Traumstart in Oldenburg Stürmer verlässt Kickers und trifft doppelt für neuen Klub
Der VfL Oldenburg gewann ein Testspiel gegen den Landesligisten GW Mühlen mit 6:1. Vier Treffer erzielten ehemalige Spieler von Kickers Emden.
Emden - Das Auricher Stürmertalent Simon Hoffmann bekam in der gesamten Hinrunde beim Oberligisten BSV Kickers Emden gerade einmal 19 Minuten Einsatzzeit. Das bewog den 19-Jährigen letztlich, den BSV doch noch auf den letzten Drücker in der Winterpause zu verlassen. Am Donnerstag unterschrieb Hoffmann einen Vertrag beim Emder Ligakonkurrenten VfL Oldenburg. Dort glückte ihm ein Traumeinstand. Beim 6:1-Testspielsieg gegen den Landesligisten GW Mühlen erzielte Hoffmann am Sonntag schon nach vier Minuten das 1:0 und ließ nach 29 Minuten mit dem 3:1 seinen zweiten Treffer folgen.
„So ein Einstand hat natürlich Spaß gemacht“, kommentiert der junge Angreifer sein Super-Debüt. Nach diesem Start würde es nicht verwundern, wenn er beim VfL am Samstag beim Oberligaspiel in Vorsfelde mehr Einsatzzeit bekäme als bei Kickers in der gesamten Hinrunde. „Deshalb habe ich mich ja noch zum Wechsel entschieden“, sagt Hoffmann. „Ich möchte ja spielen und nicht nur zugucken.“
Rießelmann riet zum Wechsel
Und in Emden wären Einsätze auch in der Rückrunde rar geblieben. „Das haben mir die Verantwortlichen in einem Gespräch auch noch einmal deutlich gemacht.“ Hoffmann, der als Jugendlicher schon bei RB Leipzig, Fortuna Düsseldorf und beim SV Meppen in der A-Jugend-Bundesliga gespielt hat, betont aber, dass er Emden nicht im Groll verlassen habe. „Kickers hat mit Tido Steffens und David Schiller zwei überragende Stürmer. Bei dieser Konkurrenz hatte ich es natürlich sehr schwer.“
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Der BSV-Manager Henning Rießelmann habe ihm deshalb sogar zum Wechsel geraten und den Kontakt zu den Oldenburgern hergestellt. „Simon ist ein junger Stürmer. Ich habe ihm gesagt, dass er Spielpraxis sammeln muss“, erklärt Rießelmann. „Und die hätte er bei uns nicht bekommen.“ Rießelmann betont, dass er im Sinne des Spielers gehandelt habe. „Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt und beobachten weiter, wie er sich entwickelt.“
Bei Kickers öfter frustriert
Sollte der Stürmer in Oldenburg fußballerisch weiter reifen und treffen, wäre eine Rückkehr zu Kickers aus Rießelmanns Sicht denkbar. „Vorstellen könnte ich mir das ebenfalls“, bestätigt der Angreifer – auch wenn er in dem halben Jahr beim BSV Kickers nicht immer glücklich war. „Ich war natürlich öfter geknickt und manchmal auch ein bisschen sauer“, räumt er ein. „Aber das geht wohl jedem Spieler so, wenn er nicht zum Einsatz kommt.“ Notgedrungen lief Hoffmann häufiger in der B-Klasse für RW/Kickers Emden II auf und schoss sich dort mit 20 Toren in einem halben dutzend Spiele den Frust von der Seele.
Beim VfL Oldenburg wird er vermutlich mit einem anderen Ex-Emder die Doppelspitze bilden. Tade Niehues war dort bislang der einzig gelernte Mittelstürmer und rangiert mit neun Toren auf Platz vier der Oberliga-Torschützenliste. Am Sonntag erzielte Niehues beim Test gegen Mühlen den Treffer zum 4:1 für den VfL. Und das 5:1 markierte mit Matthias Goosmann ebenfalls ein ehemaliger BSV-Akteur.
Wenn dieses Ostfriesen-Trio weiterhin so gut harmoniert und so häufig trifft, muss sich der BSV Kickers auf einen harten 13. April gefasst machen. Denn dann ist der Titelfavorit beim VfL Oldenburg und den sicherlich hoch motivierten Ex-Emdern zu Gast.