Termin für JHV im Visier  Wenige Tage bis zum Showdown bei Kickers Emden

| | 24.10.2023 15:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der zweite Vorsitzende Albert Ammermann (rechts) ist zuversichtlich, dass die Bilanz durch die Steuerberater erstellt werden kann. Foto: Doden/Emden
Der zweite Vorsitzende Albert Ammermann (rechts) ist zuversichtlich, dass die Bilanz durch die Steuerberater erstellt werden kann. Foto: Doden/Emden
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Sportlich läuft es beim Fußball-Oberligisten Kickers Emden, und im Hintergrund soll in Kürze die Ausgliederung der ersten Mannschaft vollzogen werden. Die Zeit drängt.

Emden - Wer sich etwas länger mit Kickers-Manager Henning Rießelmann unterhält, der bekommt eine Vorstellung, welche Ideen und Projekte der ehrgeizige Unternehmer mit Kickers Emden in den kommenden Jahren gerne umsetzen möchte. Dabei geht es ihm in erster Linie natürlich um den sportlichen Erfolg, aber auch viele Infrastruktur-Themen will er anpacken: Platzsanierung, Flutlicht für den B-Platz, Erneuerung des Vorplatzes, Überdachung der Gegentribüne, Erweiterung der Sitzplatzkapazitäten (hinter der Gästebank) und Ausbau des Caterings.

Aber es gibt da immer noch ein großes Fragezeichen. Denn von Beginn an hatte er betont, dass eine Ausgliederung der ersten Herrenmannschaft die Grundvoraussetzung dafür sei. Auf der nachgeholten Jahreshauptversammlung bekamen die Mitglieder detaillierte Infos, wie es um ihren Verein steht.

Bilanzielle Überschuldung

Dabei erläuterte Hendrik Poppinga, der Steuerberater der Emder von der Kanzlei Poppinga, Stomberg und Kollegen, die Bilanz zum 30. Juni 2022. Und die Zahlen waren alles andere als erfreulich, denn insgesamt ergab sich eine bilanzielle Überschuldung in Höhe von 230.000 Euro, die aufgrund von stiller Reserven (Stadion, 300.000 Euro) keine wirtschaftliche Überschuldung bedeutete.

Allen voran Steuerberater Lukas Christians, Prokurist der Kanzlei, befasste sich in den letzten Tagen in Zusammenarbeit mit Rießelmanns Experten und mit dem BSV-Vorstand mit der Erstellung der Bilanz zum 30.6.2023. Erst wenn diese erstellt ist und der Verein nicht überschuldet ist, kann die Ausgliederung durchgeführt werden.

Mit Hochdruck an der Bilanz 2023

Auf Nachfrage wollte sich die Kanzlei momentan nicht zu einem Zwischenstand äußern, man befinde sich derzeit im Erstellungsprozess. Albert Ammermann, zweiter Vorsitzender der Emder und in den letzten Jahren „Herr der Bücher“, sieht alles auf einem guten Weg. „Wir arbeiten da gemeinsam mit Hochdruck dran, sind aber noch im Zeitplan, ich bin da guter Dinge.“ Er erklärte erneut, dass der Verein einen sechsstelligen Schuldenbetrag abgebaut habe und sich die Schulden aktuell noch im mittleren, fünfstelligen Bereich befinden würden. „Diese Verbindlichkeiten können eine Ausgliederung meiner Ansicht nach aber nicht mehr gefährden“, so Ammermann. Es sei noch viel zu tun, vor allem aber Fleißarbeit, er sei regelmäßig in Kontakt mit den Steuerberatern.

Sollte die Bilanz wie geplant in den nächsten Tagen abgeschlossen werden können, ist für Ammermann der 16. November der Wunschtermin für die Jahreshauptversammlung. „Das ist aber alles schon sehr sportlich. Es könnte passieren, dass wir den Termin ein paar Tage nach hinten schieben müssen.“ Auf der Jahreshauptversammlung wird dann auch ein komplett neuer Vorstand gewählt werden müssen. Auf der letzten Versammlung hatte der aktuelle erklärt, für eine neue Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Wie aus dem Emder Umfeld zu hören ist, gibt es Kandidaten, die sich die Aufgabe vorstellen könnten. Aber erst nach dem Showdown, wenn die Bilanz für den 30.6.2023 erstellt worden ist.

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