Altes Bauwerk ist marode  Das ist der Stand beim Neubau der Ledabrücke in Leer

| | 23.02.2024 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf der Wiese neben der alten Ledabrücke wird gerade tonnenweise Sand aufgefahren. Foto: Bothe
Auf der Wiese neben der alten Ledabrücke wird gerade tonnenweise Sand aufgefahren. Foto: Bothe
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Es war eine Hiobsbotschaft in dieser Woche: Die alte Ledabrücke ist maroder als angenommen. Wir haben nach dem Stand beim Neubau gefragt und erläutern, warum ein Vorschlag der CDU kaum umzusetzen ist.

Leer - Die alte Ledabrücke ist in die Jahre gekommen. An einem Neubau wird schon viele Jahre lang geplant. In dieser Woche machte die Nachricht, dass die alte Brücke maroder ist als gedacht, deutlich, wie dringend das Bauwerk ersetzt werden muss. „Erhebliche Schäden“ seien bei der letzten Überprüfung festgestellt worden, teilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit. „Diese Schäden wurden sowohl an den Trägern der Stahlkonstruktion als auch an den Betonfahrbahnplatten festgestellt.“

Die alte Ledabrücke ist so marode, dass die Gewichtsbeschränkung ab dem 1. März verschärft wird. Foto: Bothe
Die alte Ledabrücke ist so marode, dass die Gewichtsbeschränkung ab dem 1. März verschärft wird. Foto: Bothe

Damit die Brücke noch bis zur geplanten Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2028 zumindest für Autos hält, wurde die Gewichtsbeschränkung reduziert. Nur noch Fahrzeuge, in deren Papieren ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen steht, dürfen ab dem 1. März 2024 die Leda an dieser Stelle passieren. Auf Nachfrage erläutert Behördensprecher Johannes Booken, dass die 7,5 Tonnen auch für Gespanne gelten. Aber wie sieht es eigentlich mit den Planungen für den Neubau aus?

Warten auf den Planfeststellungsbeschluss

Was noch fehlt ist die endgültige Genehmigung – der sogenannte Planfeststellungsbeschluss. Im Anschluss könne man in die Ausschreibung gehen, hatte der Leiter der Landesstraßenbaubehörde, Frank Buchholz, im vergangenen November gesagt. Nur die wasserrechtliche Genehmigung fehle für das Planfeststellungsverfahren noch, der Antrag sei gestellt, hieß es. Zuständig dafür ist der Landkreis Leer. Dessen Sprecher Philipp Koenen teilt mit, dass mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) „inzwischen ein Einvernehmen über die wasserrechtliche Erlaubnis hergestellt werden“ konnte. Diese sei erforderlich, damit das Emssperrwerk später zu dem Zweck gesperrt werden darf, um das Einschwimmen der neuen Ledabrücke über den Fluss zu ermöglichen. „Dafür ist in dem tideabhängigen Gewässer ein gleichbleibender Wasserstand nötig“, so Koenen. Die wasserrechtliche Erlaubnis werde Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses sein.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich als Bauherr und Antragsteller überarbeitet laut Koenen derzeit noch einige erforderliche Unterlagen. „Sobald diese mit den Änderungen vorliegen, kann der Landkreis Leer den Planfeststellungsbeschluss treffen“, erläutert Koenen. Anschließend werde der Beschluss öffentlich bekannt gemacht und für zwei Wochen ausliegen. Dies erfolge in diesen Kommunen: bei der Stadt Leer sowie in den Gemeinden Westoverledingen, Rhauderfehn, Ostrhauderfehn und Detern. Nach Ende der Auslegungsfrist könne der Beschluss in Kraft treten.

CDU will eine Zwischenlösung, Behörde widerspricht

Derzeit sieht man auf der Wiese neben der Ledabrücke am Südring zahlreiche Laster Sand anliefern. Damit werde die Arbeitsebene erstellt, erläutert Booken. „Es ist noch alles im Zeitplan“, betont der Sprecher. Die alte Ledabrücke werde zudem im April das nächste Mal überprüft.

Nach Bekanntwerden der großen Schäden fordert die Leeraner CDU-Kreistagsfraktion eine Zwischenlösung für das alte Bauwerk. „Der Nachteil für die gesamte Wirtschaft in der Stadt und zum Teil im Landkreis Leer ist enorm“, wird die Fraktionsvorsitzende Grietje Oldigs-Nannen im Hinblick auf die neuen Gewichtsbeschränkungen zitiert. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Dieter Baumann, habe in einer Sitzung des nichtöffentliche tagenden Kreisausschusses gefordert, die bestehende Brücke für die Zwischenzeit zu verstärken. Dies dürfe nicht an den Kosten scheitern, denn der Schaden für die örtliche Wirtschaft sei weitaus höher einzuschätzen. „Ich halte den Bund für verpflichtet, diese Verkehrsader vollständig befahrbar zu halten“, so Baumann.

„Die Forderung, die Ledabrücke zu verstärken, kann nicht ohne einen mehrjährigen Aufwand umgesetzt werden“, teilt Johannes Booken auf Nachfrage mit. Im Detail müssten eine Konstruktion unter die Brücke gebaut, die Betonfahrplatten herausgenommen, der Stahl ertüchtigt, neue Kopfbolzen eingebaut sowie neue Fahrbahnplatten betoniert werden. „Dieses Vorgehen würde eine Vollsperrung mit sich bringen, die mehr als zwei Jahre lang andauern und damit alle Verkehrsteilnehmer treffen würde“, macht der Behördensprecher deutlich. Eine Zwischenlösung wie von der CDU vorgeschlagen scheint das damit nicht zu sein.

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