Pivatmann mit Läuferherz  Für einen Emder Silvesterlauf-Retter ist es die 31. Auflage

| | 01.12.2023 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Rund 500 Sportler starteten vor einem Jahr beim Silvesterlauf. Foto: Doden
Rund 500 Sportler starteten vor einem Jahr beim Silvesterlauf. Foto: Doden
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Seit 1993 organisierte ein Duo den Emder Silvesterlauf. Michael Danecker verkündete 2022 seinen Abschied. Nun macht es Michael Janssen als alleiniger Privatmann.

Emden - Vor genau 30 Jahren stand der Emder Silvesterlauf vor dem Aus. Als damals die Reservisten-Kameradschaft als langjähriges Organisationsteam absprang, retteten zwei Michaels die beliebte Veranstaltung. Seit 1993 nahmen Michael Janssen und Michael Dannecker die sportliche Angelegenheit in die Hand und richteten als Privatpersonen 30-mal in Folge den Lauf aus. Weil Dannecker im Vorjahr zum letzten Mal als „Macher“ fungierte, blieb nur noch ein Michael übrig. Michael Janssen ruft nun alleine zur Teilnahme am insgesamt 43. Silvesterlauf rund um den Emder Hafen auf. Der Start erfolgt am 31. Dezember um 12 Uhr am Hafentor.

Michael Janssen organisiert den Silvesterlauf mittlerweile alleine. Foto: Steenhoff
Michael Janssen organisiert den Silvesterlauf mittlerweile alleine. Foto: Steenhoff

„Wir haben schon jetzt 120 Anmeldungen“, sagt der 53-Jährige. Vor einem Jahr freute er sich über ein Starterfeld von 500 Leuten. „Ich hoffe, so viele werden es auch diesmal wieder.“ Anmeldungen sind online möglich (emdersilvesterlauf.de).

Silvester helfen Freunde

Michael Janssen hat weiterhin Spaß daran, die Leute am letzten Tag des Jahres in Turnschuhen an den Delft zu locken. Der Silvesterlauf ist für ihn eine Herzensangelegenheit. „Ich habe jetzt etwas mehr Arbeit, aber ich schaffe es auch alleine.“ Lediglich am Silvestertag stehen ihm Freunde und Bekannte mit helfenden Händen im Bereich von Start und Ziel zur Seite. So bleibt es quasi eine reine Michael-Veranstaltung. „Es läuft alles privat ab – ohne die Hilfe eines Vereins“, sagt er.

Der 53-Jährige hat den Lauf in jungen Jahren lieben gelernt. Da legte er selber regelmäßig eine 12,4 Kilometer lange Strecke um den Hafen zurück. Doch der Retter des Silvesterlaufs musste 1993 in eine neue Rolle schlüpfen. „Seitdem bin ich Zuschauer und habe leider keine Zeit mehr, selber mitzulaufen.“

Zwei Distanzen gibt es

Doch seine Turnschuhe-Abstinenz am 31. Dezember nimmt er gerne in Kauf und freut sich über die Resonanz. „Einmal hatten wir sogar mehr als 1000 Starter. Das war kurz vor Corona.“ Nach dieser Krise startete auch der Emder Silvesterlauf auf einem weitaus niedrigerem Teilnehmerniveau. Der Organisator hofft, dass bei gutem Laufwetter die Zahl der Starter wieder etwas ansteigt.

Die Athleten können zwischen zwei Distanzen wählen. Wem mehr als zehn Kilometer zu viel ist, dem wird eine Fünf-Kilometer-Strecke angeboten. „Sie wird immer beliebter“, weiß Janssen.

Er freut sich aber auch noch über alle Klassiker-Läufer. „Ich finde es schön, wenn sich die Leute am letzten Tag des Jahres ein bisschen quälen.“ Ein klein wenig gemütlicher haben es allerdings auch die Langstrecken-Liebhaber. Denn ihre Distanz schrumpfte vor Jahren durch den Bau neuer Hallen am Hafen auch um anderthalb Kilometer. Von einst 12,4 Kilometern sind 11 übrig geblieben – genügend, um die Fitness zum Jahresabschluss zu beweisen.

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