Neuzugang immer stärker Japaner „Rudi“ Fujita vom OHV Aurich liebt Ostfriesen-Tee
Der OHV Aurich möchte in der 3. Handball-Liga noch einige Plätze nach oben klettern. Der japanische Neuzugang Ryuga Fujita trifft immer besser und erklärt, wie er zu seinem Spitznamen gekommen ist.
Aurich - Viel besser könnte es ja gar nicht passen. Beim Termin im Cafe Philipp in Aurich genießt Ryuga Fujita einen Ostfriesen-Tee nach dem anderen, mit Kluntjes, aber nur wenig Sahne. Im Sommer wechselte der japanische Rechtsaußen vom Zweitligisten TV Hüttenberg zum Handball-Drittligisten OHV Aurich. Viele neue Dinge prasselten auf den weltoffenen 24-Jährigen ein, mittlerweile findet er sich in Ostfriesland immer besser zurecht.
„In der Vorbereitung und in den ersten Spielen habe ich mich noch etwas schwer getan, aber jetzt klappt es wesentlich besser“, freut sich Fujita über die positive Entwicklung. Der Handball-Drittligist OHV Aurich hinkt punktemäßig (9:13) momentan noch hinter den Erwartungen zurück. Viele Spiele gingen zuletzt knapp aus, mit der Unterstützung von Fujita soll es am Sonntag beim Tabellenzweiten VfL Gummersbach II (18 Uhr) vielleicht mit einer Überraschung klappen.
Wechsel zum OHV Aurich über Beziehungen
Der Wechsel von Fujita nach Ostfriesland lief mal wieder über Beziehungen. Beim Zweitligisten TV Hüttenberg bekam er in der letzten Saison nicht mehr allzu viele Einsatzzeiten. Daher hatte er für sich entschieden, trotz eines noch gültigen Vertrages den Verein zu verlassen. Der Portugiese Joel Ribeiro war sein Mitspieler bei den Mittelhessen, der wiederum kennt Aurichs portugiesischen Trainer Pedro Alvarez, schon war der Kontakt hergestellt. „Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl. Wir haben eine geile Halle mit toller Zuschauerunterstützung“, erklärt Fujita, der sich sehr gut auf Deutsch verständigen kann.
Um seinen geliebten Sport professioneller ausüben zu können, wagte er schon mit 17 Jahren von seiner Geburtsstadt Tokio aus den Sprung nach Europa. Handball ist in Japan eine Randsportart, auch Fujita spielte früher Fußball oder probierte es mit Schwimmen oder Karate aus. Seine Mutter sah ein Werbeplakat für ein Handball-Training, schnell war es um den Zehnjährigen geschehen. In der Millionen-Metropole Tokio gibt es nur fünf Handball-Vereine, der Sport wird ähnlich dem US-amerikanischen System noch an Universitäten gespielt.
Berufungen in die Nationalmannschaft
Er wurde immer besser, schnell auch für die Nachwuchs-Auswahlteams und zuletzt auch für die Nationalmannschaft nominiert. Nach seiner ersten Station in Dänemark zog es ihn über Leipzig und Hüttenberg im Sommer zum OHV Aurich. „Ich wollte unbedingt in Europa Handball spielen, das möchte ich auch weiterhin so lange wie möglich machen“, erzählt Fujita, der in Tokio Rechtswissenschaften studierte.
Zusammen mit Kai Ebeling, dem dritten Torhüter der Auricher, wohnt Fujita zusammen in einer Wohnung in der Nähe der Innenstadt. Handball nimmt den größten Stellenwert in seinem Leben ein, zudem hat er noch einen Job bei einem Auricher Pizza-Lieferservice. „Auch das macht mir Spaß, dabei kann ich auch meine Deutschkenntnisse verbessern“, erklärt Fujita, der von allen nur „Rudi“ genannt wird.
So kam es zum Spitznamen „Rudi“
Sein damaliger Trainer in Leipzig (2019) tat sich mit der japanischen Sprechweise von Ryuga sehr schwer und taufte ihn auf den Namen „Rudi“. „Ich hatte damit überhaupt kein Problem, seit dem nennen mich alle Rudi“, muss Fujita darüber lachen. Mit dem ostfriesischen Tee ist er schon sehr warm geworden, am meisten vermisst er die japanische Küche. Damit meint er ein erstklassiges Sushi oder auch die japanischen Nudeln. Er selber hat einen japanischen Reiskocher, freut sich aber jetzt schon darauf, wenn er über die Feiertage mal wieder das Essen mit seinen Eltern und zwei Brüdern genießen kann. Denn nach dem letzten Auricher Spiel in diesem Jahr (17.12.) in Lübbecke geht es für ihn über Bremen und Frankfurt nach Tokio, pünktlich zur ersten Partie 2024 in Spenge ist er dann wieder zurück in Ostfriesland.
Mit 35 erzielten Treffern liegt Fujita momentan auf dem vierten Platz der Auricher Torschützenliste, hinter Reshöft (51), Polishchuk (42) und Wendlandt (38.). Sollte seine Formkurve so anhalten, dürften auch künftig die OHV-Fans noch zahlreiche Tore von „Rudi“ Ryuga Fujita bejubeln können.
Auricher Achterbahnfahrt der Gefühle endet mit einem 30:30
OHV-Handballer wollen sich mal wieder belohnen
OHV Aurich schnupperte vor 1700 Zuschauern am Derbysieg
Derby-Vorfreude beim OHV – voller Kader und voller Fanblock