Bleiben in Emden die Lichter an?  Kickers-Spieler zittern am Mittwoch um die Zukunft

| | 19.12.2023 14:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gehen in Emden die Lichter aus? Beim Weihnachtssingen und dem Retterspiel gegen Arminia Hannover kam eine fünfstellige Summe zusammen. Ob die Spenden ausreichen, um die Kickers-Existenz zu sichern, ist ungewiss. Fotos: Doden
Gehen in Emden die Lichter aus? Beim Weihnachtssingen und dem Retterspiel gegen Arminia Hannover kam eine fünfstellige Summe zusammen. Ob die Spenden ausreichen, um die Kickers-Existenz zu sichern, ist ungewiss. Fotos: Doden
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Janek Siderkiewicz ist bei Kickers die Überraschung der Hinrunde. Der Klub ist für ihn zu einer Herzenssache geworden. Sollte es Mittwoch zu einem kritischen Resultat kommen, würde er sofort handeln.

Emden - Beim Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden ist Janek Siderkiewicz die wohl größte Überraschung der Hinrunde. Der in Idafehn aufgewachsene Mittelfeldmann wechselte vom Landesligisten Hansa Friesoythe nach Emden und erkämpfte sich gegen etablierte Kicker mit Oberliga-, Regionalliga oder gar Drittligaerfahrung nach wenigen Wochen einen Stammplatz, den er nie mehr hergab. Nun zittert auch der 27-Jährige um die Zukunft des BSV Kickers und um seinen persönlichen Fußballtraum. „Ich habe sehr gemischte Gefühle“, sagt Siderkiewicz vor dem Schicksalstreffen für den BSV Kickers am Mittwoch. „Aber es überwiegt bei mir der Optimismus.“

Gespannt warten er und seine Teamkollegen auf die alles entscheidende Sitzung von Wirtschaftsrat, Steuerberater, Vorstand sowie Manager Henning Rießelmann und dessen Team. Eines ist klar: Wenn bei den „Rießelmännern“ der Daumen am Ende runtergeht und sie ihren Ausstieg ankündigen würden, dann ist der aktuelle Regionalliga-Anwärter Kickers Emden vielleicht noch nicht ganz mausetot, wird aber wohl über Jahre in der Versenkung verschwinden.

Im Notfall sofort eine Teamsitzung

„Das Worst-Case-Szenario wäre dramatisch“, weiß auch Siderkiewicz. Und in diesem Fall würde er persönlich das Drama nicht so einfach hinnehmen. „Ich wäre sicher mit der Erste, der ein Treffen mit der Mannschaft initiieren würde.“ Siderkiewicz will nicht kategorisch ausschließen, dass er bei solch einer Wendung der Geschehnisse für einen gewissen finanziellen Verzicht zugunsten der Rettungsaktion votieren würde. Nachvollziehbar wäre so eine Einstellung. „Wir sind so eine tolle Truppe und haben so einen Super-Teamspirit. Das würde keiner so einfach hergeben wollen.“

Bei einem Kickers-Ende würden wohl zumindest alle Stammspieler sich noch in der Winterpause einen neuen Verein suchen müssen, künftig vor 1000 Zuschauern weniger antreten und vermutlich auch Monat für Monat gewisse finanzielle Abstriche machen müssen. Die Frage wäre, wie viel Geld das Überleben von Kickers letztlich jedem einzelnen Spieler wert sein würde.

Sportlicher Leiter bleibt Optimist

Der Sportliche Leiter Sebastian Plog hofft natürlich auch auf ein Happy End im BSV-Finanzdrama. Aber er macht klar, dass er selbstloses Verhalten niemals von den Akteuren verlangen würde. „Sie identifizieren sich alle mit dem Verein. Ein Ende würde ihnen das Herz zerbrechen“, sagt Plog. „Aber wir erwarten von den Spielern in finanzieller Hinsicht nichts.“

Der Sportliche Leiter strahlt aber Zuversicht aus, dass der schlimmste Fall nicht eintreten wird. Wenn es bei der Sitzung aber doch zu einem kritischen Ergebnis kommen sollte, würde er noch nicht ganz aufgeben und natürlich jede Initiative unterstützen. „Dann wäre es nicht mehr fünf vor zwölf, sondern eine Sekunde vor zwölf.“ Doch Plog gibt sich optimistisch: „Ich glaube fest daran, dass es für uns weitergeht.“

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