Platzsanierung im Sommer Kickers Emden bekommt eine Beregnungsanlage
Seit Jahren plant Fußball-Oberligist Kickers Emden die Platzsanierung. Die Vorarbeiten haben begonnen, in wenigen Wochen soll der Kleiboden entfernt werden. Der Staffelleiter muss auch mitspielen.
Emden - Ohne den Schlammplatz im Ostfriesland-Stadion wäre es nicht zum Jahrhundertspiel im November gegen Bersenbrück gekommen. Dennoch hofft Fußball-Oberligist Kickers Emden, dass sich solche Bilder nicht wiederholen. Im Sommer kommen nun endlich die Bagger. Seit Jahren gibt es Probleme mit dem tiefen Kleiboden, viele Spiele mussten im Herbst/Winter abgesagt werden. Am 5. März genehmigte der Emder Sportausschuss aufgrund der gestiegenen Kosten noch einen weiteren Zuschuss in Höhe von 108.000 Euro, in knapp zwei Monaten soll es losgehen.
Was soll am Platz gemacht werden?
Aktuell werden Bodenproben entnommen. Danach wird entschieden werden, wie tief ausgekoffert werden muss. „Das ist schon ein großer Unterschied, ob es 30 oder 40 Zentimeter sein müssen“, erklärt Vorstandsmitglied Nils Andersson, der sich verantwortlich um die Sanierung kümmert. Der Ex-Spieler ist Tiefbauingenieur und als Betriebsleiter der Emder Bau- und Entsorgungsbetriebe ein Mann vom Fach. Wenn der Boden im Sommer entnommen ist, werden neue Drainageleitungen mit einer neuen Anlage verlegt. Entwässert werden soll künftig in einen Kanal, der zwischen dem Stadion und der Nordseehalle liegt. Danach kommt als Boden ein neues Erde-Sandgemisch. Später wird dann ein Rollrasen verlegt. Und, nicht zu vergessen: Es wird auch eine Beregnungsanlage installiert. „In den Sommermonaten ist das für die Bewässerung unerlässlich“, so Andersson.
Wie ist der Zeitplan?
Sollten die Emder den ersten Platz halten und als Tabellenführer in die Regionalliga aufsteigen, würde am 25. Mai das letzte Heimspiel gegen den SV Ramlingen-Ehlershausen ausgetragen werden. Als Tabellenzweiter würden sich noch Relegationsspiele anschließen. Im Optimalfall würden die Arbeiten also Ende Mai starten und würden sich wohl bis in den August hinziehen. Sebastian Plog, Technischer Direktor bei Kickers, geht davon aus, dass Ende Juli, Anfang August die Saison mit einem NFV-Pokal-Spiel startet. Der BSV würde zudem beim Staffelleiter beantragen, die ersten Meisterschaftsspiele auswärts austragen zu dürfen.
Welche Auswirkungen hat es auf die Mannschaft?
Klar ist, dass die Emder in der Vorbereitung keine Spiele im Ostfrieslandstadion werden austragen können. „Da müssen wir sicher improvisieren, aber das bekommen wir schon hin“, meinte Sebastian Plog.
Wer soll den Platz nutzen?
Natürlich in erster Linie die erste Mannschaft. Geplant ist aber auch, dass die erfolgreiche A-Jugend oder andere Nachwuchsmannschaften den Platz bei besonderen Spielen nutzen sollen. Durch die guten Kontakte von Manager Henning Rießelmann ist künftig dann sicher auch denkbar, dass zu Testspielen mal wieder attraktive Klubs in Ostfriesland vorbeischauen. „Mit einem guten Platz könnten wir uns vielleicht auch mal wieder für ein DFB-Jugendländerspiel bewerben“, hofft Andersson.
Mit welchen Kosten ist zu rechnen und wer übernimmt sie?
Kickers rechnet mit Kosten um die 500.000 Euro. Folgende Fördermittel wurde genehmigt und müssen jetzt im Sommer auch abgerufen werden. Stadt Emden: 100.000 Euro (März 2021) und 100.008 Euro (März 2024), Stadtsportbund: 66.500 (März 2021), Landessportbund: 82.955. Das ergibt insgesamt 357.455 Euro an Fördergeldern. Wie Eckard Sanders, stellvertretender Vorsitzender erklärte, geht Kickers von Eigenmitteln in Höhe von gut 100.000 Euro aus. Die Sanierung ist übrigens Sache des Vereins und nicht der kommenden GmbH. Auch die Fördermittel wurden bekanntlich vom Verein beantragt.
Sind Vorarbeiten für mögliche DFB-Anforderungen bei einem irgendwann denkbaren Drittliga-Aufstieg geplant?
Nein, solche Vorarbeiten können bei diesem Projekt nicht umgesetzt werden. In der Dritten Liga wird als Voraussetzung zum Beispiel eine Rasenheizung gefordert. „Das hätte den Rahmen gesprengt. Wir hoffen, dass wir ab Sommer auf einem gepflegten Rasen unsere Spiele austragen können. Der Rest ist Zukunftsmusik“, meinte Andersson.