Ostfriesin bereut  Wübbenhorst entschuldigt sich nach Wutrede – hier das Video

| | 23.04.2024 13:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Imke Wübbenhorst geriet beim Schweizer Pokalfinale der Frauen mächtig in Rage. Foto: Imago
Imke Wübbenhorst geriet beim Schweizer Pokalfinale der Frauen mächtig in Rage. Foto: Imago
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Die Auricher Trainerin der Frauen von YB Bern hatte nach der Pokalniederlage Gegner und Spielleiterinnen im Fernsehinterview kritisiert. In einem Video bedauert sie ihr Verhalten.

Aurich/Bern - Die Wutrede der ostfriesischen Trainerin Imke Wübbenhorst am Samstag im Schweizer Fernsehen hat die Fußballszene des Landes durchgerüttelt. Nach der 2:3-Niederlage ihrer Mannschaft von YB Bern gegen Servette Chênois im Pokalfinale der Frauen hatte sich die Auricherin nicht mehr unter Kontrolle, bezeichnete den Sieger als „widerlich spielende und zusammengekaufte Mannschaft“ und übte auch heftige Kritik an den Schiedsrichterinnen. Das Wut-Interview sorgte auch in Deutschland für Schlagzeilen in nahezu allen Medien. Nun hat sich die 35-Jährige in aller Form für ihren Ausraster entschuldigt – ebenfalls per Video.

Auf der Homepage von Young Boys Bern distanzierte sich Wübbenhorst von ihren Aussagen. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mich entschuldige“, beginn sie das Video. „Ich möchte mich bei den Servette-Spielerinnen entschuldigen, die es verdient haben den Pokal zu gewinnen.“

Tiefstes Bedauern

Danach geht die Ostfriesin auch ehrlich auf ihr eigenen Fehlverhalten ein. „Ich habe nach dem Spiel aus Emotionen heraus Dinge gesagt, die man gerade in der Führungsposition als Trainerin nicht sagt und die mir wirklich leidtun.“ Schließlich entschuldigt sich die Fußballlehrerin auch für die Rüffel, die sie den Schiedsrichterinnen erteilt hatte. „Ich weiß, dass es sich einfach nicht gehört so über Gegnerinnen und Schiedsrichter zu sprechen.“ Und Wübbenhorst erklärt zudem, dass sie es bedauert, mit dem Interview auch ihrem Klub geschadet zu haben.

Für die ehrgeizige Auricherin, die in Deutschland großes Ansehen erlangte, weil sie auch Männermannschaften in der Oberliga (BV Cloppenburg) und der Regionalliga (SF Lotte) trainierte, war es letztlich ein restlos verkorkstes Wochenende. Nachdem sie die Mannschaft von YB Bern in nur fast zwei Jahren von einem Team aus der unteren Hälfte der Super League zu einer Spitzenmannschaft geformt hat, stand sie am Samstag kurz vor dem größten Triumph ihrer Trainerkarriere.

Irreguläres Tor

Bern bot dem Super-League-Spitzenreiter aus Genf Paroli und hatte tatsächlich Pech mit einer höchst umstrittenen Entscheidung. Wie Fernsehbilder belegten, ging dem 2:1-Führungstor von Servette Chênois eine Abseitsposition voraus. Dieser irreguläre Treffer und der dramatische Spielverlauf (Bern glich zwischenzeitlich zum 1:1 und 2:2 aus) rüttelten offenbar dermaßen am Nervenkostüm der jungen Trainerin, dass sie zunächst an der Außenlinie in Rage geriet und sich dann vor laufender Kamera unmittelbar nach Spielschluss nicht mehr im Griff hatte.

Nach der umfassenden Entschuldigung darf Imke Wübbenhorst hoffen, dass der Rummel um ihre Person und ihr Wut-Interview abebbt. Der Schweizer Verband hat jedenfalls signalisiert, dass er keinerlei Maßnahmen gegen die Trainerin von YB Bern einleiten wird. Wübbenhorst will sich nun wieder ganz auf ihren Job konzentrieren, wie sie im Schlusssatz der Videobotschaft betont: „Wir können versprechen, dass wir jetzt nach vorne blicken und wir in den Play-Offs alles raushauen werden – hopp YB.“

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