Kickers in Rage  Paukenschlag – Innenministerium verbietet Emder Flutlichtspiele

| | 14.07.2023 12:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wenn es nach dem Innenministerium geht, bleiben in Emden künftig die Lichter aus. Foto: Archiv
Wenn es nach dem Innenministerium geht, bleiben in Emden künftig die Lichter aus. Foto: Archiv
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Am Freitag erfuhren die Emder von der Anordnung. Dabei hatten sie es gerade geschafft, mit den Gegnern überwiegend Spieltermine am Freitag- oder Samstagabend zu vereinbaren.

Emden - Seit Donnerstag residieren die Oberliga-Fußballer des BSV Kickers Emden für drei Tage im renommierten Sporthotel Klosterpforte (Ostwestfalen). Doch mitten in die Gute-Laune-Phase platzte eine Nachricht des niedersächsischen Innenministeriums, die die Emder Verantwortlichen auf die Palme brachte. Staffelleiter Burkhard Walden erhielt die Anordnung, sämtliche Emder Heimspiele auf Sonntag 15 Uhr zu legen. Nur in einzelnen Ausnahmefällen könne davon abgewichen werden. Auf einen Schlag wurden damit alle Emder Flutlichtträume zunichte gemacht.

Dabei war es Kickers in Gesprächen mit den Ligagefährten gerade gelungen, für den Großteil der Heimspiele Termine am Freitag- oder Samstagabend zu vereinbaren. „Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht“, sagt der stellvertretende Kickers-Vorsitzende Albert Ammermann. Auch Manager Henning Rießelmann zeigte sich entsetzt. „Die Vorgabe ist restlos übertrieben. Wir spielen in der 5. Liga. Das ist lächerlich“, sagt er. „Es wäre wirklich schade, wenn wir nur noch sonntags spielen dürften.“

BSV sieht keine Sicherheitsprobleme

Die Hintergründe für die Vorgabe, die die Mitarbeiter von Ministerin Daniela Behrens (SPD) an den Staffelleiter versandten, waren am Freitag noch nicht endgültig geklärt. Doch laut Staffelleiter hat es nichts mit Energiesparmaßnahmen zu tun, sondern mit Sicherheitsbedenken. „Selbst in der Regionalliga ist in Emden nichts vorgefallen“, sagt Rießelmann. „Ein paarmal wurden ein paar Bengalos gezündet. Das war alles.“

Er hätte es gerade noch nachvollziehen können, wenn eine Partie wie gegen Atlas Delmenhorst als Risikospiel eingestuft und möglicherweise auf Sonntag verlegt worden wäre, falls am Samstagabend nicht genügend Ordnungskräfte zur Verfügung stehen würden. Aber selbst solch eine Verlegung war in der Vergangenheit nicht notwendig gewesen.

Kickers sucht das Gespräch

Außerdem hatte Kickers zuletzt auf eigene Rechnung für zusätzliche Sicherheit gesorgt, wie Albert Ammermann betont. „Wir hatten in der Regionalliga einen Sicherheitsdienst engagiert. Das werden wir auch in der Oberliga beibehalten.“ Warum diese vorsorgliche Maßnahmen eines Fünftligisten, bei dem es in jüngerer Vergangenheit keinerlei Ausschreitungen gegeben hat, für Daniela Behrens und ihre Mitarbeiter nicht ausreichend erscheinen, will der BSV Kickers nun ergründen.

Ammermann hat bereits Rücksprache mit der Polizei gehalten. Auch dort sei man über diese radikale Maßnahme etwas verwundert gewesen. „Ich könnte mir vorstellen, dass irgendwo vielleicht doch ein Versehen vorliegt“, sagt Ammermann. „Wir werden jedenfalls alle Hebel in Bewegung setzen, dass es nicht bei dieser Entscheidung bleibt.“ Falls doch, wäre es das erste Mal in der Geschichte, dass die Landesregierung derartigen Einfluss auf den Spielplan einer ostfriesischen Fußballmannschaft nimmt.

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