Test gegen Bundesligisten Kickers Emden fordert den VfL Bochum heraus
Drei Tage nach dem Spiel beim SC Heerenveen wartet auf Kickers der nächste hochkarätige Gegner. Die BSV-Taktik für das Spiel in Gevelsberg klingt überraschend.
Wenum/Emden - Einen Tag vor dem attraktivsten Spiel der Saisonvorbereitung erreichte den Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden eine Hiobsbotschaft. Für Efkan Erdogan ist die Hinserie bereits beendet, bevor sie überhaupt begonnen hat. Das ergab vor dem Spiel in Gevelsberg gegen den Bundesligisten VfL Bochum (Dienstag 18 Uhr) eine MRT-Untersuchung bei den Mannschaftsärzten von Werder Bremen. „Er hat sich beim Testspiel in Heerenveen das Kreuzband gerissen“, sagt BSV-Manager Henning Rießelmann. „Das ist ein ganz bitterer Ausfall für uns.“
So muss BSV-Trainer Stefan Emmerling schon für das Spiel gegen den VfL Bochum umdisponieren. An der mutigen Spielweise, die der BSV schon gegen Heerenveen an den Tag legte, soll das aber nichts ändern. „Wir werden uns nicht hinten reinstellen.“ Auch wenn sich dem VfL Bochum dadurch automatisch mehr Räume im Angriff bieten, wird am Emder Offensivkonzept nicht gerüttelt. „Gegen einen solch starken Gegner können wir den neuen Stil am besten lernen“, sagt Emmerling.
Heimspiel für Emmerling
Denn die Fehler werden dann schonungslos aufgedeckt. Das zeigte sich schon beim 0:6 am Sonntag im Süden der Niederlande gegen den SC Heerenveen. „Die Ursachen bei den ersten drei Heerenveen-Toren lassen sich wunderbar nachvollziehen“, sagt Emmerling nach dem Studium des Videomaterials. Alle Akteure freuen sich nun auf die nächste David-Rolle gegen Goliath, bei dem Stars wie Torhüter Manuel Riemann, der japanische Nationalspieler Tokuma Asano oder Neuzugang Felix Passlack von Borussia Dortmund auflaufen werden.
Auch für den Kickers-Trainer ist es eine besondere Partie mit ein wenig Heimspielcharakter. Emmerling hat schließlich viele Jahre mit seiner Familie in Bochum gewohnt, ehe er den Lebensschwerpunkt nach Ostfriesland verlagerte. „Nicht nur meine Frau wird sich das Spiel angucken, sondern auch viele weitere Verwandte.“
2000 Zuschauer erwartet
Für die Bochumer ist es das erste Testspiel der Saisonvorbereitung. Der VfL suchte dafür extra eine Sportanlage außerhalb von Bochum, um sich auch einmal den Fans aus der näheren Umgebung zu präsentieren. So fiel die Wahl auf das Stadion des FSV Gevelsberg im Stefansbachtal. „Da werden bestimmt 2000 Zuschauer kommen“, glaubt Kickers-Manager Henning Rießelmann.
Der VfL wird den Fans natürlich ein paar Tore bieten wollen. Da ist es für die Emder umso bedauerlicher, dass Efkan Erdogan am Dienstag und auch in den folgenden Monaten nicht dabei sein kann. Der Neuzugang von Atlas Delmenhorst hinterließ bei den ersten Trainings- und Testspieleinheiten einen überragenden Eindruck. „Effe hatten wir als Korsettstange eingeplant“, sagt Emmerling. „Er hat gleich in den ersten Partien gezeigt, dass er ein Führungsspieler bei uns sein kann.“ Laut Emmerling ist allerdings der Riss des Kreuzbands noch nicht zu 100 Prozent gesichert. „Alles deutet allerdings darauf hin.“
Klares Kickers-Ziel
Trotz der schweren Erdogan-Verletzung bei der 0:6-Niederlage gegen den SC Heerenveen brachte Emmerling auch positive Eindrücke aus den Niederlanden mit. „Wir haben es geschafft, den Gegner mit unserer Spielweise zu überraschen.“ Die Ankündigung, jeden Gegner schon weit in dessen Hälfte attackieren zu wollen, setzte Kickers beim Achtplatzierten der abgelaufenen Serie der Eredivisie mutig um. „So hatten wir durch Pascal Steinwender sogar die erste Torchance der Partie.“
Auch gegen den VfL Bochum möchten die Ostfriesen in der Offensive Akzente setzen und sich achtbar aus der Affäre ziehen. Ein Wunschergebnis lässt sich Emmerling aber nicht entlocken. „Aber es wäre schön, wenn es weniger Gegentore würden als gegen Heerenveen.“
Nach den zwei hochkarätigen Testspielen innerhalb von drei Tagen folgt ab Donnerstag die nächste Phase der Saisonvorbereitung. Dann absolviert der BSV Kickers ein Trainingslager auf der Anlage des renommierten Sporthotels Klosterpforte (bei Gütersloh). Bei einem passablen Resultat gegen den VfL Bochum würden die Übungseinheiten im Elitedomizil, wo auch schon Klubs wie Bayern München residierten, gewiss noch mehr Freude bereiten.