Blick hinter die Kulisen des XXL-Turniers  Aurich-Cup-Helferteam vom Koch bis zum Securitymann

| | 05.01.2024 14:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Viele Menschen helfen beim Aurich-Cup. Sogar die Männer vom Sicherheitsdienst sind in der Arena an den neun Tagen ehrenamtlich im Einsatz. Foto: Doden/Emden
Viele Menschen helfen beim Aurich-Cup. Sogar die Männer vom Sicherheitsdienst sind in der Arena an den neun Tagen ehrenamtlich im Einsatz. Foto: Doden/Emden
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Die letzten drei von neun Turniertagen haben begonnen. Sonntag ist großer Finaltag. Möglich machen das alles erst Dutzende Helfer und Helferinnen der SpVg Aurich. Eine wichtige Person sieht man fast nie.

Aurich - Seit dem 28. Dezember und noch bis Sonntagabend rollt beim Aurich-Cup in der Sparkassen-Arena fast unentwegt der Ball – vom Frühstück bis zum Schlafengehen. Die Zahlen zum Hallenfußballturnier der Superlative sind jedes Jahr beeindruckend: Fast 350 Mannschaften aus dem gesamten Nordwesten tragen an neun Tagen eine fast vierstellige Zahl an Fußballspielen aus, vor sicherlich wieder mehr als 10.000 Zuschauern.

Die Turnierleitung umfasst viele Helfer und Helferinnen. Didi Müller-Dunkmann ist einer der Hallensprecher. Foto: Doden/Emden
Die Turnierleitung umfasst viele Helfer und Helferinnen. Didi Müller-Dunkmann ist einer der Hallensprecher. Foto: Doden/Emden

All das möglich machen die vielen Helfer und Helferinnen des Ausrichters SpVg Aurich, die oft seit Jahren zum ehrenamtlichen Helferteam gehören. Sie haben teilweise Urlaub für die Aurich-Cup-Tage. Unsere Zeitung wirft vor dem großen Finaltag an diesem Sonntag, 7. Januar, einen Blick hinter die Kulissen.

Turnierleitung

Das operative Schaltzentrum befindet sich fast unterm Hallendach, ganz oben hinter der rechten Tribüne. Dort hat die SpVg auch ein mobiles Büro eingerichtet, an der Wand hängen die Dienst- und Schichtpläne. Am langen Tisch der Turnierleitung nehmen mehrere Funktionsträger Platz. Einer ist für wenige sichtbar und für alle hörbar: der Hallensprecher. Es sind vier vertraute Stimmen, die jeweils einige Stunden zu hören sind: Jugendleiter Emanuel Blessin, Vorsitzender Werner Hoffmann, Hallensprecher-Legende Siggi Sneider und OHV-Hallensprecher Didi Müller-Dunkmann – oder kurzzeitig eine Aushilfsstimme. „So, Werner: Du kannst nun essen gehen, ich übernehme so lange“, sagte etwa Thorben Cordes.

Unterm Hallendach sitzt die Turnierleitung. Foto: Doden/Emden
Unterm Hallendach sitzt die Turnierleitung. Foto: Doden/Emden

Der Co-Trainer der U15 und U17-Juniorinnen (Bundesliga) ist neben U17-Trainer und Geschäftsführer Stefan Wilts hauptamtlich bei der SpVg beschäftigt und in diesen für den Verein intensiven Tagen jeden Tag präsent. Meist nimm er im Drei-Schichtsystem eine der anderen Aufgaben am Turnierleitungstisch wahr. Dort gibt es noch den Bereich „Annahme“ (für die Teams), „Zeitnehmer“ und „PC“. Am Finaltag kommen im Aufgabenbereich noch Bandenservice, Spot, Media (filmen und moderieren) und Siegerehrung hinzu.

Kassiererteam

Außer den Mannschaften samt Trainern müssen alle Zuschauer Eintritt bezahlen. Die SpVg mietet die Halle vom Betreiber Marema und erwirtschaftet mit dem Großturnier auch einen nicht unwesentlichen Teil des Jahresetats des Vereins. An der Kasse sitzen meist zwei Personen.

Auch Maike Päben (rechts) und Kerstin Hippen (dahinter) übernahmen Dienste an der Kasse. Foto: Doden/Emden
Auch Maike Päben (rechts) und Kerstin Hippen (dahinter) übernahmen Dienste an der Kasse. Foto: Doden/Emden

„Als Kassierer helfen Eltern, Spieler und Spielerinnen, Trainer oder andere SpVg-Freunde“, berichtet Stefan Wilts. Es habe dieses Jahr keine großen Probleme gegeben, all die Dienstzeiten zu besetzen. „Da packen alle mit an.“

Schiedsrichter

Für die Partien am Abend – meist Männer, Frauen, B- und A-Jugend – ließ die SpVg Aurich regulär auswärtige Schiedsrichter vom Fußballkreis ansetzen, die auch bezahlt werden müssen. Die Partien bis zum Abend werden wiederum jeden Tag von Unparteiischen des Vereins oder aus dem Umfeld geleitet, die dies aus Liebe zur SpVg ehrenamtlich übernehmen.

Dirk Holtmeier ist einer von vielen Schiedsrichtern. Foto: Doden/Emden
Dirk Holtmeier ist einer von vielen Schiedsrichtern. Foto: Doden/Emden

„Das sind alles ausgebildete Schiedsrichter, die auch in ihrem Dress pfeifen“, sagt Stefan Wilts. Einer von ihnen ist Dirk Holtmeier, Athletik-Trainer der Frauen- und Mädchenabteilung. Er pfeift die Spiele meist von 14 Uhr bis 18 Uhr. „Außer am 2. Januar – da war Familientag“, sagt der 60-Jährige.

Tombola-Verkäufer

Die Tombola ist bereits beendet. Alle Lose waren bereits am Mittwoch verkauft, alle 3500 Preise vergeben. „Das lag daran, dass an den ersten Tagen schon fast alle G-, F-, E- und D-Junioren gespielt haben. Dort kommen auch immer viele Zuschauer mit“, sagt Stefan Wilts. Zwei Personen waren jeden Vormittag als Helfer für den Tombola-Verkauf eingeteilt.

Catering

Das Helferteam der SpVg umfasst laut Stefan Wilts rund 80 Personen. Die arbeiten zwar im Schichtsystem – haben aber natürlich auch mal Hunger. Und da kommt Steffen Feyerabend ins Spiel. Er trainiert bei der SpVg die B3-, U14- und U13-Juniorinnen, fungiert zudem als Co-Trainer der A-Jugend. Beim Aurich-Cup ist er aber vor allem eines: Koch der Kompanie. An allen neun (!) Tagen versorgt er mit seiner Lebensgefährtin Silivia Stöter das Helferteam mit Frühstück und Mittagessen. „Ich bin gelernter Koch und habe früher auch bei der Marine für große Gruppen gekocht“, sagt der 50-Jährige, der als Zivilperson beim Luftwaffen-Geschwader in Wittmund arbeitet. Nur nicht dieser Tage: „Da habe ich mir Urlaub genommen.“

Jugendtrainer Steffen Feyerabend ist nicht nur in der Halle, sondern vor allem in der Küche im Einsatz. Foto: Archiv
Jugendtrainer Steffen Feyerabend ist nicht nur in der Halle, sondern vor allem in der Küche im Einsatz. Foto: Archiv

Die Tage starten oft kurz nach 6 Uhr. Erst wird in der Küche am SpVg-Gelände am Ellernfeld das Frühstück vorbereitet. „Das bringen war in die Arena. Und dann geht es auch schon zurück, um das Mittagessen zuzubereiten.“ Das wird in Wärmbehältern angeliefert, so dass viele etwas davon haben. Er solle immer für 30 Personen kochen, mache aber meist mehr. „Da sind viele gute Esser dabei.“ Die konnten sich auf Erbsensuppe, Schnitzel oder Chili con Carne freuen.

Das Catering in der Arena für die Zuschauer – und damit auch die Preisgestaltung – liegt nicht in den Händen der SpVg Aurich. Das ist Sache des Hallenbetreibers Marema.

Security

Spätestens am Abend, oftmals auch schon am Nachmittag, sind auch Securitymänner im Einsatz. Bei einem Turnier dieser Größenordnung und manch Abenden mit bis zu 2000 Zuschauern ist das notwendig. Auch dieses Helferteam der Sicherheitsmänner ist ehrenamtlich dabei. Die Gruppe von sechs bis acht Männern, die sich die Dienste an den neun Tagen teilt, macht dies für ihren Kumpel Ralf Dreiling. Er ist 2. Vorsitzender der SpVg. Zusammen sind sie alle ansonsten an den Wochenenden in der Diskothek „Galaxy“ im Einsatz. Auch in Aurich führen sie Taschenkontrollen durch, zeigen Präsenz, helfen bei Fragen und müssen gelegentlich auch mal eingreifen. Vergangenes Jahr „begleiteten“ sie nach einem Tumult sogar Mitglieder einer Herren-Mannschaft aus der Halle. An diesem Donnerstag verwiesen sie zudem einen B-Jugendspieler des BSV Kickers Emden aus der Halle.

Die Gruppe ist im Grunde auch für den Start und das Ende des Turniers zuständig. Es sind nämlich auch die kräftigen Kerle in den schwarzen Securityjacken, die vor Weihnachten den eingelagerten Kunstrasen in der Arena ausrollen – und ihn nach dem Ende des Neun-Tage-Spektakels in der Nacht zu Montag wieder abbauen.

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