Sponsor und BSV uneinig  Diskussion um Vertrag zwischen Kickers Emden und Premiumsponsor

| | 03.01.2024 13:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Marco Jürgens ist der Inhaber der Firma Voltaik Check in Neermoor. Foto: Lilienthal
Marco Jürgens ist der Inhaber der Firma Voltaik Check in Neermoor. Foto: Lilienthal
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Marco Jürgens ist mit seiner Firma Voltaik Check Sponsor bei Kickers. Knackpunkt der aktuellen Diskussion ist der Vertrag, der ihm erlaubt, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Tribünendach zu betreiben.

Emden/Neermoor - Beim Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden ist Marco Jürgens der unumstrittene Herr des Stroms. Der Inhaber der Moormerländer Firma „Voltaik Check“ hat auf der Kickers-Tribüne eine Photovoltaik-Anlage installiert, die fast 100.000 Kilowattstunden im Jahr produziert. „Dadurch ist Kickers ein klimaneutraler Verein“, sagt der 35-Jährige. „Und ich trage als Premiumsponsor dazu bei.“ Doch mittlerweile herrschen nicht nur auf dem BSV-Dach die für die Anlage so gewünschten Spannungen, sondern es gibt sie auch in unerwünschter Weise im Verhältnis mit der Vereinsspitze.

Der Geschäftsmann möchte einen Sponsorenvertrag über einen sechsstelligen Betrag für nichtig erklären. „Er enthält Formfehler. Darauf hat mich auch das Finanzamt hingewiesen“, sagt Jürgens. Der Kickers-Vorstand, dem auch Rechtsanwalt Berndt Potthast angehört, sieht hingegen keinen rechtlichen Grund, den Vertrag aufzuheben und auf das Geld zu verzichten. „Der Vertrag ist gültig“, sagt Potthast.

Vertragssumme sechsstellig

Der langfristige Kontrakt beinhaltet eine sechsstellige Summe für den BSV Kickers und als Gegenleistung für Voltaik Check den Betrieb der Photovoltaik-Anlage bis zum Jahr 2043. Im vergangenen Jahr verkaufte die Firma fast 60.000 Kilowattstunden an den BSV Kickers zu einem vergünstigten Satz. Da gibt es aber laut Jürgens noch offene Rechnungen. Mehr als 30.000 Kilowattstunden blieben für seine Firma zudem zur Eigenvermarktung.

Der noch amtierende Kickers-Vorstand habe laut Jürgens mündlich die Auflösung des Vertrags bereits zugesichert. Dem Wirtschaftsbeirat liegt hingegen die Zusicherung des Führungsduos vor, dass der Premiumgold-Sponsorenvertrag keinesfalls aufgehoben oder abgeändert worden sei.

Beide Seiten gesprächsbereit

Beide Seiten äußern Gesprächsbereitschaft. „Ich würde auch in Zukunft gerne für Kickers arbeiten und die Pläne von Henning Rießelmann unterstützten“, sagt Jürgens. „Auch wenn mit zuletzt öfter die Wertschätzung seitens des Vereins fehlte. Es gab nie ein Dankeschön.“ Diese Kritik richtet sich ausdrücklich nicht an das neue Team um Manager Rießelmann. Jürgens betont vielmehr, dass er erst kürzlich die für Oberliga-Verhältnisse einmalige LED-Werbebande gemeinsam mit dem Kickers-Manager perfekt auf den Weg gebracht habe.

Der Wirtschaftsbeirat von Kickers Emden wünscht laut BSV-Steuerberater Hendrik Poppinga das Gespräch und die weitere Zusammenarbeit mit dem Energie-Experten, möchte aber nicht schon zuvor auf die vertraglich festgeschriebene Summe verzichten. Erschwerend komme hinzu, dass Marco Jürgens auch noch die baldige Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 80.000 Euro wünscht.

Die Situation scheint aktuell festgefahren. Denn eine baldige Rückzahlung von 80.000 Euro und zudem der freiwillige Verzicht auf den Sponsorenvertrag wäre ein kaum zu zahlender Preis für einen Verein, dessen Kasse nun gerade aus dem Minusbereich bei Null angelangt ist. „Wir sind in Kontakt“, versichert Marco Jürgens. „Und ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir uns einigen können.“ „Wir sorgen für Spannung“, lautet der Leitspruch der Firma aus Neermoor. Aktuell gibt es aber auch zwischenmenschliche Spannungen, die der Herr des Stroms und der BSV Kickers bald aus dem Weg räumen müssen.

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