Blick in die Bezirksliga  Wie die „Torfreunde“ Larrelt zu „Gegentorfeinden“ wurden

| | 05.10.2023 18:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beste Stimmung herrscht derzeit beim Tabellendritten SF Larrelt. Foto: Doden/Emden
Beste Stimmung herrscht derzeit beim Tabellendritten SF Larrelt. Foto: Doden/Emden
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Mit neuer defensiver Stabilität und alter Offensivstärke haben sich die Sportfreunde in der Bezirksliga-Spitzengruppe festgesetzt. Trainer Marten Sandmann nennt mehrere Gründe und hat ein klares Ziel.

Larrelt - „Larrelt und die neue Lust zu verteidigen“ titelte unsere Zeitung beim Saisonvorschau-Artikel zu den Sportfreunden Larrelt Anfang August. Es folgten in wenigen Tagen ein 1:6 gegen die seinerzeit schwer einzuschätzenden Germanen aus Leer (Pokal) und ein 5:5 zum Ligastart bei TuRa 07 Westrhauderfehn. Zwei Monate später hat sich die Schlagzeile doch nicht als Falschmeldung erwiesen. Auch dank der neuen defensiven Stabilität ist der Tabellendritte der Fußball-Bezirksliga neben Spitzenreiter Germania Leer das einzige Team, das nach knapp einem Drittel der Saison in der Liga noch ungeschlagen ist.

Trotz 80 Gegentoren schafften es die Emder, in der vergangenen Saison nach 34 Spielen auf ein positives Torverhältnis zu blicken. Die Krzatalas, Mammens und Boekholders der „Torfreunde“ knipsten zusammen nämlich 92-mal. Die vielen Gegentore standen einer Top-Platzierung in den vergangenen Jahren immer im Wege. Nun scheint man eine Lösung gefunden zu haben, die eigene Offensiv-DNA zu behalten und dennoch auch defensiver zu denken. Das Torverhältnis von 30:16 nach zehn Spielen weist einen Gegentorschnitt von nur noch 1,6 pro Spiel auf (letzte Saison 2,35). Lässt man die Spektakel-Spiele in Westrhauderfehn (5:5), in Strudden (4:3) und gegen Borssum (3:3) außen vor, kassierten die Sportfreunde in den anderen sieben Partien sogar nur fünf Gegentreffer (Schnitt 0,71).

Zwei wichtige Neuzugänge

„Wir haben uns vor der Saison gesagt, dass wir viel weniger Gegentreffer kassieren und uns etwas vom Hurra-Fußball verabschieden möchten“, sagt Trainer Marten Sandmann. „Das Wollen ist das eine, die Umsetzung das andere.“

Macht einen starken Job in der Abwehr: Ruben Bergens. Foto: Doden/Emden
Macht einen starken Job in der Abwehr: Ruben Bergens. Foto: Doden/Emden

Die funktioniert in vielen Spielen offensichtlich sehr gut. Das hat laut Sandmann mehrere Gründe. So hätten die beiden Defensiv-Neuzugänge Ruben Bergens (Innenverteidiger) von den A-Junioren des BSV Kickers Emden und Lukas Hammermeister vom TuS Buisdorf voll eingeschlagen. Der defensive Mittelfeldspieler Hammermeister stammt aus Nordrhein-Westfalen, spielte dort schon in der Bezirks- und Landesliga. Mit seiner Freundin kam der 26-Jährige aus beruflichen Gründen nach Emden.

Was ist mit Andre Krzatala?

„Die beiden haben natürlich auch den Konkurrenzkampf erhöht. Das hat uns geholfen. Dazu kommt, dass wir die Abwehrkette diese Saison noch nicht so oft umstellen mussten“, sagt Sandmann. Und auch die vielen Etablierten seien alle in einer guten Form. „Das alles zusammen sorgt dafür, dass momentan viel passt.“ Dabei fehlt mit dem Ausnahmespieler Andre Krzatala seit Wochen schon ein Torgarant und Allrounder. Nach einer Knie-Operation wird der 33-Jährige erst nach der Winterpause ins Team zurückkehren.

Marten Sandmann (links) und sein wichtiger Co-Trainer Patrick Bygus, der in der Saisonvorbereitung mehrere Wochen Sandmann souverän vertrat. Foto: Doden/Emden
Marten Sandmann (links) und sein wichtiger Co-Trainer Patrick Bygus, der in der Saisonvorbereitung mehrere Wochen Sandmann souverän vertrat. Foto: Doden/Emden

Kurzfristig wollen die Sportfreunde beim Auswärtsspiel in Middels am Sonntag den achten Saisonsieg einfahren. Zudem gab es drei Unentschieden. Mit Blick auf den Rest der Saison hat der Tabellendritte „Blut geleckt“. „Da vorne sind jetzt mehrere Mannschaften gut dabei. Wir wollen da mitmischen und um den Titel mitspielen“, sagt Trainer Marten Sandmann. In den nächsten Wochen folgen noch die Topspiele gegen den TV Bunde (28. Oktober), Germania Leer (12. November) und TuRa 07 Westrhauderfehn (19. November) – allesamt auf heimischem Platz.

Das ist in der Liga los

Beim Blick in den Liga-Kalender der nächsten Wochen sticht ein Datum hervor: Freitag, 20. Oktober. Eine Woche nach dem Gallimarkt kommt es zum mit Spannung erwarteten Duell zwischen dem derzeitigen Spitzenreiter Germania Leer und dem momentan ersten Verfolger TuRa 07 Westrhauderfehn. Bis dahin haben beide Teams noch ihre schweren „Hausaufgaben“ zu erfüllen. Für Leer heißt diese an diesem Freitag in einem Heimspiel ab 20 Uhr SV Hage, für Westrhauderfehn am Sonntag um 15 Uhr auswärts FC Norden.

Zu einem besonderen Spiel kommt es an diesem Spieltag in der Gemeinde Friedeburg. Im Duell zwischen dem TuS Strudden und TuS Pewsum stehen sich die beiden jüngsten Trainer der Bezirksliga gegenüber. In Strudden führt seit dem Sommer der langjährige Leistungsträger und Kapitän Thilo Janßen Regie – mit 29 Jahren. Pewsums Coach Jonas Petersen ist sogar erst 26 Jahre jung. Die Partie beginnt am Samstag um 15 Uhr.

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