Finanzexperte macht’s Der neue Vorsitzende von Kickers Emden steht fest
Hendrik Poppinga hat sich in den vergangenen Monaten mit seiner Firma um den Schuldenabbau beim BSV gekümmert. Nun übernimmt er den Vereinsvorsitz – aber nur für einige Monate.
Emden - Das Rätselraten um den künftigen Vereinsvorsitzenden des Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden hat ein Ende. Wenn bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Februar (Donnerstag) ab 19 Uhr im Hotel Faldernpoort der bisherige Vorstand seinen Rücktritt erklärt, wird der BSV ein komplett neues Kandidaten-Team präsentieren. An der Spitze steht jener Experte, der mit seinem Steuerbüro (Poppinga, Stomberg und Kollegen) in den vergangenen Monaten die desolate Finanzlage des Vereins aufgearbeitet und den Abbau der Schulden eingeleitet hat: der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hendrik Poppinga.
Als stellvertretender Vorsitzender wird Eckhard Sanders kandidieren, der aktuell dem Wirtschaftsbeirat angehört. Sanders hatte in den vergangenen Wochen immer wieder erklärt, für Vorstandsarbeit zur Verfügung zu stehen. Zugleich lehnte er es vehement ab, das Amt des Klubchefs an vorderster Front zu übernehmen.
Nur bis November im Amt
In den vergangenen Tagen und Wochen wurden somit in der Gerüchteküche verschiedenste Namen als Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Dr. Jörg Winter gehandelt. Diese Spekulationen haben nun ein Ende - zumindest vorerst. Denn Poppinga übernimmt den Posten nur zeitlich begrenzt, wie er auf Anfrage unserer Zeitung betonte: „Ich mache das nur interimsmäßig bis zur Jahreshauptversammlung im November. In dieser Zeit werden wir mit dem neuen Vorstand versuchen, den Verein in ruhiges Fahrwasser zu führen.“
Poppinga, der in Pewsum wohnt, macht deutlich, dass er sich für das Amt wahrlich nicht aufgedrängt habe, sondern immer wieder darum gebeten wurde. Letztlich wollte er den BSV Kickers nach der ganzen Vorarbeit seines Mitarbeiterteams in den vergangenen Monaten nicht hängen lassen. „Ich sehe das Ganze projektbezogen.“
Heimatklub ist TuS Pewsum
Das in Pewsum und Emden ansässige Steuerbüro hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Oberligist keine Insolvenz anmelden musste und damit verhindert, dass Kickers völlig von der Bildfläche verschwunden wäre. Nun sollen Hendrik Poppinga, Eckhard Sanders und die weiteren neuen Vorstandsmitglieder die Zukunft von Kickers Emden gestalten.
Wenn Poppinga seine Hauptaufgabe erledigt hat, wird er sich wieder aus dem Vorstand verabschieden und sich dem TuS Pewsum widmen. Denn bei seinem Heimatklub fungiert er schon seit längerer Zeit als stellvertretender Vorsitzender. Deshalb informierte er Anfang dieser Woche auch zunächst seine Pewsumer Vorstandskollegen, ehe er die endgültige Zusage in Emden gab.
Ausgliederung des Oberligateams folgt
Das künftige Führungsteam des BSV hat aber mit der Leitung der Oberligamannschaft sehr wenig zu tun. Diese Aufgabe liegt in den Händen des Fußballunternehmers Henning Rießelmann und seines Teams. Die „Rießelmänner“ stiegen im vergangenen Sommer bei Kickers Emden ein, weil sie im Traditionsverein großes Potenzial sahen. Sie schafften es, innerhalb kürzester Zeit neue Fußball-Begeisterung in Emden und Umgebung zu entfachen. Der Zuschauerschnitt stieg auf die für Oberligaverhältnisse unfassbare Zahl von rund 1500.
Rießelmann hatte die Fortdauer seines Engagements aber von der Schuldenfreiheit des Klubs und der Ausgliederung der 1. Mannschaft in eine GmbH abhängig gemacht. Bei der bevorstehenden Ausgliederung bedarf es aber noch der Zustimmung der Mitglieder. Dieses Thema steht noch nicht auf der Tagesordnung der Versammlung am 29. Februar. Die Abstimmung darüber wird bei einer weiteren Zusammenkunft der Kickeraner im März oder April erfolgen.
Manager Henning Rießelmann, der zwischenzeitlich auch als Vereinsvorsitzender gehandelt worden war, ist froh über die künftige Besetzung der BSV-Führung mit Hendrik Poppinga und Eckhard Sanders an der Spitze. „Damit ist eine gute Basis vorhanden, den Verein ruhig und seriös zu führen.“