären, hätten die Jungs sich diese Partybus-Tour verdient gehabt nach der überragenden Rückserie“, sagte Frank Korte. „Unsere Mannschaftskasse war zum Glück gut gefüllt.“

Party-Bus aus Osnabrück

Das Party-Gefährt kam extra aus Osnabrück. Im Inneren versorgte ein Barkeeper Mannschaft und Trainerteam mit Getränken. Abgedunkelte Scheiben, besondere Sitze und Tanzfläche sorgten für den passenden Rahmen für die Meistertour. Der Bus steuerte dann das Sportgelände von Rot-Weiß Emden an. Dort wurde im Vereinsheim mit den Eltern noch lange, lange die überragende Saison gefeiert.

„Es gab auch noch Verabschiedungen und ein paar Reden mit berührenden Worten. Das war dann teilweise auch emotional“, so Korte. Manche der Spieler wechseln nun in den Herrenbereich – die anderen freuen sich alle auf die nächste Saison in der höchsten niedersächsischen Spielklasse.

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