Emder feiern Steffens  Nach 2:1 braucht Kickers noch drei Siege bis zum DFB-Pokal

| | 24.08.2023 01:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Stadionsprecher Gerd Krauledat hat nun noch einen zweiten Job zu verrichten. Er muss die neue Spielstandanzeige bedienen und die Tortafeln in die Fächer bugsieren. Fotos: Doden
Stadionsprecher Gerd Krauledat hat nun noch einen zweiten Job zu verrichten. Er muss die neue Spielstandanzeige bedienen und die Tortafeln in die Fächer bugsieren. Fotos: Doden
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Vor 800 Zuschauern geriet Kickers in Rückstand. Doch der BSV ließ sich nicht beirren und sorgte dafür, dass an der neuen Retro-Anzeigetafel noch zwei Emder Treffer abzulesen waren.

Emden - Der BSV Kickers Emden überraschte die Zuschauer beim Verbandspokal-Achtelfinale gegen den MTV Eintracht Celle mit einer neuen Anzeigetafel im Retrostil. Wie in der Bundesliga Union Berlin gehen auch die Ostfriesen bei der Anzeige des Spielstands einen Schritt zurück in Nostalgie-Zeiten und montieren am Häuschen von Stadionsprecher Gerd Krauledat nun per Hand die Ziffern, die auf das aktuelle Resultat hinweisen. Für Arbeit an der Retro-Tafel sorgte mal wieder BSV-Torjäger Tido Steffens. Dank seiner beiden Tore prangte vor 800 Zuschauern am Ende auf der Kickers-Seite die blaue 2 auf weißem Grund. Beim Gast war es die 1. Damit schaffte der BSV den Sprung ins Viertelfinale und benötigt noch drei Siege bis zum Einzug in den DFB-Pokal.

Der Emder David Schiller (Zweiter von rechts) überzeugte als Nebenmann von Torjäger Tido Steffens und holte den Elfmeter zum 1:1 heraus.
Der Emder David Schiller (Zweiter von rechts) überzeugte als Nebenmann von Torjäger Tido Steffens und holte den Elfmeter zum 1:1 heraus.

„Das war ein harter Pokalfight gegen eine starke Celler Mannschaft“, resümierte hinterher Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Gegenüber dem 5:3-Torspektakel vor elf Tagen gegen denselben Gegner hatte er das Team auf drei Positionen umgebaut. Für Marvin Eilerts, Pascal Steinwender (krank) und Torhüter Moritz Onken standen Said Abbey, Janek Siderkiewicz und Torwart Isaak Djokovic in der Anfangsformation. Kickers agierte mit diesem Trio deutlich souveräner in der Abwehr. „Das war diesmal in der Defensive eine konzentrierte Leistung“, lobte auch der Coach.

Zwei Elfmeter vor der Pause

Doch das Helferteam von Stadionsprecher Gerd Krauledat musste dennoch die erste Tafel an der neuen Anzeige für den Gast herauskramen. Als eine Situation im Strafraum schon geklärt schien, foulte Bastian Dassel den Celler Alexander Laube, der den Elfmeter höchst persönlich zum 0:1 nutzte (24.). Es sollte die einzig echte Gäste-Chance in der gesamten Partie bleiben.

Der souveräne BSV-Torwart Isaak Djokovic war hier beim Elfmetertor machtlos.
Der souveräne BSV-Torwart Isaak Djokovic war hier beim Elfmetertor machtlos.

Vom 0:1 ließ sich Kickers nicht irritieren, sondern drehte plötzlich auf. Zunächst scheiterte Tobias Steffen per Freistoß am Torhüter, bekam den Ball über Umwege zurück und zirkelte ihn aus spitzem Winkel an den Pfosten. Dann köpfte David Schiller nach einer Steffen-Flanke um Zentimeter über das Tor, ehe kurz vor der Pause doch noch das 1:1 glückte. Auch für das Emder Premierentor auf der Anzeigewand musste nach einem Foul an Schiller ein Elfmeter herhalten. Tido Steffens, der vor elf Tagen einen Strafstoß gegen Celle noch übers Tor bugsiert hatte, vollendete diesmal flach ins Eck. „Vom 0:1 haben wir uns nicht beeindrucken lassen“, sagte der Torschütze. „Und der Ausgleich noch vor der Pause hat für ein gutes Gefühl sorgt.“

Siegtor in der 79. Minute

Das gesteigerte Selbstbewusstsein demonstrierte Kickers nach dem Wechsel. Die Gastgeber besaßen nun ein deutliches Übergewicht und gleich mehrfach dicke Chancen. Zweimal eilten Emder Angreifer gar alleine dem MTV-Tor entgegen. Said Abbey zirkelte den Ball weit übers Tor, Tido Steffens scheiterte am Torhüter.

Doch in der 79. Minute war auf die Emder Tormaschine wieder Verlass. Er vollendete eine Steffen-Steffens-Coproduktion. Eine herrliche Flanke von Tobi Steffen bugsierte der Beinahe-Namensvetter aus fünf Metern ins Netz. In der 85. Minute hätte das Anzeigetafel-Team fast noch einmal tätig werden müssen. Da lenkte ein MTV-Verteidiger eine Flanke an die eigene Torlatte.

Statistik

Emden: Djokovic, Stöhr, Engel, Dassel, N‘Diaye, Siderkiewicz, Kaissis, Abbey (73. Visser), Steffen (86. Buss), Schiller, Steffens.

Tore: 0:1 Laube (Foulelfmeter, 24.), 1:1 Steffens (Foulelfmeter, 42.), 2:1 Steffens (79.).

Das Tor des äußerst souverän agierenden Emder Schlussmannes Isaak Djokovic, der vor allem zu Beginn mehrfach vor dem Strafraum brillant per Fuß geklärt hatte, geriet nicht mehr wirklich in Gefahr. So feierten die 800 Fans am Ende den Emder Einzug ins Viertelfinale und die 2 auf der neuen Anzeigetafel.

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