Es geht um die Finanzen Kickers-Versammlung am Donnerstag – Zukunft steht auf dem Spiel
Die Jahreshauptversammlung wird mit Spannung erwartet. Besonders interessant dürften die Präsentationen des Steuerberaters und des Rießelmann-Teams werden.
Emden - Bei der Jahreshauptversammlung des BSV Kickers Emden am Donnerstag ab 19 Uhr im Hotel Faldernpoort gibt es keine Vorstandswahlen. Auch die üblichen Lobeshymnen der Vereinsspitze auf die Mitarbeiter und die eigene Arbeit werden keine wirkliche Rolle spielen. Es geht um die Zukunft des BSV Kickers. Und die steht trotz neu entfachter Fußballbegeisterung in Emden immer noch auf der Kippe.
Altlasten und aktuelle Schulden gefährden den Neustart des professionellen Teams um Manager Henning Rießelmann. So wird die Präsentation der Finanzlage durch die Kanzlei Poppinga, Stomberg und Kollegen (Emden und Pewsum) genauso mit Spannung erwartet wie der Zukunftsplan des Rießelmann-Teams.
Lage wird ungeschönt dargestellt
Die „Rießelmänner“ sehen in Emden großes Potenzial und wollen an glorreiche Kickers-Zeiten anknüpfen. Dazu soll das semiprofessionelle Herrenteam in eine GmbH ausgegliedert werden. Dafür fordert Rießelmann einen schuldenfreien BSV oder - wie er es gerne nennt - „ein weißes Blatt Papier“.
Steuerberater Hendrik Poppinga wird bei der Versammlung die Lage ungeschönt darstellen. Allerdings kann er bislang nur einen Jahresabschluss bis zum 30. Juni 2022 präsentieren. Diese Zahlen sind nach Ansicht des Fachmannes „einigermaßen unproblematisch darstellbar“. Für die geplante Ausgliederung ist aber der Jahresabschluss zum 30. Juni dieses Jahres entscheidend. „Da gibt es noch Probleme“, sagt Poppinga. Weil ihm offenbar immer noch nicht alle Unterlagen der abgelaufenen Saison vom aktuellen Vorstand um den Vorsitzenden Jörg Winter und seinen Stellvertreter Albert Ammermann – er kümmert sich um das operative Geschäft – vorgelegt wurden, möchte Poppinga derzeit noch keine Prognose zur Ausgliederung abgeben.
Unterlagen fehlen noch immer
Auch wenn Ammermann zuletzt immer beteuerte, dass die Schulden massiv abgebaut worden seien, lässt sich für den Fachmann und sein Team das aktuelle Minus noch nicht genau beziffern. Dazu benötigt er sämtliche Unterlagen aus der vergangenen Saison. Nach Informationen unserer Zeitung soll es unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung noch eine Sitzung mit dem Vorstand und dem Rießelmann-Team geben.
Der Steuerberater macht klar, dass der aktuelle Jahresabschluss noch kein Thema bei der Jahreshauptversammlung sein wird. In den nächsten Tagen und Wochen wird sich Poppinga mit seinem Team umso umfassender mit dem neuen Abschluss befassen. „Die Zeit drängt. Wir haben maximal noch vier Wochen“, sagt er. Denn der Abschluss für den 30. Juni ist für die Ausgliederung nur sechs Monate gültig. „Bis Anfang November muss der Jahresabschluss fertig sein.“ Denn bis zur Ausgliederung der Oberligamannschaft in eine GmbH müssen anschließend noch notarielle Bedingungen erfüllt und die Anmeldung ins Handelsregister getätigt werden. „Die Zeit wird knapp“, sagt Poppinga. Er drängt deshalb auf die Mitarbeit aller Parteien, damit alle Zahlen verbucht werden können und zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Wenn alle Beteiligten jetzt aktiv mitarbeiten, könnten wir es noch schaffen.“
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