Ferber am Freitag Von Florian über Florian
Ob man Florian Silbereisen mag oder nicht ist Geschmackssache. BZ-Redakteur und Namensvetter Florian Ferber jedenfalls hat eine zwiegespaltene Meinung zu dem Schlager- und „Traumschiff“-Star.
Zu meinem Namensvetter Florian Silbereisen habe ich ein eher zwiespältiges Verhältnis. Früher war ich vor allem neidisch auf ihn und habe mich gefragt, was Helene Fischer an dem biederen Kerl findet. Atemlos? Von seinen Augen hätte ich mich jedenfalls nicht ausziehen lassen. Und dann immer diese aufgesetzte und kalkulierte Fröhlichkeit. Mittlerweile gibt sich der Flori ja zumindest optisch lockerer und lässt die Tracht jetzt im Schrank.
Neulich aber zappte ich in eine ZDF-„Traumschiff“-Wiederholung – böser Fehler. Zum einen tut es mir in der Seele weh, wenn ich mein einstiges Late-Night-Talker-Idol und Oberlästermaul Harald Schmidt als Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle in diesem seichten und zahmen Aufsage-Zirkus erleben muss. Und dann Florian Silbereisen als Kapitän Max Parger. Fremdschäm-Kurs voraus! Oder um Mediziner-Mime Sigmar Solbach („Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“) aus einem Interview mit „Revue Heute“ zu zitieren: „Jeder sollte bei seinen Leisten bleiben. Und Silbereisen ist vielleicht ein guter Entertainer und guter Mensch. Aber er ist kein Schauspieler.“ Warum ihm dennoch das Kommando an Bord übergeben wurde? Solbach mutmaßt: „Das ist mal wieder so ein typisches Nach-der-Quote-schielen. Man verspricht sich davon, dass diejenigen, die seine Schlagersendungen gucken, ihn auch als ‚Traumschiff‘-Kapitän sehen wollen. Silbereisen ist ein Quotenkind, auch beim ‚Traumschiff‘. Das finde ich nicht gut. So was hätte das öffentlich-rechtliche Fernsehen gar nicht nötig.“
Silbereisen selbst dürfte das ziemlich egal sein. Beim „Schlagerboom“ am 1. Juli im österreichischen Kitzbühel werden ihm die Massen wieder zu Füßen liegen. Das Gute-Laune-und-Heile-Welt-Line-Up mit den üblichen Verdächtigen kann sich jedenfalls sehen lassen: Andreas Gabalier, Howard Carpendale, DJ Ötzi, Beatrice Egli, Vicky Leandros, Andy Borg, Michelle, Mireille Mathieu, sogar Al Bano und Romina Power und US-Sängerin Anastacia (weiß sie überhaupt, wo sie da gelandet ist?) sollen auf der Open-Air-Bühne stehen. Ich werde, wie immer, wenn überhaupt maximal kurz reinzappen – nur, um zu sehen, ob das Playback funktioniert, bei Herrn Gabalier die Lederhose und falls Die Amigos auftreten, deren Frisur sitzt. Ist übrigens ein Running Gag zwischen mir und einem ehemaligen Kollegen, dass wir mal zusammen auf ein Amigos-Konzert gehen wollen. Die Flippers gibt es ja leider nicht mehr, die rote Sonne von Barbados ist längst untergegangen. Würde man dem „Traumschiff“ auch mal wünschen.