Fünf Stunden ohne Gegentor Vor BSV-Topspiel lobt Mikro-Experte Emder „Abwehrwunder“
Kickers erwartet am Samstag um 18 Uhr die SG Egestorf/Langreder. Die Emder haben zuletzt nicht nur emsig am aufgeweichten Platz gearbeitet, sondern auch an der Spielweise.
Emden - Der regenreichste Oktober seit vielen Jahren stellt beim BSV Kickers Emden selbst die Rasenexperten um den neuen Macher und Manager Henning Rießelmann vor größte Herausforderungen. So wird seit dem Heimspiel vor zwei Wochen gegen den VfL Oldenburg (2:0) täglich am Platz gewerkelt. Sogar neue Dränagerohre wurden an brisanten Stellen verlegt. Durch die ausgiebige Pflege präsentierte sich das Feld am Freitagmittag bereit für das nächste Kickers-Spektakel. Am Sonnabend um 18 Uhr peilt der Tabellendritte der Fußball-Oberliga im Verfolgerduell gegen die fünftplatzierte SG Egestorf/Langreder den fünften Sieg in Folge an. Und natürlich würde der BSV trotz widrigen Wetters auch gerne im sechsten Heimspiel der Saison die 1000-Zuschauer-Marke knacken.
„Das wäre wirklich toll“, sagt auch der am Kreuzband operierte Kickers-Akteur Efkan Erdogan. Trotz seines massiven Pechs zum Einstand in Emden zeigt er sich restlos begeistert vom BSV-Projekt. „Ich bin schwer beeindruckt“, erzählt der 26-Jährige. „Ich hatte schon hohe Erwartungen, als ich gewechselt bin. Aber es ist alles noch viel positiver. Es macht unfassbar Spaß bei Kickers.“
Spaß als Co-Kommentator
Seine Begeisterung lässt er die Zuschauer beim OZ-Livestream spüren. Als Co-Kommentator von Medienchef Hardy Kloßek wird er auch die Egestorf-Partie begleiten. Mit Kompetenz und kleinen Späßchen sorgt das Duo in einem Container direkt über dem „Domizil“ von Stadionsprecher Gerd Krauledat für beste Fußball-Unterhaltung. „Das gefällt mir megagut, aber noch lieber würde ich selber auf dem Platz stehen“, sagt der Mikro-Mann.
Seine Mitspieler bereiten dem Innenverteidiger aktuell jede Menge Freude. Ohne Erdogan hatte sich die Abwehr wochenlang als Achillesferse offenbart. „Da war viel Harakiri“, so Erdogan. Doch still und heimlich wandelte sich die Problemzone in einen kompakten Sicherheitsbereich und ist seit drei Oberligaspielen und mehr als fünf Stunden ohne Gegentor. „Wir stehen stabiler und sind auf dem richtigen Weg.“
Trainer hat Qual der Wahl
Trainer Stefan Emmerling nennt die Gründe für das „Abwehrwunder“. „Wir haben die Spielidee ein bisschen angepasst“, sagt er, ohne Details zu verraten. „Das bleibt ein gut gehütetes Geheimnis.“ Offensichtlich begegnet der BSV gegnerischen Angreifern mit einer Abwehr-Überzahl. Das „Mann-gegen-Mann-Prinzip“ hat der BSV also etwas aufgeweicht. „Wir spielen variabler, aber zeigen trotzdem attraktiven Fußball und entwickeln viele Torchancen“, sagt Emmerling.
Nachdem Dennis Engel, Fabian Herbst und Tobias Steffen allesamt wieder genesen sind, hat der Coach bei der Aufstellung erneut die Qual der Wahl. Vermutlich wird Stürmer David Schiller, der zuletzt überraschenderweise nicht in der Startformation stand, wieder von Beginn an auflaufen. Wenn zudem Dennis Engel in die Abwehrreihe zurückkehren sollte, müssen andere weichen. „Die endgültige Entscheidung fällt erst am Spieltag“, sagt der Trainer.
Erdogan denkt an Rückkehr
Efkan Erdogan wird mit Hardy Kloßek ab 17.45 Uhr im Livestream die gewählte Aufstellung erklären. Ab nächster Woche macht der gebürtige Bremer, der in Oldenburg lebt, den nächsten Schritt in seiner Genesungszeit. „Ich will erstmals wieder mit dem Joggen anfangen.“ Der Neuzugang hat zwei Monate nach seiner OP ehrgeizige Ziele. „In der Rückrunde möchte ich auf den Platz zurückkehren.“
Bis dahin will er noch möglichst viele Kickers-Siege kommentieren. Trainer Stefan Emmerling warnt aber vor dem aktuellen Gegner. „Egestorf hat eine starke Mannschaft und spielt in der Liga jedes Jahr oben mit.“ Vor zwei Jahren gewann Kickers beide Duelle jeweils durch späte Tore mit 1:0. Damit könnte Emmerling auch diesmal leben. Solch ein Resultat würde zur makellosen Heimbilanz ebenso passen wie zur neu entwickelten Abwehrstärke.