Nachholspiel fällt aus Kickers Emden hat Winterpause – Retteraktion in vollem Gange
Wenig überraschend kam nun die Absage vom Rotenburger SV. Stefan Emmerling gab seiner Elf sofort und bis zum 5. Januar frei. Neben dem Platz stehen aber entscheidende Tage um die Zukunft des Klubs an.
Emden - Das erste Oberliga-Halbjahr ist für die neuformierte Fußball-Mannschaft des BSV Kickers Emden beendet. Die für Samstag, 16. Dezember 2023, geplante Nachholpartie beim Rotenburger SV kann wegen der Platzverhältnisse nicht stattfinden. Der Tabellenvierzehnte informierte Kickers und den Staffelleiter am Donnerstagmittag. Der RSV verfügt über keinen Kunstrasen und spielte in der Liga auch letztmals am 19. November. Zwei-Heimspiele und zuletzt die Auswärtspartie in Bornreihe waren in Serie ausgefallen, so wie allgemein viele Spiele in der Oberliga.
„Die Spielabsage hat uns nun nicht völlig überrascht. Wir hatten uns aber natürlich so vorbereitet, dass wir nochmal spielen“, erklärte BSV-Trainer Stefan Emmerling. Nach Trainingseinheiten am Dienstag und Mittwoch war für diesen Freitag noch eine weitere Einheit geplant. Die findet nach der Absage nun nicht mehr statt. „Ich habe die Jungs in die Winterpause geschickt, die sie sich auch verdient haben.“ Kickers überwintert mit einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenzweiten TuS Bersenbrück auf Platz eins, hat auch noch zwei Spiele weniger ausgetragen. Der Meister steigt am Saisonende direkt in die Regionalliga Nord auf, der Vizemeister geht in die Aufstiegsrelegation.
Kickers seit neun Spielen ungeschlagen
Das auch mit zahlreichen Neuzugängen zusammengestellte neue Emder Team präsentierte sich von Beginn an heimstark (7 Siege, 1 Remis), zeigte auswärts zu Saisonbeginn aber auch durchwachsene Leistungen. Nach dem 0:2 bei Lupo-Martini Wolfsburg am 17. September stabilisierte Kickers sich, blieb in den folgenden neun Oberliga-Partien ungeschlagen und sammelte 23 von 27 möglichen Punkten. Mit dem 4:1-Sieg im letzten Spiel gegen Arminia Hannover am 6. Dezember gelang der Sprung auf Platz eins. Nur das Verbandspokal-Viertelfinale bei Atlas Delmenhorst ging am 3. Oktober 2:4 verloren.
Am Freitag, 5. Januar, startet bei Kickers die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Alle Termine und Testspiele stehen noch nicht fest. „Wir sind gerade dabei, den Plan zu finalisieren“, sagt Stefan Emmerling. Nach derzeitigem Stand steht am Sonntag, 4. Februar, mit dem Spiel bei BW Bornreihe das erste Oberliga-Spiel des Jahres 2024 an. Ob eines der vier Emder Nachholspiele (eins daheim, drei auswärts) von Staffelleiter Burkhard Walden schon vorher angesetzt wird, ist noch nicht bekannt.
Kann sich Kickers retten?
Abseits des Platzes steht alles andere als Pause an. In diesen Tagen soll sich die Zukunft des Klubs entscheiden, wie es genau weitergeht. Der Verein hatte Ende November eine große „Retteraktion“ gestartet, um Spenden zu sammeln. Über die Spendenaktion über die Webseite („Wir retten Kickers“) sind bis Donnerstagmittag mehr als 32.500 Euro eingegangen, dazu kommen noch Spenden auf das Sonderkonto sowie die Einnahmen aus dem Retterspiel gegen Arminia Hannover samt Catering-Einnahmen.
Damit sollen kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 150.000 Euro aus den Vorsaisons beglichen werden und der Weg frei gemacht werden, dass die von Manager und Macher Henning Rießelmann gewünschte und geforderte Ausgliederung der Oberliga-Mannschaft überhaupt erst möglich wird. Zudem existieren laut Vereinsmitteilung längerfristige Darlehen (Schulden) in Höhe von weiteren 150.000 Euro.
Entscheidende Sitzung naht
Am kommenden Mittwoch, 20. Dezember, soll es dann ein entscheidendes Treffen der Verantwortlichen und dem Kickers-Wirtschaftsbeirat geben. Im Hintergrund wird derzeit mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet. „Am 20. Dezember machen wir den großen Kassensturz. Irgendwann brauchen wir ja auch einmal Klarheit, wie es weitergeht. Wenn wir es bis zu diesem Zeitpunkt nicht geschafft haben, kriegen wir es auch nicht im Januar hin“, erklärte Rießelmann vor wenigen Tagen gegenüber unserer Zeitung. Der Fußball-Unternehmer aus Dinklage hatte mit seinem Netzwerk, Mitarbeitern und neuen Sponsoren im Sommer überhaupt erst den starken Emder Kader ermöglicht, auf dem Vereinsgelände viel mit angeschoben und damit geholfen, für große Aufbruchstimmung im Verein zu sorgen. Der Zuschauerschnitt liegt bei rund 1500 Zuschauern.
Das elektrisiert auch die Mannschaft, die nach einigen Tagen kompletter Trainingspause dann vor dem Trainingsstart am 5. Januar auch Trainingspläne für die „Heimarbeit“ bekommen wird. Ein Teil des Teams wird die Winterpause zudem für zwei Tage unterbrechen. Am 28. und 29. Dezember tritt Kickers bei den Emder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften in der Nordseehalle an, ist als Oberligist Turnierfavorit. „Wir nehmen das Turnier auch ernst und haben im Kader auch viele Jungs, die gerne in der Halle spielen.“