Emder Kampf ums Spitzenspiel  Trecker-Einsatz bei Kickers für die „Mission 2000 plus“

| | 10.11.2023 15:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Tickets für die Sitzplatztribüne sind seit Tagen ausverkauft. Fotos: Doden
Die Tickets für die Sitzplatztribüne sind seit Tagen ausverkauft. Fotos: Doden
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Kickers Emden erwartet am Samstag um 18 Uhr den TuS Bersenbrück. Ob die Partie trotz der Regenfälle angepfiffen werden kann, entscheidet sich am Morgen.

Emden - Die Sitzplatzkarten sind seit Tagen ausverkauft. Auch die Tickets für die Stehplätze erfreuen sich riesiger Nachfrage. Möglicherweise könnten die Fußballfans des BSV Kickers Emden die ausgerufene „Mission 2000 plus“ für das Spitzenspiel am Samstag gegen Tabellenführer TuS Bersenbrück (18 Uhr) tatsächlich erfüllen. Es sei denn, sie werden schon am Vormittag gestoppt. Denn letztlich entscheidet der Himmel über das Fußballfest auf dem Rasen. „Stand jetzt ist der Platz bespielbar“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling am Freitagmittag. „Alles hängt davon ab, wie viel Regen noch fällt.“

Die Coachingzone von Stefan Emmerling ist schon seit Wochen eine matschige Angelegenheit.
Die Coachingzone von Stefan Emmerling ist schon seit Wochen eine matschige Angelegenheit.

Die Fans müssen sich also gedulden, bis der Emder „Morgenmann“ vor die Kamera tritt. BSV-Medienchef Hardy Kloßek erfährt als Erster, ob die Männer in Gummistiefeln nach der Platzinspektion grünes Licht für die Kicker mit Fußballschuhen geben. Wenn das Ja-Wort gefallen ist, begibt sich Kloßek in Lingen in seinen Garten, schaltet die Kamera an und verkündet über Facebook und Instagram die positive Nachricht. Und er würde noch einmal für die „Mission 2000 plus“ und einen möglichen Zuschauerrekord trommeln. „Letztlich muss der Wettergott mitspielen“, sagt Kloßek.

Greenkeeper im Einsatz

Sollte sich das Spielfeld aber am Samstagmorgen wie ein Schwamm präsentieren, dann bleiben am Abend die Flutlichter aus. Seit Tagen kämpft der BSV um das Fußball-Spektakel. Kickers-Chef Henning Rießelmann ließ seine Kontakte zum Bremer Greenkeeper spielen. Der Rasenfachmann rückte am Donnerstag mit modernster Technik an. Mit einem am Trecker montierten Gerät stanzte er 40 Zentimeter tiefe Löcher in den Boden, damit das Wasser von der Oberfläche in den Untergrund einsickern kann.

Am Donnerstag wurde das Emder Spielfeld mit einem speziellen Gerät bearbeitet. Foto: Videoscreenshot
Am Donnerstag wurde das Emder Spielfeld mit einem speziellen Gerät bearbeitet. Foto: Videoscreenshot

Die Technik der Kicker wird im Falle eines bespielbaren Platzes ab 18 Uhr wohl hingegen eine untergeordnete Rolle spielen. Denn auf tiefem Boden ist immer Kampf Trumpf. Das wird die Pläne von Gäste-Trainer Tobias Langemeyer aber nicht beeinflussen. „Wir haben brutale Offensivkraft und werden uns mit Sicherheit nicht in der eigenen Hälfte verschanzen.“

Bersenbrück spielt stürmisch

Das sind keinesfalls leere Worte eines Übungsleiters. Mit 37 Treffern verfügt der TuS über den mit Abstand besten Angriff der Liga. Der Trainer, der im Sommer vom Bezirksligisten SF Lechtingen nach Bersenbrück wechselte, agiert mit seinem Team noch stürmischer als der BSV Kickers (27 Tore). Beide Klubs hatten sich schon vor der Saison zum Ziel gesetzt, mit frühem Pressing den Gegner unter Druck zu setzen. „Unsere DNA ist Angriffsfußball“, betont Langemeyer. Das zeigt sich auch in der Torjägerliste, wo mit Saikouba Manneh (9 Treffer), Jules Reimerink (7) und Markus Lührmann (6) ein komplettes Bersenbrücker Trio in den Top Ten vertreten ist.

Mit 17 Gegentoren verfügt der TuS auch über eine äußerst passable Abwehr. Kurios ist die Besetzung der Torhüter-Position. Leon Tigges und Nils Böhmann kamen jeweils zu sieben Einsätzen. „Wir haben da ein Luxusproblem und wechseln immer nach zwei Spielen“, sagt der Coach. „In Emden ist wieder Böhmann an der Reihe.“ Der TuS-Coach scheint aber nicht nur von der eigenen Stärke in allen Mannschaftsteilen überzeugt. „Das Nonplusultra der Liga ist für mich Kickers Emden. In der Mannschaft ist jeder Spieler zu Höherem berufen.“

Trainer lässt Schiller-Einsatz offen

Nach Abwehrschwächen zu Saisonbeginn ist BSV-Trainer Stefan Emmerling mittlerweile vom bedingungslosen Offensivfußball abgerückt und verstärkt die Defensive. Das kostete zuletzt dem spielstarken Angreifer David Schiller den Stammplatz. Ob sich Kickers nach dem 0:0 in Hildesheim auch gegen Bersenbrück für die Sicherheitsvariante ohne Schiller entscheiden wird, wollte Emmerling zumindest nicht ausschließen.

Bis auf den Langzeitverletzten Efkan Erdogan sind alle Emder fit und freuen sich auf das Spiel des Jahres. Die Vorfreude wird sich gewiss noch steigern, wenn „Morgenmann“ Hardy Kloßek irgendwann zwischen 9 und 11 Uhr aus seinem Garten in Lingen grünes Licht für die Abendvorstellung verkündet.

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