Neue Saison in der Oberliga Bastian Dassel bleibt Kickers-Kapitän
Die Binde bleibt bei Bastian Dassel. Der Routinier führt Kickers Emden auch in die neue Saison in der Fußball-Oberliga. Mit einer Favoritenrolle hat der Abwehrspieler kein Problem.
Emden - Am letzten Wochenende fiel die Entscheidung. Bastian Dassel bleibt auch weiterhin der Kapitän beim Fußball-Oberligisten Kickers Emden, seine Stellvertreter sind Tido Steffens und Dennis Engel. Der 33-jährige erklärt im Interview vor dem Saisonauftakt am Freitag in Ramlingen-Ehlershausen, was ihn an der neuen Saison besonders reizt und wie für ihn der perfekte Saisonabschluss aussehen würde.
Acht Spieler sind aus der letzten Saison geblieben, 15 Spieler sind dazugekommen. Wie hat der Umbruch bisher funktioniert?
Dassel: Aus meiner Sicht hat das sehr gut geklappt. Erstmal charakterlich passt das perfekt. Wir haben uns von Beginn an super verstanden. Wir hatten ein gutes Auftaktprogramm mit dem Trainingslager auf Borkum, wo glaube ich das Kennenlernen mehr im Vordergrund stand und nicht die Konditionseinheiten. Auch das zweite Trainingslager in Klosterpforte brachte extrem viel, vor allem wenn so viele Spieler neu zum Team kommen. Jeder konnte den Mitspieler anders kennenlernen als nur auf dem Fußballplatz.
Wie schätzen Sie das Auftaktprogramm ein? Kickers zählt zu den Mitfavoriten, da erscheinen die ersten Spiele mit Ramlingen, Meppen II, Celle und Arminia Hannover machbar zu sein.
Dassel: Die Aussage würde ich so jetzt nicht direkt bestätigen. Ramlingen zum Beispiel hat sich ordentlich verstärkt. Ich kenne den Platz noch aus der vorletzten Spielzeit. Der ist halt brutal schmal, das bringt eine besondere Brisanz mit sich mit vielen Zweikämpfen. Da wird uns definitiv alles abverlangt werden. Wir werden sie nicht unterschätzen. Es war damals schon ein sehr kampfbetontes Spiel, und darauf stellen wir uns am Freitag auch wieder ein.
Wie würden Sie die Qualität der neuen Mannschaft einordnen? Ist sie stärker als die in der letzten Saison?
Dassel: Wir sind definitiv spielstärker, da ist fußballerisch eine ganz große Qualität dabei. Man merkt schon sehr deutlich, dass viele Spieler schon höherklassig gekickt haben und sie einfach ein anderes Niveau mitbringen. Es ist eine gewaltige Qualität vorhanden. Aber das alleine reicht auch nicht aus. Wie gut es dann passt, zeigt sich in schwierigen Phasen. Da bin ich aber auch sehr positiv gestimmt, dass wir diese Situationen meistern werden.
Die Qualität im Kader ist gestiegen. Dadurch dürfte auch der Kampf um die Stammplätze an Intensität zunehmen.
Dassel: Und das tut allen gut. Der Konkurrenzkampf ist belebend. Kein Spieler kann sich sicher sein, dass er definitiv von Anfang an spielt. Jeder muss sich bei jeder Trainingseinheit neu beweisen. Das ist für einen persönlich selber auch ein hoher Ansporn.
Was ist möglich in dieser Saison. Was kann Kickers Emden erreichen?
Dassel: Mein Ziel ist ganz klar, bis zum Winter oben mitzuspielen, wir müssen in Schlagdistanz zu den Topplätzen sein, um dann noch einmal eine Feinjustierung in der Spielweise und anderen Punkten vornehmen zu können. Für mich sind die Konkurrenten auch ein bisschen schwierig einzuschätzen. Es sind so viele Regionalliga-Absteiger dabei, andere Teams haben auch kräftig investiert. Ich schätze das Niveau schon extrem hoch ein.
In der Facebook-Gruppe Oberliga Niedersachsen läuft aktuell eine Umfrage. Knapp 800 User haben Ihre Stimme abgegeben, davon sehen knapp 40 Prozent Kickers als Topfavoriten, gefolgt von Atlas Delmenhorst (15 Prozent)? Wie gehen Sie mit der Erwartungshaltung um?
Dassel: Wir sind nach dem Umbruch und den Verstärkungen automatisch in die Favoritenrolle reingedrückt worden. Die nehmen wir aber auch an. Wenn die Erwartungshaltung nicht dementsprechend wäre, würde auch etwas verkehrt laufen. Aber die anderen Teams wie Hildesheim oder auch Rehden, die eine super Vorbereitung gespielt haben, dürfen wir nicht unterschätzen. Für mich ist es schön zu lesen, wenn wir als Favorit gehandelt werden, davon können wir uns aber natürlich nichts kaufen. Ich habe die Abstimmung schmunzelnd zur Kenntnis genommen.
Wer sind denn für Sie die größten Konkurrenten im Aufstiegskampf?
Dassel: Ich glaube schon, dass Mannschaften wie Hildesheim, Rehden, Atlas, Heeslingen oder Ramlingen ein Wörtchen mitsprechen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wie in der Vorsaison mit Spelle-Venhaus und Lupo zwei Mannschaften geben wird, die die Liga beherrschen. Ich rechne damit, dass viele Vereine oben mitspielen werden.
Henning Rießelmann ist mit seinem Team in Emden eingestiegen. Was hat sich dadurch bei Kickers verändert?
Dassel: Durch den Einstieg hat er eine positive Euphorie geschaffen. Auch in seiner Ansprache an die Mannschaft vor dem Trainingsauftakt hat er einen besonderen Spirit reingebracht. Es wurden schon viele neue Strukturen im Verein und der Mannschaft verändert. Viele sind wieder motiviert, noch ein bisschen mehr zu geben. Das Trainerteam mit Stefan Emmerling und Markus Unger harmoniert super. Wir können uns wieder viel mehr auf Fußball konzentrieren, das macht extrem viel Spaß.
Wären Sie auch bei Kickers geblieben, wenn Henning Rießelmann nicht eingestiegen wäre?
Dassel: Oh, schwere Frage, weiß ich nicht, keine Ahnung. Ich war relativ früh auch schon mit Henning in Kontakt und wusste, was er in Emden vorhat. Von daher hatte ich schnell ein gutes Gefühl, dass er es in die richtigen Bahnen lenkt. Danach habe ich mich nicht mehr so genau damit beschäftig, was passiert, wenn es damit nicht geklappt hätte. Klar gab es Gedankenspiele, etwas kürzerzutreten, aber nach der Vorstellung des neuen Konzeptes wollte ich auch mit dabei sein.
Sie haben also noch einmal richtig Bock auf eine Aufstiegsfeier?
Dassel: Da hätte ich natürlich richtig Bock drauf (lacht laut los). Ich habe zu Henning auch gesagt, dass ich auch noch einmal gerne eine Relegation mitmachen würde. Aber über Platz eins am Saisonende würde ich mich auch nicht beschweren.
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