Fast alles neu beim BSV Kickers lockt Werder-Greenkeeper und landet Wurst-Coup
Nicht nur auf dem Spielfeld agiert Kickers Emden derzeit mit Tempo. Auch jenseits des Rasens passiert beim Verein jede Menge. Es ruht allein die Stadionuhr.
Emden - Die 1350 Zuschauer beim 5:3-Erfolg gegen MTV Celle staunten am Samstag nicht nur über die veränderte Spielweise und die Super-Offensive des Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden, sondern auch über das neue Gewand des Sportgeländes. Das Spielfeld befand sich in selten gutem Zustand. Hinter den Toren zogen modernste LED-Werbebanden, auf dem im ständigen Wechsel die Sponsoren durch digitale Technik präsentiert wurden, die Blicke des Publikums auf sich. Und in der Halbzeit stärkten sich die Fanmassen auf dem völlig neu gestalteten Catering-Gelände.
Fast alles neu also beim BSV Kickers, seitdem der Macher und Manager Henning Rießelmann sich entschlossen hat, mit den Emder Fußballern große Träume zu realisieren. Selbst die Stadion-Delikatesse besitzt nun eine andere Geschmacksnote. Denn für den BSV Kickers geht es seit kurzem mehr denn je um die Wurst. Das Rießelmann-Team hat es geschafft, einen großen Fleischunternehmer vom Emder Projekt zu überzeugen. Der Edewechter „Wurstkönig“ Rolf Bley ist tatsächlich auf den Kickers-Geschmack gekommen, obwohl er seit Jahren als Hauptsponsor des Regionalligisten SSV Jeddeloh agiert.
Lob für Livestream
Ob Kickers nun Würstchen gratis erhält oder das Unternehmen die BSV-Kasse aufgefüllt hat, verrät Henning Rießelmann nicht. „Wir haben ein gutes Gesamtpaket geschnürt“, sagt der Geschäftsmann ganz lapidar.
Er schaute beim 5:3-Spektakel am Samstag aber nicht nur auf Tore und Würstchen. „Der OZ-Livestream hat super funktioniert“, aber es gibt überall noch Verbesserungsmöglichkeiten. So gefielen ihm im Verzehrareal die langen Schlangen vor Getränke- und Essensbuden nicht. „Das müssen wir unbedingt verbessern. Aber es kann nicht alles auf Anhieb perfekt sein.“
Celle deckte Schwachstellen auf
Bei dieser Bewertung schließt er den Fußballauftritt seiner „Rießelmänner“ mit ein. Das chaotische Abwehrverhalten entging dem langjährigen Trainer von BW Lohne natürlich nicht. „Wir spielen sehr offensiv und Mann gegen Mann - da kriegt man etliche Gegentore, aber Celle hat uns auch die Grenzen aufgezeigt“, sagt Rießelmann. „Da werden wir die Hebel ansetzen müssen.“
Damit der Ball in Zukunft vielleicht noch einen Tick eleganter durch die Emder Reihen läuft, lotst der Manager auch einen renommierten Rasenexperten nach Emden. „Der Greenkeeper von Werder Bremen kommt am Dienstag bei uns vorbei.“ Er soll die BSV-Rasenpfleger um „Chef-Gärtner“ Rießelmann beraten, wie das regensensible Kickers-Geläuf auf ein noch höheres Level zu hieven ist. „Wir haben noch viel zu tun“, weiß der Manager.
Stillstand herrscht aktuell allein bei der Stadionuhr. Die Zeiger stehen seit Wochen still und stur auf 13.45 Uhr. „Auch da werden wir noch etwas machen“, verspricht Henning Rießelmann. Bei Kickers Emden geht es von der fußballerischen Qualität, über die Bratwurst bis hin zur Rasenpflege in rasanten Schritten voran. Man könnte fast meinen, allein die Stadionuhr kommt bei diesem Tempo der neuen Emder Führungsmannschaft nicht mehr mit.
5:3 nach 1:3 – 1350 Fans feiern Emder Spektakel und Helden aus Idafehn
Fanmassen bei Kickers wie seit 14 Jahren nicht mehr
Angebot aus Meppen – Kickers-Chef Rießelmann lehnt ab
Stürmer verlässt Kickers und trifft doppelt für neuen Klub