Drei Tore in acht Minuten Youngster Abbey rettet die Unfassbar-Serie von Kickers Emden
Die 1290 Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. In einer spektakulären Schlussphase drehte Kickers Emden die Partie gegen Hildesheim. Youngster Said Abbey spielte ganz groß auf.
Emden - Fabian Herbst drückte ihn, zusammen tanzten sie zu den Fangesängen vor der Kurve. Als ihn dann auch noch Stimmungskanone Yanic Konda auf den Zaun winkte, ließ sich Youngster Said Abbey nicht lange bitten. Unter dem Jubel der Kickers-Fans stimmte der 19-jährige Offensivspieler die Humba an. Vor allem auch dank seiner Leistung hatte Fußball-Oberligist Kickers Emden beim 4:2 (1:1) die Unfassbar-Serie auf 18 Siege in Folge ausgebaut.
Lange sah es vor 1290 Zuschauern im Ostfrieslandstadion danach aus, als könnte es den souveränen Regionalliga-Aufsteiger erwischen. Nach einer leistungsgerechten ersten Halbzeit leistete sich Torhüter Marcel Bergmann einen bitteren Patzer. Der in der Winterpause verpflichtete und lange Zeit verletzte Keeper durfte erstmals von Beginn an ran. In der 50. Minute ließ er einen Freistoß aus 30 Metern, der vorher noch tückisch aufsetzte, nach vorne abprallen. Bei einer weiteren Szene in der ersten Halbzeit wirkte Bergmann etwas unsicher, ansonsten blieb er fehlerfrei und überzeugte vor allem auch mit seinem starken Aufbauspiel.
Bergmann bedankt sich bei der Mannschaft
„Danke an die Jungs, sie haben das Spiel noch einmal gedreht. Bei dem Gegentreffer nehme ich mich selber nicht ganz raus. Der Ball tippt vorher noch auf, ich schätze ihn dann falsch ein und will ihn vor dem Körper fangen, ich muss einfach nur die Hände hoch nehmen“, war Marcel Bergmann dankbar, dass sein Fehler nicht zur Niederlage führte.
Als Schiedsrichter Daniel Fleddermann nach einem Foul von Fabian Herbst an Nikos Elfert auf den Elfmeterpunkt zeigte, drohte nämlich das Ende der Super-Serie. Doch Mohammad Baghdadi (61.) setzte den Ball neben den Kasten, für Gäste-Trainer Marcel Hartmann die spielentscheidende Szene. „Ich glaube nicht, dass Emden das Spiel dann noch gewonnen hätte.“
Verschossener Elfmeter als Weckruf
Der verschossene Elfmeter war noch einmal ein Weckruf für die Emder. In der 71. Minute kam Said Abbey dann für Marcel N’Diaye in die Partie. Das Offensivtalent wechselte im Sommer aus Werders U-19 nach Emden, in seinen 28 überwiegenden Kurzeinsätzen konnte er sein Können bisher nur ansatzweise andeuten. In den wahnsinnigen acht Minuten mit drei Kickers-Toren war er dann mit der Matchwinner.
Kickers Emden: Bergmann, N’Diaye (71. Abbey), Herbst, Jabbie, Engel, Erdogan (59. Kaissis), Siderkiewicz, Sobotta (59. Stöhr), Steffen, Schiller, Steffens.
Tore: 0:1 Hady El Saleh (13.), 1:1 Steffens (23.), 1:2 Mensah (50.), 2:2 Steffen (80.), 3:2 Abbey (82.), 4:2 Steffens (88.).
In der 80. Minute setzte er sich auf der rechten Seite robust durch und flankte scharf in den Strafraum. Tobias Steffen lauerte am langen Pfosten und brachte das Ostfrieslandstadion wieder zum Beben. Nur zwei Minuten später vollendete Said Abbey einen herrlichen Angriff dann selber. Nach einer langen Flanke von Dennis Engel legte David Schiller per Kopf auf Said Abbey, der zum 3:2 einnetzte und sein erstes Saisontor feiern durfte. „Da habe ich gar nicht lange überlegt und ihn einfach reingeschweißt. Man hat gemerkt, dass sich die Jungs auch unheimlich für mich gefreut haben“, strahlte der Angreifer nach der 19. Siegerparty übers ganze Gesicht.
Abbey und Konda auf dem Zaun
Auf dem Zaun war natürlich auch wieder Yanic Konda zu finden, der in der kommenden Spielzeit in seine sechste Kickers-Saison gehen wird. Die Emder verlängerten mit dem Offensivspieler um eine weitere Saison und schafften für ihn noch einen neuen Posten. Konda wird zudem als Teammanager fungieren und soll zusammen mit dem neuen Geschäftsführer Bastian Dassel Aufgaben im Umfeld der Mannschaft wahrnehmen.
„Wir haben immer gesagt, dass wir uns innerhalb der Mannschaft als Familie sehen. Auch wenn wir Yanic in einer sehr starken Regionalliga keine Einsatzzeiten garantieren können, ist er einfach mega wichtig für unser Innenleben. Er lebt diesen Verein wie kaum ein Zweiter und genießt bei uns allen einfach einen besonderen Stellenwert. Darauf wollen wir auch in der kommenden Saison auf keinen Fall verzichten“, erklärte Manager Henning Rießelmann in einer Vereinsmitteilung.