Kickers vor Delmenhorst Emder Freistoß-König Steffen macht Sonderschichten
Ein Derby-Höhepunkt jagt den nächsten. Nach der Pokalniederlage am Dienstag in Delmenhorst hofft Kickers Emden am Sonntag (15 Uhr) auf eine Saisonrekordkulisse. Tobias Steffen ist besonders heiß.
Emden - Der große Traum vom DFB-Pokal platzte für Kickers Emden am Dienstagnachmittag in Delmenhorst. Gut für den Fußball-Oberligisten, dass am Sonntag (15 Uhr, Ostfrieslandstadion) gegen den Erzrivalen in der Liga direkt die Chance für die Wiedergutmachung besteht. Einer, der besonders heißt ist, ist der Emder Freistoß-König Tobias Steffen.
Der in Leer geborene und in Idafehn aufgewachsene Mittelfeldmotor wechselte ebenso wie Efkan Erdogan (aktuell verletzt) und Julian Stöhr vor Saisonbeginn von Delmenhorst nach Ostfriesland. „Das Pokalspiel haben wir uns alle natürlich ganz anders vorgestellt, das war von allen leider viel zu wenig“, kann sich Steffen den schwachen Auftritt beim 2:4 auch nicht so richtig erklären. „Zuletzt kamen wir auswärts nicht an das Niveau heran, das wir zu Hause zeigen. Die Nackenschläge waren unnötig, zumal wir uns dadurch selber auch immer wieder unter Druck setzen“, berichtet Steffen.
Steffen hat voll eingeschlagen
Er ist aber davon überzeugt, dass die Mannschaft am Sonntag mit dem Druck – möglicherweise vor einer Saisonrekordkulisse – auch gut umgehen kann. „Unsere mitgereisten Fans waren am Dienstag zurecht von uns enttäuscht. Am Sonntag wollen wir wieder etwas zurückgeben“, freut sich der 31-jährige Steffen, der in Oldenburg wohnt, auf das Lokalderby.
Mit seiner persönlichen Kickers-Bilanz kann der Sport- und Fitness-Kaufmann bislang sehr zufrieden sein. In allen Partien stand der torgefährliche Mittelfeldspieler in der Startformation, in elf Pflichtspielen kam er auf sechs Tore und sechs Vorlagen. Dabei donnerte er teilweise spektakulär auch drei Freistoßtore in die Maschen.
Freistöße nach dem Training
„Nach dem Training nehme ich mir oft noch einige Bälle und schieße Freistöße direkt aufs Tor. Ich weiß schon, dass ich eine außergewöhnliche Schusstechnik habe“, gibt Steffen Hoffnung, dass vielleicht noch der ein oder andere Treffer hinzukommen könnte. Er selber fühlt sich in Emden pudelwohl. „Ich brauche das Vertrauen, und das spüre ich auch von den Trainern Stefan Emmerling und Markus Unger sowie auch von Manager Henning Rießelmann.“
Auf die offensichtliche Emder Auswärtsschwäche wollte Trainer Stefan Emmerling rückblickend gar nicht detaillierter eingehen. „Sicher wollen wir auch da an der Konstanz arbeiten. Aber jetzt stehen ja mit Atlas und danach gegen Oldenburg erst einmal zwei attraktive Heimspiele an. Wir müssen zu Hause wieder ein gutes Spiel abliefern, dann werden die Punkte auch in Emden bleiben.“
Bersenbrück am stabilsten
In der Tabelle liegt der BSV momentan auf dem fünften Platz, bei einem Spiel weniger aktuell sechs Zähler hinter Tabellenführer TuS Bersenbrück. „Viele Mannschaften hatten einen Umbruch zu verkraften und müssen sich erst noch finden, bis auf Bersenbrück. Das spiegelt sich auch in der Tabelle wider“, meint Emmerling. Das Pokalspiel sei abgehakt, die Mannschaft sei gut vorbereitet. „Ich hoffe auf eine Rekordkulisse in dieser Saison. Das Emder Publikum spürt die Aufbruchstimmung, die Fans aus Delmenhorst werden hoffentlich auch zahlreich mitkommen“, rechnet Emmerling mit einer vollen Hütte.
Die Emder mussten für das Derby vom normalen Heimspieltermin (samstags 18 Uhr) aus Sicherheitsgründen auf den Sonntagnachmittag ausweichen. Bis auf die Langzeitverletzten Bastian Dassel und Efkan Erdogan hat Emmerling alle Spieler an Bord. „Beim Abschlusstraining werden wir noch einmal genau in die Spieler reinhorchen. Wir werden uns anders präsentieren als am Dienstag“, hofft der Coach auf ein erneutes Spektakel im Ostfriesland-Stadion.
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