BSV-Traum war in Gefahr  Angebot aus Meppen – Kickers-Chef Rießelmann lehnt ab

| | 18.08.2023 16:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor ein paar Monaten hat Henning Rießelmann das Ruder in Emden übernommen und in kürzester Zeit eine riesige Euphorie bei den Fans der Region entfacht. Foto: Doden
Vor ein paar Monaten hat Henning Rießelmann das Ruder in Emden übernommen und in kürzester Zeit eine riesige Euphorie bei den Fans der Region entfacht. Foto: Doden
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Nach dem Rücktritt von Ernst Middendorp wollte der SV Meppen den Kickers-Macher offenbar als Sportdirektor verpflichten. Es soll sogar konkrete Gespräche gegeben haben.

Emden - Der neue Fußballtraum des BSV Kickers Emden wäre beinahe schon nach zwei Oberliga-Spieltagen geplatzt und Hoffnungsträger Henning Rießelmann wieder verschwunden gewesen. Nach Informationen unserer Zeitung hatte Regionalligist SV Meppen nach dem Rücktritt von Ernst Middendorp am Mittwoch als Trainer und Sportlicher Leiter des SVM dem Kickers-Manager ein Angebot als Sportdirektor unterbreitet. Es soll auch konkrete Verhandlungen gegeben haben, doch letztlich lehnte Rießelmann die Offerte ab.

Dass der neue Kickers-Macher überhaupt einen übereilten Absprung aus Emden in Erwägung gezogen hatte, lag offenbar am Finanzchaos des BSV Kickers, das in den vergangenen Wochen immer sichtbarer geworden ist.

Kickers hatte Riesen-Schuldenberg

Der Schuldenberg, den der BSV-Vorstand in den vergangenen Jahren angehäuft hatte, soll ein Mehrfaches der zugegebenen 100.000 Euro betragen haben. Daran ist bislang auch die längst geplante Ausgliederung der Oberliga-Mannschaft aus dem Verein gescheitert. Denn Rießelmann hatte von Beginn an zur Bedingung gemacht, dass er das Kickers-Projekt nur fortsetzen würde, wenn keine Schulden mehr zu tilgen wären.

Vorsitzender Dr. Jörg Winter und sein Stellvertreter Albert Ammermann, der große Teile des operativen Geschäfts beim BSV bewerkstelligt hat, mussten aber immer mehr Außenstände einräumen. Am Donnerstagabend weilte Rießelmann zu einem neuerlichen Gespräch mit Winter und Ammermann in Emden. Zwischenzeitlich hatte sich ein Sponsor bereit erklärt, einen Teil der Schulden auszugleichen.

Verbindlichkeiten reduziert

„Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“, sagte der Kickers-Manager und nennt offen die neuesten Zahlen. „Mir wurde versichert, dass die Verbindlichkeiten jetzt noch 108.000 Euro betragen. Und es gibt noch eine weitere Sponsoren-Zusage.“ So besteht die Hoffnung, dass sich die Summe in Kürze weiter reduziert und die Ausgliederung der Mannschaft in eine GmbH in Kürze vonstatten gehen könnte. „Ich werde die Zahlen aber mit dem Steuerberater noch einmal analysieren.“

Seit wenigen Monaten befasst sich der erfahrene Emder Wirtschaftsprüfer Hendrik Poppinga mit den Finanzen und verschaffte sich nach und nach einen Überblick bei dem vorliegenden Zahlenchaos. Rießelmann ist nach der neuesten Entwicklung optimistisch gestimmt, nach dem grandiosen Saisonstart die Erfolge fortsetzen zu können. „Ich habe eine Mannschaft zusammengestellt, die ich natürlich auch nicht im Stich lassen wollte. Die Spieler haben alle riesige Lust auf das Projekt in Emden.“

Das zeigte das Team schon zum Saisonstart mit 4:0-Siegen in Ramlingen und im Pokal bei BW Bornreihe. Und beim 5:3 vor einer Woche gegen den MTV Celle spürten Spieler genauso wie das Rießelmannteam, was sie in kurzer Zeit in Ostfriesland bereits bewirkt haben. Fast 1500 Zuschauer strömten ins Stadion und zeigten sich begeistert vom neuen BSV. „Diesen Weg wollen wir jetzt fortsetzen“, kündigt der Kickers-Manager an. Und wenn nicht noch weitere große Schulden-Hürden auftauchen, könnte das neue Führungsteam sich bald ganz auf die Zukunft konzentrieren und muss sich nicht mehr mit Altlasten herumplagen.

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