Partie beim Dritten Kickers wählt Hotel-Variante vor Spitzenspiel
Die Emder reisen schon am Samstag nach Wolfsburg und schauen sich das Bundesligaspiel zwischen Wolfsburg und Union an. Der Kickers-Coach verrät vor dem Lupo-Spiel nur ein Teil des Personal-Puzzles.
Emden/Wolfsburg - Einmal in der Woche analysiert das Sportchef-Quartett des Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden die aktuelle Lage. Das Gespräch von Trainer Stefan Emmerling, Co-Trainer Markus Unger, Manager Henning Rießelmann und dem Sportlichen Leiter Sebastian Plog drehte sich diesmal nicht nur um Spieler, Gegner oder Taktik, sondern auch um Anreisestress. Nach der jüngsten Viereinhalb-Stunden-Tour bis Schöningen und der anschließenden 1:3-Niederlage wollen die Emder ausgeruhter im Spitzenspiel am Sonntag (15 Uhr) beim drittplatzierten Lupo Martini Wolfsburg auflaufen. Deshalb greifen sie zu einer Maßnahme, die sich in der Aufstiegssaison vor zwei Jahren bewährte. „Wir werden einen Tag vorher anreisen“, sagt Trainer Stefan Emmerling.
Auch der Reisemodus ist identisch zur Saison 2021/22. Bullis statt Reisebus lautet die Variante. „So sparen wir einen Großteil der Hotelkosten wieder ein“, sagt der Coach. Abfahrt ist bereits am Samstag um 9 Uhr. Denn für den Nachmittag hat Henning Rießelmann einen ersten fußballerischen Höhepunkt ins Reiseprogramm eingebaut. Die Kickers-Elf wird sich das Bundesligaspiel zwischen VfL Wolfsburg und Union Berlin anschauen.
Union ist Taktik-Vorbild
Emmerling will den Stadionbesuch auch ein klein wenig als Theorie-Lektion gewertet wissen. „Man kann immer etwas dazulernen. Gerade Union spielt sehr kompakt, kassiert wenig Gegentore und zeigt eine ungeheure Mentalität.“ All diese Eigenschaften würde sich der Kickers-Coach auch am Sonntag vom BSV wünschen.
Zu Union Berlin hat Emmerling eine besondere innere Verbindung. Denn am letzten Drittliga-Spieltag 2009 traf er mit Kickers in Emden auf die Berliner. Danach verabschiedete sich Union in höhere Sphären, während Kickers hoch verschuldet und dann gar insolvent bis in die Landesliga abstürzte. Der Höhenflug von Union hält hingegen immer noch an. Und „Emma“ drückt die Daumen. „Jetzt spielen sie sogar in der Champions League. Es ist eine Art Lieblingsverein von mir geworden.“ Der Kickers-Coach war in Zweitligazeiten des Klubs selber mal „An der alten Försterei“ und schaute sich ein Spiel gegen Bochum an – ein unvergessliches Erlebnis. „Als die Vereinshymne ‚Eisern Union‘ ertönte, hatte ich Gänsehaut.“
Kein erneuter Torwartwechsel
Doch an diesem Wochenende kreisen seine Gedanken mehr um Lupo Martini als um Union. Die Kickers-Macher stufen den ältesten Gastarbeiterverein Deutschlands als einen der größten Aufstiegskonkurrenten ein. Vor zwei Jahren glückte weder Emmerlings Emdern noch Rießelmanns Lohnern ein Erfolg beim italienisch geprägten Klub. In der vergangenen Saison verpasste Vizemeister Lupo den Aufstieg nur knapp in der Relegation gegen den Bremer SV und gehört auch nun schon wieder zur Spitzengruppe der Liga.
„Es wird für uns verdammt schwer“, mutmaßt Emmerling. „Wir haben zuletzt beim 4:1 gegen Rehden aber in der Defensive besser gestanden. Das müssen wir jetzt konstanter abrufen.“ Vermutlich wird der Trainer deshalb auch auf Konstanz in der Aufstellung setzen, zumal alle Akteure vom Rehden-Spiel gesund sind. Neuzugang Fabian Herbst könnte als Innenverteidiger erneut den Vorzug gegenüber Kapitän Bastian Dassel erhalten. Emmerling hält sich bei derlei Personalfragen bedeckt. Nur zum zuletzt vollzogenen Torhüterwechsel lässt er sich eine Aussage entlocken: „Isaak Djokovic hat das gegen Rehden gut gemacht. Es gibt keinen Grund, ihn jetzt wieder rauszunehmen.“
Mit mehr Konstanz in der Defensive hofft der Coach nun nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge auch in der Ferne wieder auf ein Erfolgserlebnis. Das wäre nicht nur gut für die Moral, sondern auch ein Fingerzeig im Titelkampf.