Überraschung beim Ostfrieslandligisten  Trainerwechsel bei Uplengen – Rosendahl hört im Sommer auf

| | 16.02.2024 12:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Christian Rosendahl hört am Saisonende nach drei Jahren auf. Foto: Doden/Blomberg
Christian Rosendahl hört am Saisonende nach drei Jahren auf. Foto: Doden/Blomberg
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Obwohl es sportlich läuft, gibt es eine Veränderung. Der scheidende Coach nennt zwei Beweggründe. Der Nachfolger ist ein bekannter Name. Er beendet für das Traineramt extra seine Spielerlaufbahn.

Remels - Wenn Fußball-Ostfrieslandligist VfB Uplengen am Samstag, 17. Februar, mit dem Heimspiel gegen den FC Loquard um 15 Uhr in die zweite Saisonhälfte startet, beginnt die Abschiedstour von Christian Rosendahl und Carsten Gündel. Der 45-jährige Rosendahl wird als VfB-Trainer im Sommer aufhören und das Amt an den 31-jährigen Gündel übergeben, der dafür seine Spielerlaufbahn beenden wird. Zusammen wollen sie für den perfekten Abschied in den jeweiligen Rollen sorgen. „Für uns ist noch alles drin: Bezirksliga-Aufstieg und Kreispokalsieg. Das sind jetzt auch unsere großen Ziele“, sagt der Moormerländer Rosendahl.

Dem kann Carsten Gündel nur beipflichten. „Das wäre natürlich überragend“, sagt der langjährige Kapitän, der das Amt vor der Saison bewusst an Julian Marchlewitz abgegeben hatte. „Ursprünglich wollte ich noch ein, zwei Jährchen spielen. Aber nun kommt es anders.“

Warum bleibt Rosendahl nicht?

Vor einigen Wochen sprachen Fußballobmann Heino Müller und Christian Rosendahl über die neue Spielzeit. Der VfB signalisierte, mit dem Moormerländer weitermachen und in eine dritte gemeinsame Saison gehen zu wollen. Der Moormerländer bat um Bedenkzeit, an dessen Ende er seinen Abschied verkündete. „Mir ist die Entscheidung sehr schwer gefallen, weil es mir mit der Mannschaft großen Spaß macht, der Verein auch auf Vorstandsebene super aufgestellt ist und die Rahmenbedingungen mit dem neuen Kunstrasenplatz super sind. Mit Verein und Team hat meine Entscheidung also nichts zu tun.“

Christian Rosendahl ist schon seit vielen Jahren als Trainer aktiv. Foto: Doden/Blomberg
Christian Rosendahl ist schon seit vielen Jahren als Trainer aktiv. Foto: Doden/Blomberg

Zwei Dinge führten laut Rosendahl zum „Nein“. Hauptgrund sei eine weitere, zusätzliche berufliche Aufgabe, die in den nächsten Wochen schon startet. Der Berufsschullehrer in Emden wird für die IHK Weiterbildungen betreuen – mit festen Terminen. Zweimal pro Woche stehen von 18 Uhr bis fast 22 Uhr Kurse in Emden an. „Das auf Dauer mit dem Trainer-Job unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig.“

Schon 20 Jahre als Trainer dabei

Zudem hatte er das Gefühl, dass es mal an der Zeit sei, als Trainer „durchzuschnaufen“. Mit Mitte 20 begann er einst bei Concordia Neermoor als Coach. Es folgte noch eine weitere langjährige Station in Warsingsfehn und auch kürzere Engagements bei den A-Junioren von Kickers Emden, beim damaligen Landesligisten Germania Leer und dem SC Wiesens. „Ich bin jetzt insgesamt 20 Jahre im Trainergeschäft. Man sehnt sich mal nach einer Pause.“

Carsten Gündel (links) war bis zur letzten Saison viele Jahre Kapitän des VfB Uplengen. Im Sommer wird er nun den Trainerposten übernehmen. Archivfoto: Doden/Emden
Carsten Gündel (links) war bis zur letzten Saison viele Jahre Kapitän des VfB Uplengen. Im Sommer wird er nun den Trainerposten übernehmen. Archivfoto: Doden/Emden

Eine Zwangspause hatte in der Hinserie Carsten Gündel als Spieler. Der Mittelfeldantreiber hatte sich den Innenmeniskus gerissen. Weil Rosendahls Co-Trainer Steffen Drewer aufgrund einer einjährigen Europareise nicht zur Verfügung steht, übernahm Gündel den Posten. „So war ich weiter nah an der Mannschaft. Das hat mir auch Spaß gemacht.“

Gündel die „optimale Lösung“

Als das VfB-Urgestein nach dem Rosendahl-Nein vom Verein die Trainerrolle angeboten bekam, bat auch er um Zeit. Er musste sich die Frage stellen, ob er diese Rolle schon will – und es als Familienvater der kleinen Alea (1) auch mit seiner Frau besprechen. „Ich habe relativ schnell zugesagt, weil ich da Lust zu habe, meine Frau mich unterstützt und ich aus dem Team auch positive Signale erhalten habe“, so der 31-Jährige. Rosendahl freut sich über das „Ja“. „Das ist die optimale Lösung.“

Carsten Gündel hat in seinem Leben schon einen harten Kampf bestreiten müssen. 2020 wurde bei ihm Ohrspeicheldrüsenkrebs festgestellt. Eine Operation und Bestrahlungen waren notwendig. Im September 2021 kehrte der Antreiber und Kämpfer dann emotional auf den Fußballplatz zurück. Eine der regelmäßigen Routine-Nachuntersuchungen stand nun am Donnerstag wieder an. „Es ist alles gut.“

Gündel trainiert seinen älteren Bruder

So kann er sich mit voller Kraft ins letzte halbe Jahr als Spieler stürzen. Denn die ihm auch offerierte Spielertrainerrolle wollte er bewusst nicht annehmen, sich künftig mit Co-Trainer Drewer voll auf die Arbeit von außen konzentrieren. Die kennt er auch schon als Jugendtrainer. Einige Spieler aus der Mannschaft hat er einige Jahre in der B- und A-Jugend trainiert. Zusammen mit dem zweieinhalb Jahre älteren Bruder Christian, der als Stürmer auch eine feste Säule im Team ist. Ab Sommer ist der „kleine Bruder“ dann auch sein Chef. „Das bekommen wir hin“, sagt Carsten Gündel und lacht.

Mit Christian Gündel (links) spielt auch der ältere Bruder von Carsten Gündel seit vielen Jahren beim VfB. Foto.
Mit Christian Gündel (links) spielt auch der ältere Bruder von Carsten Gündel seit vielen Jahren beim VfB. Foto.

Nun freuen sich beide auf die letzten sechs Monate als Mitspieler. Carsten Gündel kehrt nach seiner langen Verletzung auf den Platz zurück, wo der VfB noch einiges erreichen kann. Als derzeit Ostfrieslandliga-Dritter sind der direkte Aufstieg (Platz eins und zwei) oder die Relegation als Dritter möglich – im Kreispokal steht der VfB zudem im Halbfinale. „Ich freue mich auf das, was in den nächsten Monaten noch kommen kann.“

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