OHV verliert mit 28:39  Aurich ärgert Tormaschinen aus Emsdetten eine Halbzeit

| | 10.12.2023 21:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Henning Stoehr hatte in der ersten Halbzeit eine starke Phase. Das 19-jährige Eigengewächs erzielte insgesamt fünf Treffer. Foto: Doden/Emden
Henning Stoehr hatte in der ersten Halbzeit eine starke Phase. Das 19-jährige Eigengewächs erzielte insgesamt fünf Treffer. Foto: Doden/Emden
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Die Gäste aus dem Münsterland sind ein Titelanwärter, der Gegner immer mal wieder deklassiert. Nach den ersten 30 Spielminuten durften die fast 1400 Zuschauer noch von einer Überraschung träumen.

Aurich - Die erste Zeitstrafe nach 49 Sekunden, 1:5 nach sieben Minuten: Der Start des OHV Aurich in das Duell gegen den Titelanwärter TV Emsdetten machte wenig Hoffnung. Doch als der ostfriesische Handball-Drittligist aus einem 6:10 ein 10:10 gemacht hatte (16.), war die kleine OHV-Party in vollem Gange. Fast 1400 Zuschauer erhoben sich mehrfach von den Sitzen und bejubelten in der Schlusssekunde der ersten Halbzeit noch das 17:17 von Marcell Hegyi. Die Halbzeitsirene beendete letztlich aber auch die leisen Hoffnungen auf ein knappes Resultat oder gar eine große Überraschung. Denn sie sorgte für einen Bruch im OHV-Spiel und ein Erstarken des Gastes. Am Ende siegte der Favorit aus dem Münsterland 39:28 und feierte im zwölften Spiel den elften Sieg.

Der TV Emsdetten hatte auch sein Maskottchen „Kuno“ mit dabei. Foto: Doden/Emden
Der TV Emsdetten hatte auch sein Maskottchen „Kuno“ mit dabei. Foto: Doden/Emden

„Leider haben wir auch den Start in die zweite Halbzeit verschlafen“, erklärte OHV-Kreisläufer Jannes Hertlein, nachdem er ganz tief durchgeatmet hatte. Nach der tollen Aufholjagd in Halbzeit eins und einem kurzzeitigen Duell auf Augenhöhe zeigte Aurich direkt nach Wiederanpfiff Nervosität und Emsdetten seine Klasse. „Das haben sie dann auch gnadenlos gespielt. Respekt vor diesem starken Gegner, der in unserer Liga eigentlich nichts zu suchen hat“, so Aurichs Co-Trainer Eric Hettmann. Mit einem 9:2-Lauf in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit sorgte der Aufstiegsanwärter für klare Verhältnisse und ein 26:19. Ein zweites Mal ließ sich Emsdetten den Vorsprung nun nicht mehr nehmen. Im Gegenteil: Wie eine funktionierende Maschine spulte der Gast, der von rund 15 Fans und seinem Maskottchen „Kuno“ unterstützt wurde, sein Programm ab, leistete sich kaum noch Fehlwürfe.

Emsdetten wirft 38 Tore im Schnitt

Viel fehlerbehafteter war dagegen das OHV-Spiel. „Und dann kommt am Ende so ein Ergebnis heraus, das man von Emsdetten ja auch kennt. Aber wir hatten heute die Chance, es knapper zu gestalten“, sagte Co-Trainer Eric Hettmann, der in einem obligatorischen Beitrag für das Hallenheft „Tempogegenstoss“ die Zuschauer schon auf das einstellte, was zu erwarten war. „Im Durchschnitt wirft das Team aus dem Kreis Steinfurt 38 (!) Tore pro Spiel.“ In Aurich waren es letztlich 39 und ein Sieg mit elf Toren Differenz. Drei andere Gegner wurden sogar mit 23, 20 und 19 Toren Unterschied deklassiert.

Spieldaten

OHV: Kuksa, Jungvogel; de Buhr (1), Wendlandt (3), Reshöft (3), Fujita, Meinke, Vorontsov, Stoehr (5), Engelbarts, Hertlein (3), Polishchuk (2), Molnar (2), Hegyi (1), Crnic (7/davon 3 Siebenmeter), Puljic (1).

Siebenmeter: OHV 3/3; TVE 6/6.

Zeitstrafen: OHV: 7; TVE: 6.

Zuschauer: 1350.

Spielfilm: 1:5 (7.), 4:7 (11.), 6:10 (13.), 10:10 (16.), 10:13 (20.), 13:15 (26.), 17:17 (30.), 18:20 (34.), 19:26 (40.), 20:28 (45,), 23:33 (52.).

Die Gäste hatten ähnliches offensichtlich auch mit Aurich vor, starteten das Spiel direkt mit einem siebten Feldspieler und ohne Torwart – das war mal eine Ansage. Alles im Gäste-Spiel war auf Tempo ausgerichtet. Bei so viel Geschwindigkeit passte auch der Beruf eines der beiden Schiedsrichter zum Spiel. Deniz Argav aus Frechen ist nämlich Kampfpilot bei der Bundeswehr, fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit Eurofighter und ist beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 Boelcke stationiert.

Schiedsrichter Deniz Argav ist von Beruf Eurofighter-Pilot. Foto: Doden/Emden
Schiedsrichter Deniz Argav ist von Beruf Eurofighter-Pilot. Foto: Doden/Emden

Nach dem Turbo-Start der Gäste (1:5 nach sieben Minuten) stoppte der OHV nun aber auch ein ums andere Mal den Emsdetten-Express, zündete selbst mal den Turbo. Dreimal in Serie machte dies das 19-jährige Eigengewächs Henning Stoehr von Linksaußen zum 7:10, 8:10 und 9:10. Als dann Balázs Monar noch nach einer Blitz-Pirouette zum 10:10 traf und Edgars Kuksa auch den nächsten TV-Angriff parierte, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Zum Führungstreffer langte es nicht, auch nicht direkt vor der Pause. „Da gab es ein-, zweimal die Gelegenheit“, so Eric Hettmann. Das lag auch am in der ersten Halbzeit bärenstarken Torwart Kuksa (elf Paraden), der nach dem Wechsel auch nicht mehr so in Erscheinung trat.

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