Viehmarkt und Landwirt Zwei Anzeigen von Tierschützern – das ist der Stand der Ermittlungen
Tierschützer hatten im vergangenen Jahr jeweils Anzeigen gegen die Verantwortlichen des Galliviehmarktes sowie einen Landwirt in Leer erstattet. Wir haben nachgefragt, wie weit die Ermittlungen sind.
Leer - Sowohl ein Landwirt aus Leer als auch der Galliviehmarkt waren im vergangenen Jahr in den Fokus von Tierschützern gerückt. Strafanzeigen wurden erstattet und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
So hatten Mitglieder der Organisation „Ostfriesen gegen Tierleid“ im Oktober während und nach dem Galliviehmarkt Vorwürfe gegen die Verantwortlichen erhoben. Tiere seien zu kurz angebunden worden und seien krank gewesen. Die Mitglieder erstatteten Strafanzeige. Im November zeigte zudem die Tierschutz-Organisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) einen Landwirt aus Leer an. Dieser habe eine Kuh an einen Transporter gebunden und mit einem Traktor gezogen, hieß es. Videomaterial davon hätte sie erreicht. Ein weiteres Video solle zeigen, wie er das Tier körperlich angehe. Wir haben nachgefragt, wie der Stand der Ermittlungen ist.
Galliviehmarkt
Das Ermittlungsverfahren, das den Galliviehmarkt betrifft, wurde eingestellt. Das teilt Stefan Gleissner, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Aurich, auf Nachfrage mit. Der Grund sei, dass sich „nach dem Ergebnis der Ermittlungen keine tierschutzrechtlichen Verstöße und damit auch kein strafbares Verhalten feststellen ließen“. Bereits nach dem Galliviehmarkt hatten sowohl die Stadt Leer als Veranstalterin als auch der Landkreis Leer als zuständige Veterinärbehörde die Vorwürfe zurückgewiesen. So hatte die Kreisverwaltung dieser Zeitung mitgeteilt, dass ein Rind zwar Rinderflechte hatte, aber diese nicht mehr ansteckend gewesen sei.
Ein weiterer Vorwurf der Tierschützer war, dass im Kot eines Rindes Blut gewesen und das Tier daher krank sei. Dazu der Landkreis: „Das Tier hatte kein Blut im Kot. Das war ein Rind in der Brunst; frisches Blut tropfte auf die Kuhfladen.“ Bei Blut im Kot wäre das Blut aufgrund der Verdauung schwarz gewesen. „Alle Beteiligten legen äußerst viel Wert auf ordnungsgemäße und rechtlich gesicherte Durchführung des Viehmarktes und insbesondere auf einen vernünftigen Umgang mit den Tieren“, hatte Stadtsprecher Edgar Behrendt auf Nachfrage mitgeteilt. Während des gesamten Viehmarktes seien das Veterinäramt und die Marktverwaltung dauerhaft vor Ort. Die Behauptungen der Tierschützer seien durch das Veterinäramt widerlegt worden. „Aus unserer Sicht wird kein Grund gesehen, den Viehmarkt zukünftig nicht mehr durchzuführen“, betonte der Stadtsprecher.
Anzeige gegen den Landwirt
Nach der Strafanzeige von Peta Deutschland wegen Tierquälerei wurde laut Gleissner bei der Staatsanwaltschaft Aurich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „In dieser Angelegenheit dauern die Ermittlungen an“, teilt der Pressesprecher mit.