Jahreshauptversammlung  Ein ruhiges Jahr mit Beinahe-Katastrophe für Borkums Feuerwehr

| | 08.04.2024 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Borkums Stadtbrandmeister Aike Brinkmann präsentierte seinen Jahresbericht 2023. Foto: Ferber
Borkums Stadtbrandmeister Aike Brinkmann präsentierte seinen Jahresbericht 2023. Foto: Ferber
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Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Borkum blicken auf ein eher ruhiges Jahr 2023 zurück. Doch fast hätten sie es, wie die ganze Insel, mit einer Katastrophe zu tun bekommen.

Borkum - Damit hatte er offensichtlich nicht gerechnet. Sichtlich überrascht und gerührt erhielt Aike Brinkmann am Ende der Jahreshauptversammlung am Samstagabend die Ehrennadel in Bronze vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen für besondere Verdienste. Vorgeschlagen worden war Borkums Stadtbrandmeister, der 2001 mit 16 Jahren in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr eintrat, aus den eigenen Reihen. Die Auszeichnung übernahm Peter Eggers, stellvertretender Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter Nord.

Die Einsätze 2023

Nach dem Rekordjahr 2022 mit insgesamt 137 Alarmierungen fiel die Bilanz 2023 überschaubarer aus, wie Stadtbrandmeister Aike Brinkmann in seinem Jahresbericht aufzeigte. Verzeichnet wurden 2023 demnach 68 Brandeinsätze (53 Brandmeldeanlagen, 13 Kleinfeuer, ein Zimmerbrand, ein Großbrand) sowie 30 Hilfeleistungen (sechs Sturmschäden, sieben Wasserschäden; 17 Personen in Not, also zum Beispiel Rettung von einer Sandbank oder Türöffnungen). Die Gesamteinsatzzahl der Feuerwehren im ganzen Kreisgebiet lag nach Angaben von Peter Eggers 2023 bei 1731 (ein Plus von 315 im Vergleich zu 2022).

Das einzige Mal wurde 2023 in der Nacht zum 14. November auf der Insel die Sirene ausgelöst, als es im Bahnhofspad in „Omas Borkumer Teestübchen“ zu einem ausgedehnten Küchenbrand kam. „Wir konnten das Feuer relativ schnell unter Kontrolle bringen. Leider wurde durch die extreme Hitze und eine Durchzündung in den Gastraum das ganze Café zerstört und die darüber liegenden Wohnungen durch den Brandrauch stark in Mitleidenschaft gezogen“, erinnerte Brinkmann. Bemerkenswert: Alle Prüflinge, die erst kurz zuvor erfolgreich ihren Atemschutzgeräte-Lehrgang bestanden hatten, konnten ihren Kenntnisse gleich in der Praxis anwenden.

"Omas Borkumer Teestübchen" wurden bei einem Brand im vergangenen November stark in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Ferber
"Omas Borkumer Teestübchen" wurden bei einem Brand im vergangenen November stark in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Ferber

Neben einer erfolgreichen Großübung an der Deichschart als Vorbereitung auf die Sturmsaison – die Scharte lässt sich laut Brinkmann nun schneller und mit weniger Personal komplett schließen – verwies der Stadtbrandmeister auch auf den 30-jährigen Geburtstag des TLF 16/25 im vergangenen Jahr. Der „Senior unter den Tanklöschfahrzeugen“ gehöre noch lange nicht zum alten Eisen, versicherte Brinkmann. Unter anderem habe der Gerätewart mit Mitteln des Fördervereins die Beleuchtung auf LED umgerüstet.

Der Personenbestand

Die Freiwillige Feuerwehr Borkum setzt sich nach Angaben von Stadtbrandmeister Brinkmann personell wie folgt zusammen (Stand 31. Dezember 2023): 64 Aktive (davon 14 Frauen) in den Löschzügen, 36 Aktive (18 Männer, 18 Frauen) im Musikzug, 39 Personen in der Seniorenabteilung (37 Männer, zwei Frauen), zehn Aktive in der Jugendabteilung (acht Jungs, zwei Mädchen). Nebenbei: Die Borkumer Jugendfeuerwehr holte 2023 den vierten Platz beim Kreisausscheid in Bunde. Dazu kommen vier Ehrenmitglieder und 236 fördernde Mitglieder. Zum neuen Vorsitzenden des Festausschusses wurde Nico Poppinga gewählt.

Auftritte des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Borkum unter Leitung von Axel Held (links) gehören zur Jahreshauptversammlung dazu. Foto: Ferber
Auftritte des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Borkum unter Leitung von Axel Held (links) gehören zur Jahreshauptversammlung dazu. Foto: Ferber

Aike Brinkmann dankte allen Kameradinnen und Kameraden für deren Bereitschaft, ihre Freizeit dem Ehrenamt der Feuerwehr/dem Musikzug zu widmen – und schloss in seinem Dank auch die Familien und Arbeitgeber (für die Freistellung der Aktiven zu Einsätzen und Lehrgängen) ausdrücklich mit ein.

Die Ehrungen

Folgende Personen wurden durch den Abschnittsleiter Nord Peter Eggers für ihre Verdienste in der Feuerwehr geehrt: Für 25 Jahre aktiven Dienst: Ronny Bastian, Sven Wiese, Stefan Beckmann und Andrea Beck. Für 40 Jahre aktiven Dienst: Wiard Byl, Jörg Swart und Ralf Anderer und für 40-jährige Mitgliedschaft: Michael Apfeld und Michael Mombeck. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Tanja Wolthausen und Tjark Beckmann für 40 Jahre Aktivität im Musikzug. Beckmann geht zudem in die Altersabteilung über.

Gruppenbild mit Geehrten, eingerahmt vom stellvertretenden Stadtbrandmeister Andreas Harms (links) und Stadtbrandmeister Aike Brinkmann (rechts). Foto: Ferber
Gruppenbild mit Geehrten, eingerahmt vom stellvertretenden Stadtbrandmeister Andreas Harms (links) und Stadtbrandmeister Aike Brinkmann (rechts). Foto: Ferber

Die Beförderungen

Keine Jahreshauptversammlung ohne Beförderungen. Diesmal befördert wurden Damian Thiemann (zum Feuerwehrmann), Kassem Almidani (zum Oberfeuerwehrmann), Malte Munk (zum Hauptfeuerwehrmann), Jennifer Fischer (zur 1. Hauptfeuerwehrfrau), Marc Düpree, Marcel Fischer und Ralf Anderer (alle zum 1. Hauptfeuerwehrmann) sowie Aike Brinkmann (zum 1. Hauptbrandmeister).

Abschnittsleiter Nord Peter Eggers (rechts) gesellte sich mit aufs Foto der Beförderten. Foto: Ferber
Abschnittsleiter Nord Peter Eggers (rechts) gesellte sich mit aufs Foto der Beförderten. Foto: Ferber

Die Grußworte

Bürgermeister Jürgen Akkermann überbrachte wie üblich Grüße und Dank von Verwaltung Rat und Bevölkerung für die stete Einsatzbereitschaft der Feuerwehr – die man auch und gerade dann hochhalten müsse, wenn lange Zeit nichts passiere. Der wichtige Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes liege fast vollständig auf den Schultern von Ehrenamtlichen, die Feuerwehr sei fest in der Inselgemeinschaft verankert, lobte Akkermann. Er erinnerte auch an einen Beinahe-Einsatz der Feuerwehr wegen des brennenden Autofrachters „Fremantle Highway“ unweit von Borkum im vergangenen Sommer. Dies habe vor Ort dazu geführt, dass die Bestände überprüft worden seien. Es habe sich aber auch gezeigt, etwa in vielen Gesprächen mit dem Havariekommando, dass Borkum vom Festland bei einer Katastrophe, also einem Auseinanderbrechen des Stahlkolosses und den Folgen, nicht alleine gelassen worden wäre.

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