Jahresbilanz vorgestellt Sparkasse Leer-Wittmund mit solidem Wachstum in 2023
Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. Sowohl mit dem Kreditgeschäft als auch mit den Einlagen ist man zufrieden. Die Kunden bekommen derzeit eine neue Karte mit einer besonderen Funktion.
Leer - Die Verantwortlichen der Sparkasse Leer-Wittmund blicken stolz und zufrieden auf das Jahr 2023 zurück. Das machten Vorstandsvorsitzender Carsten Rinne und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Ingo Fortkamp bei einem Pressegespräch an diesem Freitag (26. Januar 2024) deutlich. Die Sparkasse habe eine gute Geschäftsentwicklung mit einem soliden Wachstum verzeichnet. Sie habe gezeigt, dass sie „gerade in unseren Zeiten an der Seite der Menschen bleibt“ und sich um deren Anliegen und Bedürfnisse kümmere. „Das macht uns als Sparkasse aus“, so Rinne.
Kredite
Zum Jahreswechsel hatte die Sparkasse einen Höchstwert von rund 2,1 Milliarden Euro an Kundenkrediten in ihren Büchern. Das entspricht einem Anstieg von 55,5 Millionen Euro oder 2,65 Prozent seit Anfang 2023. Die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen sei zwar vor allem zum Jahresende abgeflacht, dennoch sei der Kreditbestand im Privatkundengeschäft auf mehr als 980 Millionen Euro gestiegen (+2,97 Prozent). Der Rückgang habe es vor allem bei Krediten für den Wohnungsbau gegeben. „Die Nachfrage nach Krediten für gebrauchte Immobilien und die energetische Sanierung hingegen hat zum Jahresende deutlich zugenommen“, so Rinne.
Die wichtigsten Zahlen
Einlagen:
Kredite: 2151 Mio. Euro (2,65 Prozent)
Bilanzsumme: 2898 Mio. Euro (-0,75 Prozent)
Beschäftigte zum 31. Dezember 2023
Bei den Krediten für Firmenkunden gab es einen Anstieg um 2,48 Prozent (27,5 Millionen Euro) auf knapp 1,151 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass die bodenständige Art der Ostfriesen eine Stärke sei. „Sie sind nicht zu euphorisch, wenn es gut läuft, aber fallen auch nicht in Depressionen, wenn es nicht so gut läuft.“ Das helfe in schwierigen Zeiten. Von Kreditausfällen sei man nicht betroffen, „weil unsere Unternehmen in den vergangenen Jahren solide gewirtschaftet haben“.
Grundsätzlich sei man optimistisch für die Region – gerade im Hinblick auf die Energiewende. „Wir gehen davon aus, dass wir mit unserer Branchenstruktur gut aufgestellt sind“, betont Fortkamp. „Wir widmen uns stark auch den Erneuerbaren Energien.“ Rinne fügt an, dass man bereits Ende der 80er Jahre als eine der ersten Sparkassen den Bau von Windräder finanziert habe.
Einlagen
Angesichts steigender Zinsen erhöhen sich erstmals seit Jahren wieder die Bestände langfristiger Sparformen, erläutern die Sparkassen-Verantwortlichen. „In Zeiten höherer Inflation wählen unsere Kundinnen und Kunden zunehmend längerfristige Anlageformen mit besseren Renditechancen. Dabei spielt auch das Wertpapiersparen eine große Rolle“, betonte Fortkamp. So gingen zwar die Einlagen im Jahr 2023 – nach den Rekordzuflüssen wegen der Negativzinsen – um 25 Millionen Euro auf 2,3 Milliarden Euro zurück (-1,04 Prozent). Im Gegenzug erhöhten sich aber die Bestände im Wertpapiergeschäft um nahezu 80 Millionen Euro. Fortkamp machte deutlich, dass es auch für konservative Anleger wichtig sei, in Aktien zu investieren.
Girokonten, Online-Banking und Bezahlen
Die Zahl der Girokonten blieb bei der Sparkasse Leer-Wittmund mit rund 108.000 stabil. Die Verantwortliche erklären es mit der Zufriedenheit der Kunden an ihrem Angebot. Der Anspruch sei es weiterhin, „leistungsfähige Konten, viele Geldautomaten, zentrale Filialen und moderne digitale Lösungen“ anzubieten. Den digitalen Trend mache dabei die Entwicklung im Online-Banking per App deutlich. In diesem Bereich gab es Zuwächse von 23,20 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Bezahlen. „Mittlerweile werden mehr als 80 Prozent aller Zahlungsvorgänge mit Karte, Handy oder Smartwatch kontaktlos bezahlt“, so die Verantwortlichen. Da sei ein Anstieg um 4,4 Prozent. Hingegen seien Abhebungen an Geldautomaten um 8,5 Prozent zurückgegangen.
Neue Sparkassen-Card
Seit Mitte vergangenen Jahres stattet die Sparkasse Leer-Wittmund ihre Kunden mit neuen Sparkassen-Cards aus. Diese hätten dabei eine neue Funktion, die derzeit im gesamten Sparkassen-Verbund deutschlandweit angeboten wird. Die neuen Karten enthalten neben den gewohnten Girocard-Funktionen zusätzlich eine Debitkarten-Funktion von Mastercard. Damit werde sichergestellt, dass die Kunden auch nach dem Wegfall der Maestro-Funktion von Mastercard im Auszahlen mit ihrer Karte bezahlen können. Bis 2027 sollen alle Kunden nach und nach eine neue Karte erhalten. „Bis dahin funktioniert die alte Karte weiterhin beim Bezahlen im Ausland“, betont Fortkamp.
Bausparen, Versicherungen und Immobilienkauf
Die Zinsen sind gestiegen, das Bausparen bleibt beliebt. Im vergangenen Jahr seien Verträge mit einem Volumen von 115,9 Millionen Euro abgeschlossen worden, so die Sparkasse Leer-Wittmund.
Die Nachfrage nach Grundstücken, Häusern und Wohnungen sei weiterhin vorhanden. Kaufinteressenten würden aber die Objekte sorgfältiger begutachten und ihre Investition intensiver prüfen als zuvor. 178 Immobilienobjekte mit einem Volumen von fast 40 Millionen habe die Sparkasse Leer-Wittmund vermittelt. „Das ist für uns eine echte Hausnummer“, so Rinne. „Darauf sind wir stolz.“
Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war von einer Steigerung bei den Wertpapierbeständen um 80 Milliarden Euro die Rede. Es muss natürlich Millionen heißen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.